Märkte / Aktien

SMI schliesst stabil

Die Schweizer Börse pendelt zwischen Gewinn und Verlust. Sika und UBS stehen im Fokus und Temenos unter Druck. Zur Rose schiessen in die Höhe. Wallstreet etwas fester.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag unentschlossen gezeigt. Der Leitindex SMI (SMI 11'181.35 -0.51%) lag bei Eröffnung 0,1% höher. Im weiteren Handel pendelte er zwischen Plus und Minus. Es kam auf hohem Niveau phasenweise zu leichten Gewinnmitnahmen; denn seit dem 21. Dezember des vergangenen Jahres ging es ausser an einem Handelstag stetig nach oben. Beim Zürcher Handelsende stand der SMI dann dort, wo er um 9 Uhr gestartet war.

Die Anleger an den US-Börsen hielten sich ebenfalls zurück, sorgten aber zumindest für leicht steigende Kurse. Die Wallstreet-Indizes notierten bei Börsenschluss in Europa fester. Der S&P 500 (S&P 500 4'120.30 +0.02%) legte 0,2% zu. Die Technologiebörse Nasdaq Composite gewann 0,3%. Der Dow Jones (Dow Jones 33'745.40 -0.16%) stieg 0,2%.

Die Vorsicht, die in dieser Woche an einigen Märkten zu beobachten sei, erscheine durchaus sinnvoll, kommentierte ein Händler. Immerhin hätten die meisten Börsen einen starken Jahresauftakt hingelegt. Als Stütze sehen Börsianer den starken Anstieg der Renditen in den letzten Tagen, der langfristige US-Treasuries etwas attraktiver gemacht habe. Gleichzeitig sei angesichts der jüngsten Kursgewinne bei Aktien aber auch das Rückschlagsrisiko gestiegen, hiess es von den eher vorsichtigen Akteuren.

Sika im Minus – UBS im Plus

Im SMI standen unter anderem Sika (SIKA 272.50 -1.09%) im Fokus. Die Aktien gaben ihre frühen Gewinne ab und drehten ins Minus. Die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin war vergleichsweise glimpflich durch das Coronajahr 2020 gekommen. Nicht zuletzt dank Akquisitionen war sie gewachsen. Und zum Jahresende hin hatten sich viele Märkte erholt.

UBS (UBSG 14.83 -0.74%) stiegen. Die Grossbank kündigte die Schliessung von Filialen in der Schweiz an und passte die Schwelle für Negativzinsen ab Juli auf 250’000 Fr. an. Beides wurde im Handel eher neutral bewertet. Bei den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse (CSGN 9.83 +0.35%) griffen Investoren vor allem aufgrund einer Branchenstudie der Société Générale (GLE 22.12 +1.05%) zu, nachdem die Experten den beiden eine gute Performance 2020 attestiert hatten. Zudem sorgten die weiter steigenden Treasury-Renditen in den USA für eine anhaltend gute Stimmung in der Branche. Freundlich präsentierten sich auch die Versicherer Swiss Life (SLHN 475.40 -0.11%) und Swiss Re (SREN 93.76 +0.45%).

Im Plus lagen ebenfalls die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 279.30 +0.58%) und Richemont (CFR 92.20 -1.09%). Geberit (GEBN 618.60 -0.67%) schlossen fester, der Sanitärtechniker wird an diesem Donnerstag als nächster Blue Chip über die Umsatzentwicklung 2020 berichten.

Ins Plus drehten die Bons von Roche (ROG 306.80 -0.92%). Die Pharmawerte hatten am Vortag klar zugelegt und so die Verluste der Vorwoche teilweise aufgeholt. Verluste in Novartis (NOVN 80.68 -0.27%) bremsten den SMI. Nestlé (NESN 108.30 -0.46%), das dritte Schwergewichte, zeigten sich kaum bewegt.

Die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 536.40 -2.19%) bauten ihre Verluste ab. Der Pharmazulieferer hatte mit dem Biotech-Unternehmen Capricor eine Vereinbarung für die Entwicklung des Medikaments CAP-1002 geschlossen. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Produktionskapazitäten von Capricor für potenzielle klinische Studien im Spätstadium und für die Kommerzialisierung von Cap-1002 zu erweitern, teilte Lonza am Dienstag mit.

Die Titel des Aromen- und Riechstoffeherstellers Givaudan (GIVN 3'764.00 -1.03%) wurden durch Gewinnmitnahmen belastet.

