Märkte / Aktien

SMI schliesst leicht tiefer

Die Schweizer Börse beendet den Handelstag im Minus. Im Fokus standen Givaudan und Lonza. Nestlé stützten.

(AWP/CF) Der Schweizer Aktienmarkt schliesst am Dienstag leicht tiefer. Der SMI (SMI 11'961.34 +0.58%) rutscht bei Eröffnung 0,9% ab und unterschreitet damit 11’700. Im frühen Handel dämmt der Leitindex seine Verluste ein und schafft zeitweise den Sprung in die Gewinnzone. Am Ende des Tages liegt er leicht unter dem Vortagesschlusskurs. Die Anleger halten sich laut Händlern aber zurück. Die Stimmung sei wegen der steigenden Inflation, anziehenden Anleiherenditen und der zunehmenden Angst vor einer Konjunkturabkühlung getrübt. Dies lasse keine Kauflaune aufkommen. Dazu kommen laut Händlern die Schuldenprobleme der chinesischen Immobilienwirtschaft hinzu. Es wird befürchtet, dass eine Pleite von China Evergrande (3333 0.31 -5.27%) einen Dominoeffekt im ganzen Bausektor auslösen könnte.

Nun hoffen die Markteilnehmer auf positive Impulse von der Berichtssaison. Dort werde sich zeigen, ob die Sorgen, dass der steigende Preisdruck bei den Unternehmen bereits angekommen ist, berechtigt sind oder nicht, sagt ein Händler. «Nach den starken Geschäftszahlen für das erste und zweite Quartal könnten sich die Marktschätzungen als zu hoch erweisen.» Der Fokus dürfte dabei auch stark auf die Ausblicke gerichtet werden. Hierzulande hat mit Givaudan (GIVN 4'221.00 -0.14%) die erste Blue-Chip-Firma Angaben zum dritten Quartal veröffentlicht. In den USA geht der Zahlenreigen am Mittwoch mit dem Abschluss der Grossbank JPMorgan los.

Lonza (LONN 721.80 +0.36%) drehten schnell ins Plus

Im Fokus standen am Dienstag Givaudan. Die Aktien büssten ein. Der Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan hat den Umsatz in den ersten neun Monaten 2021 um 5,8% auf 5,07 Mrd. Fr. gesteigert. Insgesamt hat Givaudan damit die Erwartungen leicht übertroffen. Im dritten Quartal 2021 flachte das Wachstum allerdings etwas ab.

Lonza drehten nach einem schwachen Start ins Plus. Der Pharmazulieferer Lonza hat sich neue Ziele gesetzt und peilt bis 2024 ein Umsatzwachstum im niedrigen Zehnerbereich in Lokalwährungen an sowie eine Betriebsgewinnmarge zwischen 33 und 35% an, wie es anlässlich des Investorentags heisst.

Schwächer performten die Grossbanken Credit Suisse (CSGN 9.79 +1.92%) und UBS (UBSG 15.88 +0.6%). In einer Unternehmensstudie zur CS warnt die US-Investmentbank Jefferies vor erneuten Marktanteilsverlusten. Die Autorin Flora Bocahut stützt sich dabei auf Erhebungen der Beratungsfirma Dealogic für das dritte Quartal. Hinzu komme, dass sich die Grossbank nach den milliardenschweren Verlusten mit dem Investmentvehikel Archegos bewusst einer Reduktion von Risiken im Tagesgeschäft verschrieben habe. Auch das drücke auf die Ertragsentwicklung, so Bocahut weiter. Sie erachtet die mit «Hold» und einem Kursziel von 10 Fr. eingestuften Aktien der CS deshalb trotz unterdurchschnittlicher Kursentwicklung als unattraktiv.

