Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp unter 11’100

Der Schweizer Aktienmarkt hält sich nach minimalen Verlusten auf seinem Rekordniveau. Die Wallstreet verzeichnet neue Rekorde. Der Euro zeigt sich zum Franken weiter schwach.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte sein Rekordniveau verteidigt. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10478.51 -2.19%) verlor bei Eröffnung 0,1%. Im weiteren Handel pendelte er um seinen gestrigen Schlusskurs. Bei Börsenschluss resultierte ein kleines Minus. Am Vortag hatte der Leitindex bei 11’114 Punkten die neue Bestmarke gesetzt.

In New York zogen die Kurse an. Damit wurden an der Wallstreet erneut Rekordwerte verzeichnet. Der Dow Jones (Dow Jones 27057.89 -3.23%) legte bei Handelsende in Europa 0,7% zu. Der S&P 500 (SP500 3126.24 -3.09%) gewann 0,6%. Der Nasdaq Composite avancierte 0,7%. Zu den Favoriten gehörten Shopify. Die in den USA notierten Aktien des kanadischen Anbieters von Software für Online-Shops kletterten auf ein Rekordhoch, nachdem die Erwartungen übertroffen worden waren. Die Titel des Fahrdienst-Vermittlers Lyft (LYFT 42.215 -0.72%) rutschten dagegen ab, obwohl auch hier die Erlöse die Prognosen übertrafen.

Mit der sinkenden Zahl neu gemeldeter Infizierungen mit dem Coronavirus in China steige auch die Hoffnung, das Schlimmste überstanden zu haben, hiess es im Handel. Zudem haben die Notenbanken Fed und EZB signalisiert, die Märkte weiterhin genau im Blick zu haben. So nannte Fed-Präsident Jerome Powell im Rahmen seines Rechenschaftsberichts vor dem US-Kongress den Ausbruch des Coronavirus als ein mögliches Risiko.

SMI: Luxusgüter- und Bankaktien legten zu

Mit Gewinnen fielen bei den Schweizer Blue Chips die Aktien von Swatch Group (UHR 233.3 -0.89%) und Richemont (CFR 68.76 -1.91%) auf. Der Luxusgüterkonzern Kering sorge mit seinen Zahlen zum vierten Quartal für etwas Hoffnung in der zuletzt arg gebeutelten Branche, hiess es im Handel. Die Luxusgütertitel waren von den Investoren wegen der Chinasorgen zuletzt eher gemieden worden.

Fester präsentierten sich auch erneut die Valoren der Grossbanken Credit Suisse (CSGN 12.285 -3.34%) und UBS (UBSG 11.695 -3.07%). Sie knüpften damit an den starken Lauf vom Vortag an. CS wird zudem am Donnerstag ihre Geschäftszahlen vorlegen.

Novartis (NOVN 86.78 -4.94%) kamen von ihrem Allzeithoch von 96 Fr. zurück. Die anderen beiden Schwergewichte banden den SMI zurück. Roche (ROG 330.1 -1.39%) gaben erneut nach. Nestlé (NESN 104.78 -1%) notierten ebenfalls im Minus. Morgen legt der Nahrungsmittelkonzern Zahlen vor.

Ebenfalls einen Einblick in die Bücher gewährt am Donnerstag die Versicherungsgruppe Zurich Insurance (ZURN 405.4 -1.91%). Die Aktien gaben nach.

Straumann im Angebot

Im SMIM (SMIM 2693.729 -1.57%) zeigten sich Straumann (STMN 944 -3.3%) schwächer. Händler zufolge könnte ein Kommentar aus dem Hause JPMorgan vom Vortag der Grund für die Verluste sein. Im Kommentar schrieb der bekannte Medizinaltechnikanalyst David Adlington, dass er anlässlich der nahenden Jahresergebnisveröffentlichung so früh im Jahr auch für 2020 wieder mit einem konservativen Ausblick rechnet.

AMS (AMS 36.26 -1.39%) notierten leichter. Der Chiphersteller teilte am Dienstagabend mit, insgesamt 3,35 Mio. eigene Aktien an «ausgewählte institutionelle Investoren» verkauft zu haben. Kepler Cheuvreux erhöhte nach Zahlen das Kursziel für AMS von 74 auf 80 Fr. und bestätigte die Einstufung «Buy». Heute nach Börsenschluss legt der Softwarehersteller Temenos (TEMN 148.85 -3.87%) Zahlen vor.

Zu den Gewinnern zählten vor allem Industrieaktien wie Bucher (BUCN 311.8 -1.89%) Industries und OC Oerlikon (OERL 9.51 -1.6%). Erneut fester notierten Julius Bär (BAER 44.32 -1.99%). Die Aktien der Privatbank wurden am Montag bereits von einem Analystenkommentar beflügelt.

In den hinteren Reihen fielen noch Vontobel (VONN 68.4 -1.44%) auf, die schwächer eröffneten, sich aber rasch erholten. Die Bank hatte im vergangenen Jahr Ertrag und Gewinn deutlich gesteigert, trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds. Sie hält an ihrer Guidance für das laufende Jahr fest.

DKSH (DKSH 58.35 0.26%) setzten die starken Schwankungen fort. Nach den massiven Gewinnen vom Montag nach den Geschäftszahlen und den deutlichen Verlusten aufgrund von Gewinnmitnahmen schlossen die Aktien des Expansionsspezialisten klar im Plus.

Asien im Plus

An den asiatischen Börsen verlief der Handel am Mittwoch fast durchweg freundlich mit Avancen. Auch setzten Investoren darauf, dass die Auswirkungen des Coronavirus in China das Schlimmste erreicht hatten. Der Nikkei 225 lag 0,7% im Plus, der breiter gefasste Topix schloss dagegen unverändert. Der Hang Seng in Hongkong gewann 1,1%, und Chinas Leitindex CSI 300 rückte 0,8% vor. Der südkoreanische Kospi stieg um 0,7%, der australische S&P/ASX 200 legte 0,5% zu.

Euro weiter unter 1.07 Fr.

Der Euro bewegte sich am Mittwoch erneut abwärts. Die Gemeinschaftswährung notierte zum Greenback schwächer unter der Marke von 1.09 $ bei 1.0896 $. Gegenüber dem Franken blieb sie ebenfalls unter Druck und fiel bei 1.0635 Fr. auf ein neues Mehrjahrestief. Um 17.30 Uhr MEZ lag der Euro bei 1.0644 Fr. Der Dollar ging wenig verändert zur Schweizer Währung bei 0.9767 Fr. um.

Ölpreis erholte sich weiter

Der Ölpreis stieg am Mittwoch klar und knüpfte damit an seine Erholung vom Vortag an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 55.15 -1.31%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 55 $. Gold (Gold 1652.75 -0.4%) zeigte sich wenig verändert bei einem Preis von 1567 $ pro Feinunze.

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