Märkte / Aktien

SMI schliesst höher

Die Schweizer Börse festigt sich über 9700. Roche sind gefragt. Logitech steigen auf Allzeithoch.

(AWP/SPU) Die Schweizer Böse hat am Dienstag weitere Gewinne eingefahren. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9926.03 2.16%) notierte bei Eröffnung noch 0,1% tiefer. Bereits im frühen Handel drehte der Leitindex ins Plus und überstieg die Marke von 9700. Noch vor dem Mittag baute er einen Teil seiner Gewinne ab. Am Nachmittag festigte sich der Index wieder über 9700. Getragen wurde der Anstieg vor allem von einer Reihe als defensiv geltender Aktien. Die Anleger hätten wieder in den «Risk-off Mode» hinuntergeschaltet, sagten Händler. Die Angst vor einer zweiten Covid-19-Infektionswelle dämpfe den Risikoappetit. Daher wurden Finanzwerte eher gemieden. Die Angst vor einer zweiten Welle des Coronavirus habe die Freude über die Lockerungen bei den Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie wieder ein wenig gedämpft, hiess es.

In den USA hielten sich die Anleger zurück. Die drei Wallstreet-Hauptindizes suchten bei Handelsende in Zürich eine einheitliche Richtung. Der S&P 500 (SP500 3029.73 -0.21%) gab minimal nach. Der Dow Jones (Dow Jones 25400.64 -0.58%) notierte 0,2% im Plus. Der Nasdaq Composite der Technologiebörse drehte in die Gewinnzone und notierte um 17.30 Uhr MESZ 0,3% höher.

Roche legten zu

Gewinne fuhren vor allem die GS des Pharmaschwergewichts Roche (ROG 341.25 2.76%) ein. Auch Novartis (NOVN 83.38 2.71%) schlossen fester. Europaweit seien Pharmawerte gesucht, hiess es am Markt. Doch Roche hänge die Konkurrenten derzeit vor allem wegen der Diagnostiksparte ab. Auch die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 478 3.26%) und diejenigen des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 61.04 4.16%) standen höher. Alcon legte am Abend Quartalszahlen vor. Unterstützung für den Gesamtmarkt kam zudem von Nestlé (NESN 102.84 1.5%).

Im Plus schlossen zudem die Papiere der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 195.25 2.06%) und Richemont (CFR 56.78 2.16%).

Schwächer tendierten derweil Finanzwerte. Dazu gehören die Versicherer wie Swiss Re (SREN 67.2 -0.59%) und Zurich Insurance (ZURN 314.2 2.21%). Swiss Life (SLHN 344.1 -1.09%) hatte im ersten Quartal an Geschäftsvolumen verloren. Das war erwartet worden, denn der Lebensversicherer hatte im Vorjahr nach dem Rückzug des Konkurrenten Axa aus der Vollversicherung viele Kunden gewonnen, und nun hat sich die Lage normalisiert.

Schwächer zeigten sich mit UBS (UBSG 10.495 0.72%) und Credit Suisse (CSGN 9.13 2.7%) die Valoren der Grossbanken.

Logitech in der Gunst der Anleger

Bei den SMIM-Werten fielen en die Anteile von Logitech (LOGN 55.38 5.17%) positiv auf. Der Hersteller von Computerzubehör profitierte im Schlussquartal 2019/20 von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und übertraf die Erwartungen der Analysten klar. Der Kurs der Logitech-Aktie war bereits in den Tagen vor der Ergebnisveröffentlichung über das bisherige Rekordhoch vom August 2018 bei 48.80 Fr. gestiegen. Am Dienstag markierte er ein neues Intraday-Allzeithoch bei 52.70 Fr.

Dagegen verloren Dufry (DUFN 29.63 -2.85%) an Wert. Der Reisedetailhändler hat die Auswirkungen der Coronakrise im März und April heftig zu spüren bekommen. Mit dem weitgehenden Stillstand des internationalen Flugverkehrs fielen im April 94% des Umsatzes weg.

Schwächer präsentierten sich Immobilienwerte wie Swiss Prime Site (SPSN 91.65 1.89%) oder PSP (PSPN 109.3 2.53%).

Höher schlossen Idorsia (IDIA 29.38 0.89%). Das Pharmaunternehmen erhielt im Rahmen eines Lizenzabkommens frische Mittel von Neurocrine Biosciences. Sie übt die Option für die globalen Rechte an Idorsias ACT-709478 aus und zahlt dafür 45 Mio. $  in bar.

Asien leicht im Minus

Angesichts der eher durchzogenen Vorgaben aus Wallstreet vom Montag notierten die meisten asiatischen Aktienmärkte etwas schwächer. In Tokio verlor der Nikkei 225 leicht, 0,1%, während der marktbreitere Topix 0,2% tiefer notierte. Der Hang Seng in Hongkong büsste 1,7% an Terrain ein, die chinesische Festlandbörse von Schanghai sank 0,2%. Der australische Leitindex S&P/ASX 200 verlor 1,1%, während der Kospi in Südkorea 0,7% einbüsste.

Euro fester – zeitweise unter 1.08 $

Der Euro legte am Dienstag gegenüber dem Dollar spürbar zu. Am Abend kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1.0874 $, nachdem sie zweitweise bis auf 1.0885 Dollar $ war. Dabei war er in der Nacht noch kurzzeitig unter 1.08 $ gerutscht. Gegenüber der dem Schweizer Franken notierte der Euro derweil mit 1.0517 Fr. kaum verändert. Entsprechend stand der Dollar zum Franken wieder tiefer: bis am Abend fiel der Kurs wieder unter die Marke von 0.97 auf 0.9671 Fr.

Ölpreis leichter

Der Ölpreis zeigte sich am Dienstag schwächer. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 35.39 4.21%) knapp 30 $. Gold (Gold 1721.01 0.69%) handelte fester bei einem Kurs von 1709 $ pro Feinunze.

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