Märkte / Aktien

SMI setzt Höhenflug fort und schliesst klar fester

Nach den gestrigen Korrekturen zieht die Schweizer Börse an und notiert deutlich über 10'500. Alcon avancieren klar. Lonza erholen sich. Die Schwergewichte beflügeln.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch sehr stark präsentiert. Der SMI (SMI 10'501.18 +0.03%) war bei Eröffnung zwar unverändert. Im frühen Handel kam es aber bereits zu deutlichen Gewinnen. In der Folge arbeitete sich der Leitindex klar über die Marke von 10’500 vor. Am Nachmittag baute er seine Avancen weiter aus und schloss im Bereich seines Tageshöchst. Die Korrektur vom Vortag nach den massiven Gewinnen der Vorwoche schien nur noch eine kleine Randnotiz.

Auch in New York legen die Aktienkurse mehrheitlich zu. Die drei wichtigsten Indizes an Wallstreet lagen bei Handelsende in Zürich allesamt im Plus. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 3'636.50 +0.21%) avancierte 0,3%. An der Technologiebörse verzeichnete der Nasdaq Composite Avancen in Höhe von 1,6%. Der Dow Jones (Dow Jones 29'910.37 +0.13%) konnte mit der Entwicklung nicht Schritt halten, notierte aber 0,2% fester.

Die Hoffnungen auf den Corona-Impfstoff gepaart mit der Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen könnten nun den Weg für ein Jahresendrally ebnen, meinte ein Marktanalyst. EZB-Präsidentin Christine Lagarde versicherte derweil in einer Rede, dass die Europäische Zentralbank auch in der zweiten Coronavirus-Welle «da sein werde»: So könnten die bisherigen Massnahmen «dynamisch angepasst» werden.

Alcon und Lonza gesucht

Alcon (ALC 57.82 +0.52%) lagen an der Spitze der Blue Chips. Der Augenheilkunde-Spezialist hatte im dritten Quartal sowohl hinsichtlich des Umsatzes als auch beim Gewinn die Erwartungen der Analystengemeinde klar übertroffen. Die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 551.80 +0.69%) erholten sich nach den massiven Verlusten vom Dienstag. Ähnlich deutliche Gewinne fuhren die Aktien des Bauchemiespezialisten Sika (SIKA 230.60 +1.14%) ein.

Den SMI beflügeln vor allem die Avancen der Schwergewichte. Roche (ROG 302.50 -0.2%), Novartis (NOVN 81.06 -0.25%) und Nestlé (NESN 102.30 -0.08%) beendeten den Handelstag weit oben im Tableau.

SGS (SGSN 2'588.00 +0.04%) legten am Tag nach starken Halbjahreszahlen und der Ankündigung einer grösseren Akquisition erneut zu, allerdings etwas moderater als die gut 5% des Vortages. Im Anschluss an die Zahlen hatten verschiedene Institute ihre Kursziele für die Aktien erhöht, so etwa JPMorgan, Barclays (BARC 139.72 -1.16%) oder Royal Bank of Canada (RY 108.16 -0.08%).

Richemont (CFR 76.78 -0.29%) erhielten von einer Aufstufung durch die Bank of America (BAC 28.99 -0.14%) auf «Buy» Rückenwind. Dagegen gaben die Aktien der Konkurrentin Swatch Group (UHR 229.40 -1.12%) leicht nach.

Die Gewinner der letzten Tage blieben derweil zurück. Bankaktien wie UBS (UBSG 13.16 +0.19%) und Credit Suisse (CSGN 11.72 +0.51%), aber auch Versichererwerte wie Swiss Re (SREN 83.74 -0.43%), Swiss Life (SLHN 409.10 +0.07%) und Zurich Insurance (ZURN 372.30 -0.08%) tendierten stabil bis schwächer. Zurich Insurance legt morgen Quartalszahlen vor.

Auch Gegenbewegung im SMIM

Im SMIM (SMIM 2'766.04 +0.76%) kamen die Aktien von Barry Callebaut (BARN 1'972.00 +1.39%) trotz guter Zahlen des Schokoladenherstellers nicht voran. Womöglich bremste die Dividendenkürzung die Kauflust der Anleger.

