Märkte / Aktien

SMI mit versöhnlichem Wochenausklang

Die Schweizer Börse korrigiert nach dem gestrigen Ausverkauf, doch die kräftige Gegenbewegung aus dem frühen Handel verpufft. Wallstreet handelt erholt.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat am Wochenschluss einen kleinen Teil der Verluste der vergangenen Tage wettgemacht und fester tendiert. Nach den Einbussen komme eine technische Gegenbewegung nicht ganz unerwartet, sagten Händler. Die Erholung verlor allerdings etwas an Schwung. So begann der Swiss Market Index SMI (SMI 8713.68 -1.15%) den Handel 0,7% höher und stieg in der Folge mehr als 1%. Am Nachmittag baute er jedoch einen grossen Teil der Gewinne ab. Am Donnerstag war der Leitindex aufgrund von Zinsspekulationen und aus Furcht vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft um 2,9% gefallen.

Nach den jüngsten Kursverlusten an Wallstreet bewegten sich die Aktien in den USA wieder aufwärts. Alle drei Indizes handelten bei Börsenschluss in Europa deutlich fester. So legte der Dow Jones (Dow Jones 24100.51 -2.02%) 1% zu, während der S&P 500 (SP500 2599.95 -1.91%) 1,3% gewann. Noch stärker waren die Avancen im Nasdaq Composite mit einem Plus von 2%.

SMI-Banken zogen an

Die meisten SMI-Werte schlossen fester. Die Pharmaschwergewichte – Roche (ROG 249.9 -1.69%) und Novartis (NOVN 87.02 -0.57%) – erholten sich von den deutlichen Kurseinbussen am Donnerstag. Kaum von der Stelle bewegten sich die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (NESN 83.84 -1.06%).

Die Titel der Banken im Leitindex, namentlich UBS (UBSG 12.505 -0.79%), Credit Suisse (CSGN 11.2 -0.97%) und Julius Bär (BAER 37.12 -2.06%), profitierten von einer Gewinnsteigerung bei den US-Grossbanken im dritten Quartal. Der kräftige Kurszuwachs am Nachmittag erwies sich aber nicht als nachhaltig.

Mit Gewinnen notierten auch die Luxusgütertitel Swatch Group (UHR 290.2 -2.49%) und Richemont (CFR 63.56 -1.97%). Lonza (LONN 301.5 -2.01%) gaben einen Teil der Avancen preis, befanden sich aber an der Spitze des SMI. Sika (SIKA 125.5 -1.49%), auch ein Gewinnertitel im frühen Handel, drehten gar ins Minus.

Die Aktien zyklischer Firmen holten ihre Vortagesabschläge ebenfalls nur teilweise auf. Geberit (GEBN 378.5 -1.64%) und Adecco (ADEN 45.55 -1.98%) schlossen fester.

Aryzta erneut schwach

Auch im breiten Markt war die Tendenz positiv. Mit einem deutlichen Plus stachen die Aktien des österreichischen Chipherstellers AMS (AMS 22.05 -8.05%) heraus. Auch Logitech (LOGN 32.55 -1.9%) und Temenos (TEMN 127.2 -0.86%) stiegen.

VAT Group (VACN 93.7 -2.9%) korrigierten nach den deutlichen Einbussen der vergangenen Handelstage. Hier wurde bekannt, dass der US-Fondsmanager George Loening seine Position am Vakuumventilhersteller von gut 3 auf mehr als 5% ausgebaut hatte.

Aryzta (ARYN 1.2 -1.8%) notierten markant schwächer. Vontobel (VONN 54.95 -0.81%) hatte die Aktien des Backwarenherstellers unter die Lupe genommen und das Kursziel von 8 auf 7 Fr. gesenkt. Die Einschätzung lautet neu «Reduce».

Sunrise (SRCG 87.8 0.69%) gaben leicht nach. Der Mobilfunkanbieter Freenet (FNTN 17.1 1.57%) rechnet in der Schweiz womöglich schon bald mit einem Zusammenschluss in der Branche.

Die Aktien der CPH (CPHN 80 0%) Chemie + Papier Holding waren gefragt. Die Luzerner Industriegruppe rechnet mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung im laufenden Gesamtjahr.

Asien: Talfahrt gestoppt

An den Märkten Asiens herrschte gemischte Stimmung. Der Hang Seng in Hongkong legte 1,2% zu und der koreanische Kospi 1,7%. In Festlandchina sank der Shanghai Composite 0,1%, während der Shenzhen Composite 0,8% fiel. Der Nikkei 225 in Japan gab 0,3% nach.

Euro schwächer

Der Euro konnte seine Kursgewinne nicht halten. Die Gemeinschaftswährung verlor besonders zur US-Währung und rutschte deutlich unter die Marke von 1.16 $ auf 1.1560 $. Zum Franken lag der Euro bei 1.1470 Fr. Der Dollar zog an und kostete um 17.30 Uhr MESZ 0.9923 Fr.

Ölpreis stabil

Der Ölpreis notierte nach den starken Verlusten der vergangenen beiden Handelstage stabil. Das Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 60.15 -0.99%) lag bei Börsenschluss in Europa bei knapp 81 $. Gold (Gold 1238.52 -0.23%) korrigierte nach dem deutlichen Anstieg, hielt sich aber klar über der Marke von 1200 $, bei einem Preis von 1219 $ pro Feinunze.

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