Bei den Valoren der UBS zog hingegen eine Branchenstudie aus dem Hause Barclays (BARC 197.70 +1.71%) Abgaben nach sich. Analyst Amit Goel erhöht sein Kursziel zwar auf 15 Fr. (14.50 Fr.), hält gleichzeitig jedoch an der «Underweight» lautenden Verkaufsempfehlung fest. Obwohl Goel für das dritte Quartal mit soliden Zahlen rechnet, sieht er bei den Aktien der grössten Schweizer Bank kaum noch Raum für höhere Kurse. Er gibt deshalb den Papieren der CS den Vorzug.

Im SMIM (SMIM 3'348.12 -0.02%) fallen Gesundheitswerte mit Gewinnen auf. So legten Sonova (SOON 359.60 +0.33%), Straumann (STMN 1'806.50 +1.23%), Tecan (TECN 545.00 +1.11%) oder Galenica (GALE 67.70 +0.52%) zu.

Abschläge verbuchten mit den Aktien von AMS, Logitech (LOGN 81.26 -1.91%) und Temenos (TEMN 115.20 -13.74%) die Technologiewerte. Zum einen habe die Technologiebörse Nasdaq am Vortag nachgegeben. Zum anderen waren AMS und Temenos am Montag stark gestiegen, heisst es als Erklärung.

Ebenfalls auf den Verkaufszetteln standen reisenahe Werte wie Dufry (DUFN 51.50 +1.46%) oder Flughafen Zürich (FHZN 168.30 +0.36%).

Auf den hinteren Reihen stiegen Ascom (ASCN 14.78 -0.14%). Der Kommunikationsausrüster hat einen Auftrag im Wert von mehreren Millionen Dollar für ein Schwesternruf-Projekt in einem Krankenhaus in Macao gewonnen.

Zudem legten Carlo Gavazzi (GAV 255.00 +0.39%) zu. Die Elektrotechnikgruppe erwartet für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2021/22 einen Umsatzanstieg und einen Gewinnsprung.

Stadler Rail (SRAIL 39.94 -0.2%) konnten nicht von einem Auftrag aus Neuseeland profitieren.

Ypsomed (YPSN 152.80 -0.39%) präsentierten sich in einem schwachen Markt stabil. Das Medizintechnikunternehmen bringt mit dem «YpsoMate On» einen Autoinjektor für vorgefüllte Spritzen mit integrierter Anbindung an Smartphones auf den Markt.

Asien im Minus

In Asien waren die Verluste getrieben durch Abgaben in Technologiewerten. Aber auch die Schuldenkrise beim chinesischen Immobilienkonzern Evergrande und Befürchtungen weiterer Eingriffe der Regierung in die Privatwirtschaft belasten weiter. Der Nikkei 225 stand bei –0,9%, der breitere japanische Topix-Index bei –0,7%. In China verliert der Shanghai Composite 1,9%, der CSI 300 1,7%. In Hongkong notierte der Hang Seng 1,8% tiefer. Auch in Korea geht es abwärts. Der Kospi-Index rutscht um 1,4% nach unten. Der von mehreren Bergbaukonzernen gestützte australische All Ordinaries hielt sich mit einem Minus von 0,3% von den grösseren asiatisch-pazifischen Handelsplätzen noch am besten.

Euro stabil über 1.07 Fr.

Der Euro bewegt sich am Dienstag kaum von der Stelle. Derzeit kostet die Gemeinschaftswährung 1.1542 $ und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Zum Franken hält sich der Euro mit 1.0736 Fr. weiterhin wenig verändert über der Marke von 1.07. Auch der Dollar notiert zum Franken stabil bei 0.9300 Fr.

Ölpreis hält hohes Niveau

Der Ölpreis bliebt am Dienstag in der Nähe seines am Vortag markierten mehrjährigen Höchststandes. Aktuell kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent knapp 84 $.

Gold präsentiert sich fest bis freundlich und leicht aufwärts. So liegt die Feinunze bei derzeit 1760 $.

Bitcoin (Bitcoin 61'821.00 +0.59%) hält das Niveau knapp unterhalb des Allzeithochs. Momentan notiert die Cyberdevise bei 57’000 $.