Märkte / Aktien

SMI schliesst dank Novartis und Roche über 8800

Die Schweizer Börse zieht nach den deutlichen Verlusten des Vortages kräftig an. Der Dollar steigt auf Parität zum Franken. Öl befindet sich weiter auf Talfahrt.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich trotz des wieder aufgeflammten Handelsstreits deutlich erholt. Am Vortag wurde der Swiss Market Index (SMI (SMI 8926.23 -0.93%)) noch auf Talfahrt geschickt. Er eröffnete 0,3% im Plus und stieg im weiteren Handel deutlich bis über die Marke von 8800 Punkten, wo der Leitindex auch schloss.

Auch in den USA zog es die Anleger wieder an die Märkte. Der Dow Jones (Dow Jones 25162.41 -0.54%) legte bei Börsenschluss in Europa 0,7% zu. Der S&P 500 (SP500 2818.37 -0.76%) avancierte 0,6%, und der Nasdaq Composite gewann 0,9%. Vor allem die Aussicht auf gute Firmenbilanzen mache vielen Anlegern Mut, sagte ein Händler.

Pharmawerte zogen SMI hoch

Unter den Schweizer Blue Chips gab es überwiegend Gewinne. Vor allem die Pharmaschwergewichte zogen an. Roche (ROG 237.25 -0.94%) legten dank einer Hochstufung durch Berenberg von «Hold» auf «Buy» zu und schlossen deutlich im Plus. Markant waren auch die Gewinne bei Novartis (NOVN 80.86 -0.81%), welche den Leitindex beflügelten.

Hingegen gab es Verluste bei den Banken. Vor allem Julius Bär (BAER 53.22 -1%) büssten klar ein. Credit Suisse (CSGN 14.765 -1.37%) beendeten den Handel ebenfalls leichter. Auf der anderen Seite arbeiteten sich die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 422.7 -3.14%) und Richemont (CFR 83.54 -3.24%) sich ins Plus.

Einige Unternehmen rückten mit ihren Halbjahreszahlen in den Fokus. So hatte der Asset-Manager Partners Group einen Zwischenbericht vorgelegt. Während die Kundennachfrage die Markterwartungen verfehlte, überzeugten die verwalteten Vermögen. Die Aktie verlor.

DKSH (DKSH 70.1 -0.14%) schraubte ihre Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr zurück. Zudem lag das Unternehmen beim organischen Wachstum deutlich unter den Konsensschätzungen, der Ebit fiel allerdings höher als erwartet aus. Die Titel handelten dennoch fester.

Anders jedoch Bossard (BOSN 192.1 -2.04%):  Der Schraubenhersteller überzeugte mit einem neuen Umsatz- und Gewinnrekord. Insbesondere das Europageschäft lief rund, aber auch Amerika und Asien zeigten eine positive Entwicklung.

LLB überraschte mit Eckdaten zum ersten Semester. Die Bank erwartet einen rund 24% tieferen Gewinn als im Vorjahr. Derweil wurden Valiant von einer zurückhaltenden Studie der Credit Suisse gebremst und büssten ein. Vontobel wurden laut Händlern von der Citigroup abgestuft und verloren.

VAT Group (VACN 128.2 -0.77%) gewannen. HSBC (HSBA 704 -1.83%) stufte das Rating für die Aktien des Vakuumventilherstellers im Rahmen einer Branchenstudie von «Hold» auf «Buy» hoch und erhöhte das Kursziel von 157 auf 163 Fr.

Die Berichtssaison kommt langsam in Fahrt. Am Freitag werden der Schokoladehersteller Barry Callebaut (BARN 1663 -0.83%) und Ems-Chemie (EMSN 595.5 -1.08%) über den Geschäftsverlauf berichten.

Asien befreite sich vorerst von Sorgen über Handelskonflikt

Trotz des Handelskonflikts stiegen an den asiatischen Märkten die Kurse. Die japanischen Indizes Nikkei 225 (Nikkei 225 21937.81 -1.2%) (+1,2%) und Topix (+0,5%) legten zu. Auch in China avancierten die Kurse klar. Der Hang Seng (+1%) in Hongkong und der Shanghai Composite (+2,3%) notierten höher. Vergleichsweise gering war der Zuwachs an der koreanischen Börse, der Kospi (Kospi 2259.09 0.57%) stieg 0,4%.

Dollar stärker

Der Dollar avancierte nach der Veröffenltichung der Inflationsrate im Juni. Der Greenback kletterte zum Franken auf Parität. Der Euro erholte sich etwas von den Vortagesverlusten. Die Gemeinschaftswährung wurde um 17.30 Uhr MESZ zur US-Währung stabil bei 1.1682 $ gehandelt. Zum Franken zeigte sie sich markant fester bei 1.1694 Fr.

Öl erneut tiefer 

Der Ölpreis büsste nach den starken Verlusten zur Wochenmitte weiter ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 71.019 -2.41%) kostete bei Börsenschluss in Europa rund 73 $. Am Mittwoch hatte die Sorge um einen Handelskrieg zwischen den USA und China den Ölpreis um rund 5% belastet. Gold (Gold 1174.86 -1.49%) notierte nach den gestrigen Abgaben hingegen höher bei 1247 $ pro Feinunze.

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