Märkte / Aktien

SMI kommt zurück und schliesst stabil

Nestlé lasten auf dem Schweizer Leitindex. CS drehen ins Plus. Zurich gewinnen. Clariant ziehen an. Der Euro schwächelt weiter.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag unverändert geschlossen – und damit im späten Handel seine Verluste komplett abgebaut. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10068.03 0.01%) verlor bei Eröffnung 0,2%. Im weiteren Handel büsste er etwas stärker ein, konnte aber die Marke von 11’000 halten. Am Nachmittag dämmte er seine Verluste etwas ein und arbeitet sich im späten Handel auf den gestrigen Schlussstand. Gestern hatte der Leitindex nach einem ruhigen Handel minimal tiefer (–0,1%) geschlossen, sich aber knapp unter der Marke von 11’100 gehalten.

In New York nutzten Anleger die unsichere Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus dazu, Gewinne mitzunehmen. So lagen die drei wichtigen Wallstreet-Indizes bei Börsenschluss in Europa allesamt im Minus. Sie holten die anfänglichen Verluste aus dem frühen Handel auf und bewegten sich weiter auf Rekordkurs. Der Dow Jones (Dow Jones 27433.48 0.17%) verlor 0,3%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3351.28 0.06%) büsste 0,1% ein. Ein leichtes Minus verzeichnete der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite. Die Titel von Tesla (TSLA 1452.71 -2.48%) verloren, nachdem der Elektroautobauer eine milliardenschwere Kapitalerhöhung angekündigt hatte. Ausserdem muss das Unternehmen wegen technischen Problemen 15’000 Fahrzeuge des Typs Model X zurückrufen.

Nachdem Investoren weltweit zur Wochenmitte noch deutlich erleichtert auf die sinkende Zahl neuer Coronavirusinfektionen reagiert hatten, sorgte eine Veränderung beim Nachweis der Erkrankung für einen sprunghaften Anstieg der Zahlen. So meldete die chinesische Provinz Hubei 242 neue Todesfälle – eine Verdoppelung gegenüber Mittwoch. Unklar ist bislang, wie sich der neue Nachweis auf die Ergebnisse auswirkt und warum die Zahl der Todesopfer so stark gestiegen ist.

Nestlé drückten auf den SMI

Besonders deutlich ging es im Schweizer Leitindex für Nestlé (NESN 107.68 0.26%) abwärts. Dabei war Nahrungsmittelkonzern im Geschäftsjahr 2019 so schnell gewachsen wie seit 2015 nicht mehr. Tierfutter und Kaffee (Kaffee 131.705 0.04%) kurbelten das Wachstum an. Zudem verdiente der Konzern auch mehr. Im laufenden Jahr 2020 soll sich das Wachstum weiter beschleunigen.

Schwächer waren auch die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 192.25 -0.49%) und Richemont (CFR 57.34 0.49%) aufgelegt.

Gewinne waren bei den Titeln der Zurich Insurance (ZURN 343.3 0.26%) auszumachen. Die Gruppe hatte im letzten Jahr weitere betriebliche Fortschritte erzielt und mehr Geld verdient. Davon profitierten auch die beiden anderen Versichereraktien von Swiss Life (SLHN 335.3 0.18%) und Swiss Re (SREN 70.2 -0.23%).

Die Papiere der Credit Suisse (CSGN 9.946 -0.79%) bauten ihr anfänglich klares Minus ab und drehten gegen die Mittagszeit ins Plus. Die Grossbank hatte im vierten Quartal den Gewinn auch dank Sonderfaktoren markant gesteigert. Damit verdiente sie auch im Gesamtjahr deutlich mehr als im Vorjahr. Die Erwartungen lagen aber höher.

Avancen der beiden Pharmavaloren von Novartis (NOVN 75.5 -0.67%), aber vor allem von Roche (ROG 314.2 -0.27%) führten letztlich dazu, dass sich der Leitindex stabilisierte.

