Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 9800

Die Pharmaschwergewichte ziehen die Schweizer Börse zum Wochenschluss nach unten. Swatch Group steigen. Ems-Chemie klettern.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat die Handelswoche mit deutlichen Abgaben beendet und damit den Trend der Vortage forciert fortgesetzt. Nachdem der SMI (SMI 9937.03 -0.73%) bereits am Morgen schwächer gestartet war, weiteten sich die Abgaben am Nachmittag nochmals aus. Belastet wurde der Gesamtmarkt vor allem durch deutliche Abgaben bei den Pharma-Schwergewichtgen. Die Anleger seien zwischen den wieder aufgefrischten Zinssenkungshoffnungen und zunehmenden Konjunktursorgen hin- und hergerissen, hiess es am Markt. Die Scheu, vor dem Wochenende neue Positionen einzugehen, sei gross gewesen.

Vermehrt würden zurückhaltende Geschäftsprognosen die Angst vor einer konjunkturellen Abschwächung schüren. Dies habe die Stimmung zunehmend eingetrübt. «Wir haben in den vergangenen Tagen kaum ein Unternehmen gesehen, das sich nicht wegen des Handelsstreits vorsichtig über die zukünftige Entwicklung äussert», sagte ein Händler. Die Hoffnung auf eine Beschleunigung der Konjunktur im zweiten Halbjahr sei geschwunden.

Der Swiss Market Index SMI stand bei Eröffnung praktisch unverändert. Im frühen Handel büsste der Index jedoch ein. Am Nachmittag weitete er seine Verluste noch deutlicher aus. Am Vortag hatte der Leitindex um 0,6% tiefer geschlossen.

In New York setzte sich der jüngste Rekordlauf fort. Der Dow Jones (Dow Jones 27154.2 -0.25%) legte bei Börsenschluss in Europa 0,6% zu und stieg damit wieder über die Marke von 27’000 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2976.61 -0.62%) gewann 0,2%, er lag über 3000 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite stand 0,4% höher.

Swatch Group mit Gewinnen

Im SMI belegten Swatch Group (UHR 308.7 0.16%) den Spitzenplatz. Goldman Sachs (GS 213.52 -0.47%) erhöhte das Rating für die Inhaberaktien auf «Buy» von «Neutral», senkte aber das Kursziel auf 330 von 340 Fr. Die Aktien von Richemont (CFR 85.54 -0.79%) konnten davon nicht profitieren.

Auf der Gewinnerseite waren die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 11.825 -0.8%) und Credit Suisse (CSGN 12.14 -1.14%) zu finden.

Die starken Abgaben der Pharmawerte Roche (ROG 264.65 -2.42%) (-3,0%) und Novartis (NOVN 92.7 0.26%) (-2,6%) belasteten den Gesamtmarkt. Händler verwiesen auf die laufende Diskussion über die Medikamentenpreise in den USA. Laut Medienberichten habe sich das US-Gesundheitsministerium von der Rabattreform abgewandt und nun werde befürchtet, dass die Pharmaindustrie mit tiefer als erwarteten Preisen konfrontiert werde. Dass Novartis in der Forschung für einen Wirkstoff gegen Alzheimer einen Rückschlag erlitten hat, wurde von Analysten indes nicht als kursrelevant gewertet. Auch Nestlé (NESN 102.6 -1.06%) schlossen tiefer.

Ems-Chemie zogen an

Im SMIM (SMIM 2563.433 0.31%) fielen EMS-Chemie auf. Der Spezialchemiekonzern hatte die schwächere Konjunktur und die Handelsstreitigkeiten zu spüren bekommen und weniger umgesetzt, aber den Ebit dennoch leicht gesteigert.

Die PS von Lindt & Sprüngli (LISN 80100 -1.11%) konnten nicht davon profitieren, dass die UBS das Rating für die Titel des Schokoladeherstellers auf «Neutral» von «Sell» erhöht hatte.

Schwächer notierten auch im SMIM die Gesundheitstitel wie Sonova (SOON 223.2 -0.4%), Straumann (STMN 833.6 0.46%) oder Vifor Pharma (VIFN 149 3.36%).

Stadler Rail (SRAIL 44.54 -1.2%) gewannen. Das Eisenbahnunternehmen hatte eine Ausschreibung der Mailänder Verkehrsbetriebe für eine Lieferung von bis zu achtzig Strassenbahnen gewonnen.

Avancen in Asien

An den asiatischen Aktienmärkten tendierten die Indizes freundlich. Konjunkturdaten aus Singapur verstärkten die Sorgen vor negativen Auswirkungen des Handelsstreits. Der Nikkei 225 in Tokio gewann 0,2%, wobei die Stärke des Yens die Dynamik bremste. Der Shanghai Composite stieg 0,4%, der Hang Seng verzeichnete ein Plus im gleichen Ausmass.

Franken klar stärker

Der Euro büsste ein, der Franken erstarkte. So notierte die europäische Gemeinschaftswährung zum Greenback bei 1.1254 $. Gegenüber dem Schweizer Franken zeigte sich der Euro klar schwächer. Er stand um 17.30 Uhr MESZ bei 1.1082 Fr. Der Dollar schwächte sich zum Franken klar ab. Er kostete 0.9841 Fr.

Gold über 1400 $

Der Goldpreis verzeichnete leichte Gewinne und konnte sich über der Marke von 1400 $ halten. Die Feinunze des Edelmetalls lag bei Börsenschluss in Europa bei 1409 $. Der Ölpreis neigte weiter zur Stärke. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 62.52 0.56%) kostete 67 $.

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