Märkte

Schweizer Börse schliesst mit Verlusten

Der SMI beendet auch den zweiten Handelstag der Woche mit Abgaben. Diesmal sind schwache Konjunkturdaten dafür verantwortlich.

(AWP/Reuters/CF) Die Schweizer Börse hat nach dem schwachen Wochenstart ihre Verluste am Dienstag ausgeweitet. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 11'173.57 +0.56%)) schliesst mit Verlusten. Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und ein überraschend kräftiger Preisanstieg in den Vereinigten Staaten verunsicherten die Anleger. Zudem griff die Sorge um eine Verzögerung der Corona-Impfkampagnen um sich, nachdem die US-Gesundheitsbehörden nach Thrombosefällen empfohlen hatten, die Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson (JNJ 168.50 +0.45%) auszusetzen.

Deutliche Kursverluste gab es bei Swiss Re (SREN 87.74 +0.73%) und Zurich Insurance (ZURN 385.70 +1.29%), nachdem Analysten vor hohen Schadenzahlungen für die Versicherungsbranche durch den Wintersturm in Texas und Überschwemmungen in Australien gewarnt hatten.

Credit Suisse (CSGN 9.25 -0.52%) sanken ebenfalls. Nach den milliardenschweren Fehlschlägen rund um Greensill Capital und Archegos Capital sprach sich der Stimmrechtsberater Glass Lewis gegen die Wiederwahl von Andreas Gottschling, dem Vorsitzenden des Risikoausschusses, in den Verwaltungsrat der Grossbank aus.

An die Spitze der Standardwerte setzen sich Givaudan (GIVN 3'884.00 -0.15%). Die Nachfrage nach Produkten für Körperpflege, Gesundheit und Haushalt sorgte bei dem Duft- und Aromenhersteller im ersten Quartal für einen Umsatzschub.

Im breiten Markt sorgten Carlo Gavazzi (GAV 225.00 0%) für Gesprächsstoff. Die Elektronikgruppe hat einen höheren Gewinn in Aussicht gestellt und begründet das mit einem deutlich tieferen Betriebsaufwand. Die Titel steigen klar.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax-Anleger bleiben vorsichtig

In Europa wagten sich die Investoren wie hierzulande vor dem Start der Berichtssaison in den USA keine grossen Sprünge. Allerdings schliessen der Dax (DAX 15'399.65 +1.34%) sowie der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 4'034.25 +0.87%) anders als der SMI im Plus. Für Zuversicht sorgte ein Anstieg der Exporte und Importe der Volksrepublik China von mehr als 30%. Dies deute auf eine rasche Erholung nach der Coronavirus-Krise hin, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi.

Bei den Einzelwerten liessen die vorgelegten Sanierungspläne Anleger beim britischen Industriedienstleister Babcock zugreifen. Der Kurs schnellte um ein Drittel nach oben. Ein Restrukturierungsplan, der auch den Verkauf einzelner Geschäftsbereiche vorsieht, soll das Unternehmen wieder stärken, wie Konzernchef David Lockwood ankündigte.

Grösster Kursgewinner im Dax waren Covestro. Morgan Stanley (MS 87.70 +1%) hat das Kursziel für den Kunststoffhersteller auf 67 von zuvor 60 € hochgestuft.

Ölpreise steigen

Die Ölpreise sind am Dienstag nach Daten zum chinesischen Aussenhandel gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 68.20 -0.07%) kostete zuletzt 63,66 $. Das waren 37 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 64.91 +0.15%)) stieg um 33 Cent auf 60,03 $.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wurden die Ölpreise durch neue Daten zu Chinas Aussenhandel gestützt. Dieser verzeichnete im März ein robustes Wachstum, das die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt kräftig ankurbelt. China zählt zu den grossen Ölimporteuren der Welt.

Dollar schwächt sich ab

Der US-Dollar hat am Dienstag nach der Publikation der höheren US-Inflationszahlen zum Euro wie zum Franken nachgegeben. Am Nachmittag kostete der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.22 -0%) 1,1933 $ nachdem sie am Mittag noch unter 1,19 $ notiert hatte.

Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.90 -0.01%) ist nach den Konjunkturdaten nahe an die Marke von 92 Rappen gesunken, am späten Nachmittag notiert der Dollar aber wieder bei 0,9225 Fr. (Mittag 0,9249 Fr.). Der Euro in Franken (EURCHF 1.09 0%) zeigt sich derweil mit 1,1005 Fr. (Mittag 1,0997) etwas fester.

Bitcoin (Bitcoin 58'121.00 -1.01%) erklimmt derweil neue Rekordhöhen. Die Cyber-Devise verteuert sich um fast 5% auf bis zu 62’771 $. «Das Aufdrehen des Geldhahns der Notenbanken dies- und jenseits des Grossen Teichs wirkt als Katalysator für steigende Bitcoin-Kurse», sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Auch der Börsengang der Krypto-Börse Coinbase sei ein Treiber. «Damit kommen Kryptowährungen auch verstärkt in der Aktienwelt an.»

Leser-Kommentare