Temenos verloren stark

Im SMIM (SMIM 3'162.10 -0.82%) war die Spanne zwischen dem grössten Gewinner, AMS (AMS 18.59 -0.88%), und dem grössten Verlierer, Temenos (TEMN 143.25 -0.8%), überdurchschnittlich gross. In beiden Fällen waren Analystenkommentare massgeblich für die Bewegungen verantwortlich. So hatten die Analysten der Deutschen Bank das Kursziel für AMS erhöht. Updates verschiedener Konkurrenten deuteten darauf hin, dass die Halbleiterindustrie im vierten Quartal 2020 weiter an Fahrt aufgenommen habe, hiess es in dem Report.

Dagegen hatten die Experten der Credit Suisse die Daumen für Temenos gesenkt. Die Experten begründeten ihren Schritt mit kurzfristig negativen Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung durch eine Umstellung hin Richtung Cloud/SaaS, die vom Markt unterschätzt werde. Die Aktien der Genfer erholten sich aber bis Handelsende spürbar vom Tagestief.

Beim Flughafen Zürich (FHZN 155.50 -0.32%) hatten sich sowohl Credit Suisse als auch Bank of America (BAC 40.06 +0.18%) zu Wort gemeldet.

Kühne+Nagel legten zu. Der Logistiker macht in Sachen Nachhaltigkeit in der Luftfracht vorwärts. Zusammen mit der Fluggesellschaft Air France (AF 5.08 -5.54%) KLM Cargo (AFKLM) lanciert er eine klimaneutrale Luftfrachtlinie zwischen Nordamerika und Europa.

Höhenflug bei Zur Rose 

Zur Rose (ROSE 337.00 -1.03%) zogen markant an und markierten ein neues Allzeithoch. Bank of America hatte die Abdeckung der Titel mit einem Kursziel und dem Rating «Buy» gestartet.  Die Analysten sehen deutlich mehr Potenzial und setzten mit einem Kursziel von 500 Fr. neue Massstäbe. Bereits gestern Montag hatten gute Zahlen des Konkurrenten Shop Apotheke (SAE 190.00 -3.75%) für Aufwind gesorgt.

Die Aktien von Interroll (INRN 3'480.00 +0.43%) avancierten deutlich. Beim Intralogistikspezialisten übernimmt per Anfang Mai der ThyssenKrupp-Manager Ingo Steinkrüger das Ruder. Er folgt als CEO auf Paul Zumbühl, der als künftiger Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen wird.

SHL Telemedicine (SHLTN 10.90 -2.68%) standen stark unter Druck. Wie die israelische Telemedizinfirma am Dienstag mitgeteilt hatte, hat eine Tochterfirma einen grossen Auftrag eines deutschen Krankenversicherungskunden verloren.

Gemischtes Bild in Asien

Angesichts der durchzogenen Vorgaben von Wallstreet vom Montag zeigten sich auch die asiatischen Aktienmärkte uneinheitlich. Die Börsen in Tokio, die gestern feiertagsbedingt geschlossen blieben, avancierten leicht. Der Nikkei 225 kletterte 0,1%, der marktbreitere Topix gewann 0,2%. Damit stieg der japanische Leitindex auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Der Hang Seng in Hongkong avancierte 1%, während der chinesische Festlandaktienindex CSI 300 2% zulegen konnte. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 notierte 0,3% schwächer. Der südkoreanische Kospi verlor 0,7%.

Euro stabilisierte sich

Der Euro stabilisierte sich am Dienstag nach einer knappen Woche mit überwiegenden Kursverlusten. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung zum Greenback 1.2160 $ und damit in etwa so viel wie am Morgen. Auch gegenüber dem Franken machte der Euro keine grossen Sprünge. Er kostete um 17.30 Uhr MEZ 1.0813 Fr. Der Dollar stand zur Schweizer Valuta bei 0.8894 Fr. ebenfalls recht stabil.

Goldpreis fester

Die Ölpreis legte am Dienstag zu. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.62 +0.55%) 56.50 $. Gold (Gold 1'724.35 -0.49%) konnte seine Gewinne nur teilweise halten, bleibt aber dennoch in Reichweite der 1900-$-Marke. Die Feinunze des Edelmetalls notierte bei 1845 $.

Bitcoin setzte Korrektur fort

Bitcoin (Bitcoin 60'655.08 +1.13%) handelte am Dienstag erneut leichter, bei gut 34’000 $. Am Vormittag hatte sich die Cyberdevise stabilisiert, am Nachmittag ging die markante Korrektur, die sie seit Freitagabend erlitten hat, aber weiter.