Aktien der Coronagewinner wie die Titel des Laborausrüsters Tecan (TECN 388.60 0%) und des Computer- und Gamingzubehörherstellers Logitech (LOGN 78.36 +0.28%) erholten sich von ihren zuletzt massiven Verlusten. Die Chipaktien von AMS (AMS 23.62 +3.69%) gehörten ebenfalls zu den grössten Gewinnern.

Auf der anderen Seite korrigierten Flughafen Zürich (FHZN 155.60 -0.89%) nach ihren jüngsten Avancen. Auch die Aktien des Personalvermittlers Adecco (ADEN 53.90 +0.15%) und des Hörsystemeherstellers Sonova (SOON 223.70 +1.54%) gaben nach. Adecco hatten allerdings am Vortag noch klar zugelegt und damit die allgemeine Abwärtsbewegung nicht mitgemacht.

Am Ende des SMIM-Tableaus rangierten ausnahmsweise Cembra (CMBN 107.60 -0.37%) Money Bank. Bei den Verlusten könnte es sich vorwiegend um Gewinnmitnahmen handeln, da sich die Titel des Finanzdienstleisters in einem eindeutigen Aufwärtstrend befinden. Unternehmensspezifische Nachrichten gab es zumindest nicht.

Implenia profitierten

Starke Avancen waren bei Implenia (IMPN 22.74 +1.07%) auszumachen. Gestern Abend hatte der Baukonzern mitgeteilt, dass der bestehende Syndikatskreditvertrag mit Schweizer Banken über 800 Mio. Fr. bestätigt worden war.

EFG (EFGN 6.02 +1.01%) legten zu. Der Vermögensverwalter will nun die zweite Dividende-Tranche ausbezahlen. Die Aktien der Online-Bank Swissquote profitierten von der Nachricht über eine erweiterte Kooperation mit der PostFinance.

Swiss Steel (STLN 0.24 +0.21%) fielen mit Kursgewinnen auf. Der Spezialstahlhersteller hatte Quartalszahlen vorgelegt. Trotz weiterer Einbussen gab es zuletzt auch positive Signale beim Absatz.

Weiter erholen konnten sich LM Group (LMN 26.90 +2.67%), nachdem der schwer gebeutelte Online-Reiseanbieter ein Update zu einem Geschäftsgang in Zeiten der Coronakrise vorgelegt hatte.

Überwiegend Avancen in Asien – ausser in China

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch mehrheitlich von der positiven Seite. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 1,8%, während der breiter diversifizierte Topix 1,7% zulegte. Der Hongkonger Hang Seng tendierte mit –0,3% leicht abwärts. Die chinesischen Festlandindizes gaben an Terrain preis: Der Shanghai Composite verlor 0,5%, der Shenzhen Composite sank 1%. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte 1,4%.

Dollar stärker

Der Kurs des Dollars zeigte am Mittwoch steil aufwärts. Folglich gaben Euro und Franken zum Greenback nach. Bei Börsenschluss in Europa handelte die europäische Gemeinschaftswährung zum Dollar deutlich unter 1.18 bei 1.1760 $. Der Dollar legte zur Schweizer Währung klar auf 0.9180 Fr. zu. Gegenüber dem Franken notierte der Euro etwas tiefer bei 1.08 Fr.

Die türkische Lira legte unterdessen zu allen wichtigen Währungen deutlich zu. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, dass er voll hinter der Politik des neuen Notenbankchefs und des neuen Finanzministers stehe. Die Türkei werde bittere Pillen verabreichen, falls dies nötig sein sollte. Die türkische Lira hatte seit Jahresbeginn stark unter Druck gestanden. Der neue Notenbankgouverneur Naci Agbal hatte am Montag deutlich gemacht, dass sich die Notenbank gegen den Verfall der Lira stemmen werde.

Ölpreis legte weiter zu

Der Ölpreis knüpfte am Mittwoch an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage an. Als wichtigster Preistreiber gilt die Aussicht auf einen wirksamen Coronaimpfstoff mit der Hoffnung auf eine stärkere konjunkturelle Belebung und eine damit verbundene höhere Nachfrage nach Rohöl. Bis zum Abend kam der Preis allerdings deutlich von seinem Höchst bei rund 45.50 $ zurück, und so kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 48.24 +1.13%) gut 44.50 $. Der Goldpreis gab nach und lag bei 1865 $ pro Feinunze.