Märkte / Aktien

SMI schliesst auf neuem Allzeithoch

Die Schweizer Börse arbeitet sich nach einem schwachen Auftakt zurück auf Rekordkurs. An der Wallstreet halten sich die Anleger zurück.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat nach einem schwachen Start am Mittwoch weiter zugelegt und somit ihren Rekordlauf fortgesetzt. Die Stimmung war laut Händlern unverändert gut und wurde von der Hoffnung auf tiefere Zinsen angetrieben. Der Markt wolle nach oben, lautete der Tenor. Daher verflüchtige sich der negative Einfluss der Meinungsschwankungen des US-Präsidenten Donald Trump im Zusammenhang mit dem Zollstreit jeweils nach kurzer Zeit wieder. Am Vortag war der Optimismus, den die einstweilige Einigung zwischen den USA und Mexiko im Zollstreit ausgelöst habe, wieder abgeebbt – weil Trump neuerliche Drohungen ausstiess. «Die Anleger nützen Schwächen meist zum Kauf, was hilft, die Verluste einzugrenzen», meinte ein Händler.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 9838.13 -0.61%) notierte bei Eröffnung noch 0,5% tiefer. Er baute im frühen Handel jedoch seine gesamten Verluste ab. Gegen die Mittagszeit konnte er sogar leicht ins Plus drehen. Am Nachmittag handelte er dann fester und konnte bei 9881 ein neues Intraday-Allzeithoch markieren. Auch bei Handelsschluss resultierte eine neuer Höchststand bei 9860. Am Dienstag war der Leitindex um 0,9% gestiegen.

An der Wallstreet bewegten sich die Kurse leicht abwärts. Sowohl der Dow Jones (Dow Jones 26536.82 -0.04%) als auch der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2913.78 -0.12%) verloren bei Börsenschluss in Europa 0,2%. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite büsste 0,4% ein.

Lonza an der Spitze

Im Schweizer Leitindex schlossen Lonza (LONN 323.8 -1.28%) erneut klar höher. Gemäss Händlern hatte Mainfirst den Pharmazulieferer auf «Outperform» von «Neutral» hochgestuft. Das Kursziel laute auf 385 Fr. Die Aktie hatte am Dienstag 2,6% gewonnen.

Deutlich tiefer notierten LafargeHolcim (LHN 47.85 -0.31%). Grossaktionär Thomas Schmidheiny hatte seinen Anteil auf 7,2% von 10,9% reduziert. Zudem büssten vor allem die Bankaktien um UBS (UBSG 11.425 1.2%) und Credit Suisse (CSGN 11.5 1.55%) ein. Die Titel hatten gestern mit deutlichen Kursgewinnen auf sich aufmerksam gemacht.

Positive «Apothekermeldungen» verhalfen Novartis (NOVN 89.02 -2.07%) und Roche (ROG 274.5 -0.65%) zu festeren Kursen. Novartis hatte positive Studiendaten für Cosentyx bei Arthritis veröffentlicht. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte für das Roche-Mittel Mabthera für zwei Blutgefässerkrankungen den Status «priority review» gewährt.

Die Titel der Luxusgüterhersteller entwickelten sich unterschiedlich. Während Richemont (CFR 81.82 -0.2%) zulegten, gaben Swatch Group (UHR 273.3 0.77%) nach. Die Aktien der Genfer profitierten von einer Kurszielerhöhung auf 98 von 92 Fr. durch HSBC (HSBA 650.4 0.51%). Die britische Bank empfiehlt Richemont zum Kauf.

Sonova mit Rekordkurs

Sonova (SOON 220.5 -1.61%) stiegen auf ein neues Allzeithoch. Angetrieben wurden die Papiere des Hörgeräteherstellers von den jüngsten US-Absatzstatistiken.

Die gestrigen Gewinner – vor allem die Tech-Werte im SMIM (SMIM 2494.057 -0.34%) büssten ein. So verloren AMS (AMS 33.04 3.61%), Logitech (LOGN 37.64 -0.19%) und Temenos (TEMN 174 -1.42%). Aber auch die Finanzwerte um Julius Bär (BAER 42.5 1.24%) oder GAM (GAM 4.478 2.42%) neigten zur Schwäche.

Im breiten Markt fielen Hochdorf (HOCN 104.6 0%) und Leonteq (LEON 34.8 0.87%) mit Gewinnen auf. Unternehmensspezifische Nachrichten lagen aber weder beim Milchpulverhersteller noch beim Derivatespezialisten vor.

Die am breiten Markt gehandelten Technologietitel Meyer Burger (MBTN 0.503 -2.33%), Sensirion (SENS 34.55 -3.22%) und U-blox konnten sich dem negativen Branchentrend nicht entziehen.

Hongkongs Börse durch politischen Streit belastet

In Asien zeigten sich die meisten Märkte kaum verändert, so etwa der japanische Nikkei 225 (Nikkei 225 21086.59 -0.42%), der 0,1% zurück ging, und der südkoreanische Kospi (Kospi 2120.36 -0.03%), der ebenfalls 0,1% einbüsste. Deutlichere Einbussen verzeichnete der chinesische Shanghai Composite, der 0,6% nachgab. Der Hang Seng in Hongkong verlor wegen anhaltender politischer Querelen 1,8%.

Franken leichter

Der Euro hielt seine Kursgewinne der vergangenen Handelstage. Die Gemeinschaftswährung wurde zum Dollar stabil bei 1.1325 $ gehandelt. Zum Franken notiert der Euro etwas fester bei 1.1256 Fr. Der Dollar bewegte sich zur Schweizer Währung mit 0.9943 Fr. aufwärts.

Ölpreis verlor markant

Der Ölpreise sanken am Mittwoch deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 66.5 2.13%) kostete bei Börsenschluss noch 61 $. Der Goldpreis stand höher bei 1336 $ pro Feinunze.

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