Clariant zogen an, Logitech von UBS-Kommentar belastet

Deutlich fielen die Kursgewinne bei Clariant (CLN 17.895 0.03%) aus – und das, obwohl der Spezialchemiekonzern nach einem turbulenten Jahr einen drastischen Gewinnrückgang ausweist.

Temenos (TEMN 138.65 0.47%) schwankten zunächst stark und pendelten zwischen Gewinnen und Verlusten. Im weiteren Handelsverlauf zeigten sich die Aktien fester. Der Bankensoftwarehersteller war im Schlussquartal und auch im Gesamtjahr 2019 zweistellig gewachsen.

Logitech (LOGN 67.54 0.96%) verzeichneten klare Verluste. UBS (UBSG 11.01 -0.63%) senkte das Rating für die Aktien des Computerzubehörherstellers von «Neutral» auf «Sell» und reduzierte das Kursziel von 47 auf 37 Fr. Im Minus lagen auch die Chipvaloren AMS (AMS 16.865 -1.49%).

Flughafen Zürich (FHZN 118.4 0.51%) gaben nach. Das Passagieraufkommen am Flughafen wächst auch im neuen Jahr weiter. Im Januar 2020 flogen 2,15 Mio. Passagiere über den grössten Schweizer Flughafen, das sind 0,7% mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Vontobel (VONN 66.35 0.08%) zeigte sich derweil vorsichtig und senkte das Kursziel für die Aktien von 220 auf 210 Fr. Die Einstufung lautet weiterhin «Buy».

Darüber hinaus gaben in den hinteren Reihen weitere Unternehmen Einblick in ihre jüngste Geschäftsentwicklung:

Leonteq (LEON 35.25 -2.89%) wies für 2019 einen Gewinnrückgang aus, zahlt aber wieder eine Dividende. Die Aktien des Derivatspezialisten legten leicht zu.

Meyer Burger (MBTN 0.1439 -2.11%) büssten markant ein. Der Solarzulieferer verzeichnete eine klare Umsatzeinbusse.

Bell Food (BELL 232 1.31%) schlossen im Plus. Sondereffekte drückten auf die Gewinnzahlen des Fleischverarbeiters.

Valiant (VATN 84.6 -0.59%) Bank steigerte im Geschäftsjahr 2019 den Gewinn.

Verluste in Asien

Die Aktienindizes in Asien notierten am Donnerstag mehrheitlich schwächer. Der Nikkei 225 verlor 0,1%, der breiter gefasste Topix gab 0,3% abDer Hang Seng in Hongkong büsste 0,3% ein, Chinas Leitindex CSI 300 gab 0,6% abDer südkoreanische Kospi fiel um 0,2%, der australische S&P/ASX 200 legte 0,2% zu.

Euroschwäche hielt an

Der Euro bewegte sich am Donnerstag weiter abwärts. Nach den deutlichen Kursverlusten vom Vortag setzte er die Abwärtsbewegung fort. Die Gemeinschaftswährung handelte bei Börsenschluss in Europa zum Dollar bei 1.0848 $. Mit 1.0839 $ war sie auf den tiefsten Stand seit Mai 2017 gefallen. Die Schwäche zum Franken hielt ebenfalls an. Um 17.30 Uhr MEZ ging der Euro zu 1.0614 Fr. um. Unterhalb von 1.0630 Fr. hatte die Gemeinschaftswährung letztmals im Sommer 2015 notiert. Der Dollar legte zur Schweizer Währung leicht zu und notierte bei 0.9784 Fr. Das britische Pfund legte deutlich zu, nachdem Premierminister Boris Johnson sein Regierungsteam umgestellt hatte.

Ölpreis drehte ins Plus

Der Ölpreis setzte seine Erholung der vergangenen beiden Handelstage nach anfänglich deutlichen Verlusten fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 44.64 -1.11%) kostet bei Börsenschluss in Europa gut 56 $. Gold (Gold 2035.35 -1.36%) stieg auf einen Preis von 1575 $ pro Feinunze. Leichter zeigte sich die grösste Kryptowährung Bitcoin (Bitcoin 11582 -1.58%), trotz der Verluste hält sie sich aber über der psychologisch wichtigen Marke von 10’000 $.