Märkte / Aktien

Schwergewichte ziehen SMI in die Tiefe

Der Schweizer Leitindex schliesst deutlich im Minus. Grund ist eine Abkehr von defensiven Werten.

(AWP/RB) Der Swiss Market Index (SMI (SMI 9922.37 -0.15%)) rutschte am Freitagnachmittag immer deutlicher ins Minus. Am Ende des Tableaus fanden sich zum Schluss die defensiven Titel. Roche (ROG 264.7 0.02%) und Novartis (NOVN 92.5 -0.22%), aber auch Nestlé (NESN 102.62 0.02%) bewegen sich klar im roten Bereich. Auch Lonza (LONN 341.5 0.74%) verlieren.

Denn die allgemeine Börsenstimmung wird derzeit von den Optimisten dominiert. Einerseits gibt es positive Konjunkturanzeichen aus China und der Eurozone und andererseits keimen Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen Europa und den USA auf. Die EU soll sich gemäss verschiedenen Quellen nach monatelangem Tauziehen auf den Beginn von Handelsgesprächen mit den USA verständigt haben.

Alcon (ALC 58.9 -0.07%) fallen erneut mit deutlichen Abgaben auf und bilden am Freitagabend das Schlusslicht im SMI. Zum Wochenschluss sorgte vor allem eine Studie der Société Générale für Gesprächsstoff. Nach nur einem Tag macht die Analystin eine Kehrtwende, stuft die Papiere in einem Doppelschritt von «Buy» auf «Sell» und kappt das Kursziel um etwa ein Drittel.

Stadler legen am ersten Handelstag zu

Im Fokus der Anleger stand aber das Börsendebüt des Eisenbahnkonzerns Stadler Rail. Die Aktien wurden zu 38 Fr. platziert und nahmen den Handel bei 42 Fr. auf und verteidigten dieses Niveau den ganzen Nachmittag über und schossen in den letzten Handelsminuten noch auf über 43 Fr. Daraus errechnet sich eine Börsenkapitalisierung von 4,3 Mrd. Fr. Stadler hat 35 Mio. Titel platziert. Wird die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt, erhöht sich der Streubesitz auf gut 43 Mio. Aktion.

Bei den mehrheitlich leicht tieferen SMI-Werten fallen Adecco (ADEN 53.62 0.15%) mit einem Plus auf. Bank of America (BAC 29.6 0.68%) Merrill Lynch hat die Empfehlung von «Underperform» auf «Buy» erhöht. Das Kursziel betrage 65 Fr.

Auch die Bankwerte CS und UBS (UBSG 11.81 -0.13%) schlugen sich wacker. Überraschend gute Geschäftszahlen für das erste Quartal der US-Bank JPMorgan trieben den Bankensektor an. Die in den SMIM (SMIM 2564.049 0.02%) abgestiegene Julius Bär (BAER 43.41 1.47%) blieb etwas zurück, notierten aber trotz Dividendenabgang noch im Plus. Am Montag dann gewähren Goldman Sachs (GS 213.98 0.22%) und Citigroup (C 71.11 0.27%) Einblick in ihre Bücher. Die Bankergebnisse gelten als Frühindikator für den Verlauf der US-Konjunktur.

Auch der breite Markt gemessen am SMIM und SPI (SXGE 12015.25 -0.11%) verliert. Beide Indices geben am Ende ähnlich stark nach wie der SMI.

Grössere Abschläge im breiteren Markt verbuchen Ascom (ASCN 12.92 0%) und Sunrise (SRCG 72.8 -0.14%), die aber ex Dividende gehandelt werden. Markante Kursgewinne verzeichnen Polyphor (POLN 5.65 -15.42%). Das Biopharmaunternehmen hat für sein Antibiotikum Murepavadin von der US-Arzneimittelbehörde FDA den Status Qualified Infectious Disease Product in vier weiterem Indikationen erhalten.

Euro steigt über 1.13 Fr. 

Die US-Börsen eröffneten am Freitag freundlich. Die Indices Dow Jones (Dow Jones 27197.12 0.16%), S&P 500 (SP500 2988.84 0.41%) und Nasdaq Composite verzeichneten Gewinne.

Der Euro steigt gegenüber Franken und Dollar. Der Franken handelt zum Dollar bei Parität. Erdöl legte nach Verlusten am Vortag wieder etwas zu. Die Sorten Brent (Brent 63.46 1.5%) und WTI (WTI 56.24 0.99%) verzeichneten Gewinne. Gold (Gold 1427.52 0.15%) notierte praktisch unverändert.

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