Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse gibt ihre frühen Avancen preis. Lonza und Nestlé gewinnen. Geberit büssen ein.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag etwas leichter geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11110.78 -0.39%) notierte bei Eröffnung noch stabil. Im frühen Handel drehte er ins Plus und legte zu. Doch ab dem Mittag setzten Gewinnmitnahmen ein. Der SMI gab seine Gewinne preis und drehte vor Eröffnung der Wallstreet ins Minus. Vom Tagestief konnte sich der Schweizer Leitindex aber erholen. Die erste vollständige Handelswoche in diesem Jahr hatte der Leitindex am Freitag mit einem Minus von insgesamt 0,6% beendet.

Aus New York kam wenig Schwung für Schweizer Aktien. An der US-Börse lagen die Kurse bei Börsenschluss in Europa jedoch durchweg höher. Der Dow Jones (Dow Jones 28992.41 -0.78%) lag 0,1% im Plus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%) avancierte 0,3%. Der Nasdaq Composite der Technologiebörse stieg 0,5%. Die Aktien des Elektroautopioniers Tesla (TSLA 901 0.18%) verteuerten sich erneut und kosteten erstmals mehr als 500 $. Sie profitierten unter anderem davon, dass die chinesische Regierung in diesem Jahr Elektroautos weiterhin fördern will. Es gebe keine «signifikanten Kürzungen», berichteten Staatsmedien am Wochenende. Zudem hoben mehrere Brokerhäuser ihre Kursziele zum Teil deutlich an.

Zu den wichtigsten Terminen in dieser Woche gehört die Unterzeichnung des Phase-I-Abkommens zwischen den USA und China, die für Mitte der Woche erwartet werde. Ein Händler meinte, dass die Unterzeichnung des Abkommens elementar für den Wirtschaftsausblick sei. Andere waren etwas zurückhaltender und strichen heraus, dass nach wie vor keine Details bekannt seien und es sich damit eben auch nur um ein Teilabkommen handle. Der Zollstreit sei damit nicht grundsätzlich vom Tisch. Zudem seien, nach der jüngsten Rekordjagd an den Börsen, nach der Unterzeichnung zunächst Gewinnmitnahmen und eine erhöhte Volatilität möglich. In den USA werden zudem in dieser Woche zahlreiche Grossbanken Zahlen vorlegen, und auch hierzulande stehen mit Geberit (GEBN 538.4 0.19%), Partners Group (PGHN 956 -0.21%) und Richemont (CFR 72.1 -0.17%) Blue Chips auf der Agenda der Berichtssaison.

Lonza an der SMI-Spitze

Im SMI notierten Lonza (LONN 419.6 -0.19%) fester. Der Basler Pharmazulieferer hatte am Freitagabend mitgeteilt, mit dem US-Unternehmen Indapta Therapeutics eine strategische Partnerschaft einzugehen. Im Plus handelten auch die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 62.01 -0.26%). Zudem legten die zuletzt zurückgebliebenen Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestlé (NESN 109.02 -0.31%) zu.

Die anderen beiden Schwergewichten, den Papieren der Pharmakonzerne Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) und Roche (ROG 345.8 0.04%), schossen tiefer.

Die Titel der Grossbanken UBS (UBSG 12.685 -2.61%) und Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%) gaben einen Teil ihrer Gewinne preis. Sie hatten in der vergangenen Woche mit Aufschlägen von jeweils mehr als 2% zu den grössten Gewinnern gehört.

Die Valoren der Luxusgüterhersteller um Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) und Richemont neigten zur Schwäche.

Geberit wird am Donnerstag Umsatzzahlen 2019 nennen. Die Experten von Barclays (BARC 179.14 -1.18%) gehen in einer aktuellen Studie davon aus, dass sich die europäischen Bauunternehmen im vierten Quartal eher verhalten entwickelt haben dürften.

Tech-Aktien in unterschiedliche Richtungen

Im SMIM (SMIM 2850.26 -0.45%) fielen die Tech-Werte auf. So setzten AMS (AMS 39.59 -1.44%) ihren jüngsten Aufwärtstrend fort. Demgegenüber blieben Logitech (LOGN 41.64 -0.62%) etwas zurück. Derweil konnten Temenos (TEMN 160.45 0.5%) die Gewinne vom Vormittagshandel nicht halten und schlossen tiefer. Händler verwiesen auf einen kritischen Bericht des auf kurzfristige Strategien spezialisierten Hedge-Fonds Shadowfall. Shadowfall lenkt sein Augenmerk auf die Aktien-Transaktionen des Managements seit 2013.

Freundlicher waren Partners Group, die  Gesellschaft gibt an diesem Donnerstag ersten Einblick in ihre jüngste Geschäftsentwicklung.

Bei den Aktien von Julius Bär (BAER 47.91 -0.93%) berichteten Händler von belastenden Umschichtungen in die Aktien von UBS und CS.

In den hinteren Reihen ging es für Vontobel (VONN 72.75 -0.75%) abwärts. UBS hatte zuvor das Rating für die Aktien von «Buy» auf «Neutral» gesenkt. Der Schritt erfolge aus Bewertungsgründen, schrieb der Analyst. Die mittelfristige Profitabilität und die Wachstumsaussichten seien nun angemessen im Aktienkurs reflektiert.

Derweil machten sich Kurszielerhöhungen positiv im Kurs von SoftwareOne (SWON 24.45 -1.01%) bemerkbar. Mit Citigroup (C 76.44 -2.28%) und JPMorgan hatten gleich zwei grosse US-Häuser ihr Kursziel für die Titel angehoben.

ObsEva (OBSV 3.36 0.6%) stiegen klar, nachdem die Gesellschaft mit dem chinesischen Biotech-Unternehmen Yuyuan BioScience Technology ein Lizenzabkommen geschlossen hatte.

Addex (ADXN 1.7 -1.16%) fuhren derweil Achterbahn, nachdem das Biotech-Unternehmen am Morgen seinen Barmittelbestand per Ende 2019 veröffentlicht hatte.

Asien im Plus – Tokio geschlossen

Die Börse in Tokio war wegen eines Feiertages am Montag geschlossen. Die asiatischen Börsen starteten positiv in die Woche, dies in Erwartung eines Handelsabkommens zwischen den USA und China. Der Hang Seng in Hongkong gewann 1%, der Shanghai Composite in China erhöhte sich 0,8%. In Südkorea stieg der Kospi (Kospi 2162.77 -1.74%) 0,8%.

Euro uneinheitlich

Der Euro wies zu Beginn der neuen Woche keine klare Richtung aus. Die gemeinsame Währung der neunzehn Euroländer notierte zum Dollar fester bei 1.1133 $. Derweil handelte sie zum Franken bei 1.0801 Fr. leichter. Der Dollar zeigte sich zum Franken schwächer bei einem Kurs von 0.9702 Fr.

Öl- und Goldpreis leichter 

Der Ölpreis begann die neue Handelswoche mit einem klaren Minus. Damit setzte er die starken Verlusten der Vorwoche fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.44 -1.53%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 64 $. Der Goldpreis notierte ebenfalls tiefer bei 1552 $ pro Feinunze.