Märkte / Aktien

SMI schliesst stabil nach einem Auf und Ab

Die Schweizer Börse pendelt zwischen Gewinnen und Verlusten. Der EZB-Entscheid animiert die Anleger nur vorübergehend. Banken und Dormakaba büssen ein.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat am Donnerstag kaum verändert geschlossen – dies nach den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB-Massnahmen trafen insgesamt in etwa die Erwartungen am Markt.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 9978.85 0.13%) stand bei Eröffnung mit 0,1% leicht höher – und damit etwas über der Marke von 10’100. Im frühen Handel überschritt er sein bisheriges Intraday-Allzeithoch von 10’109. Im weiteren Verlauf des Vormittags büsste er jedoch ein. Mit EZB-Entscheiden drehte der SMI wieder ins Plus und erzielte somit ein neues historisches Höchst. Zur Zeit der Börseneröffnung in New York blieb vom Gewinn nichts mehr übrig. So schloss der SMI stabil und knapp unter der Marke von 10’100. Am Vortag hatte der Leitindex 0,8% gewonnen.

An den US-Börsen legten die Aktienkurse derweil zu. Alle drei vielbeachteten Indizes gaben aber einen Teil ihrer Avancen aus dem frühen Handel preis. Der Dow Jones (Dow Jones 26770.2 -0.95%) gewann bei Handelsende in Europa 0,3%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2986.2 -0.39%) avancierte 0,4%. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite kletterte 0,5%.

SMI-Banken schwächer

Die Genussscheine von Roche (ROG 288.5 -0.29%) gaben nach – trotz guter Nachrichten. Der Pharmakonzern hatte mit gleich zwei Medikamenten in zulassungsrelevanten Studien die gesteckten Ziele erreicht. So erwies sich das Immuntherapeutikum Tecentriq in einer Studie zur Behandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs als wirksam. Satralizumab wiederum erreichte gute Ergebnisse in der Behandlung von Patienten mit der seltenen Krankheit Neuromyelitis optica Spektrumstörung (NMOSD).

Novartis (NOVN 85.28 -0.27%) rückten dagegen leicht vor. Novartis wartete anlässlich eines Fachkongress’ in Stockholm mit erfreulichen Ergebnissen über die Wirksamkeit des MS-Mittels Mayzent auf. Zudem schüttelten die Aktien des Lebensmittelmultis Nestlé (NESN 102 -1.09%) ihre anfänglichen Verluste ab.

SGS (SGSN 2441 -0.41%) waren am heutigen Handelstag die Gewinneraktien.

Zurich Insurance (ZURN 390.6 0.9%) gewannen nach einer Kaufempfehlung Terrain hinzu. SocGen hatte das Rating auf «Buy» von «Hold» und das Kursziel auf 425 von 330 Fr. erhöht. Die Anteile des Sanitärtechnikers Geberit (GEBN 480.2 0.15%), des Zementriesen LafargeHolcim (LHN 49.1 1.87%) und des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 161.25 0.66%) schlossen fester.

Die Aktien der UBS (UBSG 11.48 2.64%) und Credit Suisse (CSGN 12.46 2.42%) verloren nach dem Kursplus vom Vortag und nach der geldpolitischen Lockerung der EZB Terrain.

Tiefer standen auch die Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 72.98 0.27%) und Swatch Group (UHR 262.6 0.61%).

Dormakaba zeitweise klar unter Druck

Im SMIM (SMIM 2566.968 0.02%) büssten die Aktien von Dormakaba (DOKA 651.5 0.62%) zunächst deutlich ein, sie erholten sich im Handelsverlauf von einem Teil ihrer Verluste. Die Schliesstechnikfirma hatte den Gewinn im Geschäftsjahr 2018/19 gesteigert und damit aber die Analystenerwartungen verfehlt.

Die Technologietitel AMS (AMS 44.8 1.38%) gehörten zu den Gewinnern. Fester schlossen auch die Industrietitel von VAT Group (VACN 124.45 0.81%). Georg Fischer (FI-N 925.5 1.54%) oder OC Oerlikon (OERL 10.08 1.66%).

Valoren aus dem Gesundheitssektor – namentlich Straumann (STMN 845.4 -0.77%), Sonova (SOON 220.6 -3.25%) und Vifor Pharma (VIFN 154.05 -0.23%) – notierten höher.

Ein Gewinneinbruch im Halbjahr schickte die Aktie von Romande Energie (HREN 1170 -1.68%) auf Talfahrt.

Medacta (MOVE 81.3 -0.97%) setzten den Höhenflug fort. Der Medizintechniker befindet sich seit der Vorlage des Geschäftsberichts vor gut einer Woche im Aufwärtstrend.

Asien mehrheitlich im Plus

Ausser in Hongkong setzte sich die positive Stimmung an den asiatischen Börsen fort. Der Nikkei 225 gewann knapp 1%. In China zeigten sich die Anleger ebenfalls optimistisch. Der Shanghai SE Composite steig um 0,6%, der CSI 300 um 0,8%. Der Hongkonger Hang Seng verlor hingegen 0,3%. In Seoul wurde nicht gehandelt, in Australien gewann der All Ordinaries knapp 0,2%.

Euro mit turbulentem Handel

Der Kurs des Euros kam am Donnerstag mit dem EZB-Entscheid stark unter Druck. Die Verkaufswelle ebbte jedoch rasch ab. Die Gemeinschaftswährung wurde um 17.30 Uhr MESZ zum Dollar bei 1.1035 $ gehandelt. Damit präsentierte sie sich stärker nach zeitweise deutlichen Verlusten. Der Euro ging zum Franken minimal tiefer um, zu 1.0936 Fr. Das Tagestief lag bei 1.0858. Zum Schweizer Franken bewegte sich der Dollar mit 0.9909 Fr. klar abwärts.

Ölpreis deutlich tiefer

Der Ölpreis konnte sich am Donnerstag nicht von den starken Verlusten zur Wochenmitte erholen und setzte die Abwärtsbewegung fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.72 -0.58%) kostete bei Börsenschluss in Europa weniger als 60 $. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte vor einem gewaltigen Angebotsüberschuss an Rohöl gewarnt. Demnach könnte die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) im kommenden Jahr 1,4 Mio. Barrel pro Tag mehr fördern, als nachfragt werde.

Der Goldpreis stieg wieder über die Marke von 1500 $ und lag bei 1508 $ pro Feinunze.

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