Märkte / Aktien

SMI schliesst stabil

Die Schweizer Börse notiert unverändert. Alcon stehen unter Druck. Wallstreet handelt im Plus.

(AWP/Reuters/SPU) Zurückhaltung hat am Mittwoch das Geschehen am Schweizer Aktienmarkt geprägt. Dank Kursgewinnen der drei Marktschwergewichte hielten sich die Abschläge aber in Grenzen. «Das Geschäft verläuft vergleichsweise ruhig», sagte ein Händler. Vor dem Beginn der US-Quartalsbilanzsaison und den Osterfeiertagen sowie angesichts des anhaltenden Ukrainekrieges hielten sich die Anleger zurück. Dazu kämen Inflationsangst und die Folgen der scharfen Lockdowns in China, die die Rezessionsbefürchtungen anheizten. Zudem veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) am morgigen Donnerstag die Zinsentscheidung. Angesichts der galoppierenden Inflation werde auch EZB-Chefin Christine Lagarde auf kurz oder lang nicht an Zinserhöhungen vorbeikommen, hiess es.

Aus New York kam Unterstützung für den hiesigen Markt. Der S&P 500 stand bei Handelsende in Zürich 0,6% im Plus. Der Dow Jones gewann 0,4%. Die Technologiebörse zeigte sich entschlossener. Der Nasdaq Composite handelte 1,5% fester.

Die Marktteilnehmer schauten auch auf die Quartalszahlen der US-Investmentbanken. Den Auftakt der Berichtssaison hat heute JPMorgan gemacht. Zudem gab es Nachrichten von der Inflationsfront. Die Erzeugerpreise in den USA klettern mit Rekordgeschwindigkeit. Sie stiegen im März um 11,2% zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Dies war das grösste Plus, seitdem die Statistiker im November 2010 die Jahreszahlen erfassen. Von Reuters befragte Experten hatten einen Anstieg von 10,6% erwartet, nach revidiert plus 10,3% im Februar. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine sorgt für steigende Preise bei Energie und Rohstoffen sowie für eine allgemein höhere Inflation. Engpässe bei Lieferketten und Corona-Effekte treiben ebenfalls die Kosten.

Schwergewichte fester

Roche und Novartis (NOVN 80.60 +3.03%) stützten den SMI (SMI 10'823.12 +3.54%). Auch Nestlé (NESN 111.64 +2.91%) tendierten aufwärts.

Unter Druck waren Alcon (ALC 66.14 +2.16%). Händler erklärten die Kursverluste zum einen mit Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg seit Anfang März. Zum anderen laste auch ein grösserer Verkaufsauftrag eines US-Fonds auf dem Titel.

Weder Richemont (CFR 102.15 +4.28%) noch Swatch Group (UHR 232.40 +4.68%) konnten sich trotz der guten Zahlen des französischen Konkurrenten und Branchenprimus LVMH (MCp 587.40 +3.78%) positiv in Szene setzen. Ein Händler verwies darauf, dass es Zweifel darüber gebe, ob China wegen der scharfen Lockdowns im laufenden Jahr die Wachstumsziele erreichen könne. Ein schwächelndes China lasse auch keinen Konsumboom erwarten.

Unter den Finanztiteln fielen Partners Group (PGHN 895.00 +3.76%) und die Banken Credit Suisse (CSGN 5.72 +5.15%), UBS (UBSG 16.00 +6.03%) und Julius Bär (BAER 45.26 +5.08%) negativ auf. Nach den Quartalszahlen der Investmentbank JPMorgan weiteten die Bankaktien ihre Verluste aus.

Im Minus schlossen Barry Callebaut (BARN 2'146.00 +1.51%). Der weltgrösste Schokoladekonzern hatte in dem per Ende Februar zu Ende gegangenen ersten Semester deutlich mehr verkauft als im Jahr davor. Umsatz und auch Betriebsgewinn stiegen kräftig. Entsprechend bestätigte das Unternehmen seine Mittelfristziele.

Die Anteile von Adecco (ADEN 33.86 +1.83%) büssten ein. Dies dürfte darauf zurückgehen, dass die Deutsche Bank (DBK 8.92 +4.78%) das Rating von «Buy» auf «Hold» gesenkt hatte.

Verluste verzeichneten auch andere zyklische Werte wie Holcim (HOLN 43.72 +1.86%), AMS Osram (AMS 9.33 +4.10%) und Logitech (LOGN 53.38 +3.73%) sowie Geberit (GEBN 477.00 +4.74%). Konjunktursorgen und die steigenden Zinsen lasteten auf dem Sektor, hiess es.

Basilea (BSLN 37.55 +4.60%) reagierten positiv auf News. Das Biopharmaunternehmen hatte am Krebsfachkongress American Association of Cancer Research (AACR) einen Überblick über seine Forschungspipeline gegeben. Zu drei Kandidaten habe man an der Tagung in den USA vielversprechende Daten vorgestellt, hiess es.

Das Minus bei Bossard (BOSN 189.60 +2.49%) erklärte sich mit dem Dividendenabgang von 5.10 Fr.

Höher standen Carlo Gavazzi (GAV 287.00 +0.35%). Die Elektrotechnikgruppe hatte ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2021/22 erneut aktualisiert und erwartet nun ein noch besseres Ergebnis.

Asiens Börsen überwiegend fester

In Asien legten die Börsen am Dienstag meist deutlich zu. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 1,9% und der breiter gefasste Topix 1,4%. Der Hongkonger Hang Seng gewann 0,4%, wogegen der CSI 300 auf dem chinesischen Festland 0,4% verlor. Der koreanische Kospi kletterte 1,9% hinauf. In Taiwan stieg der TWSE 1,8%.

Euro legte klar zu – zeitweise unter 1.01 Fr.

Der Euro bewegte sich am Mittwoch aufwärts. Um 17.30 Uhr MEZ kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.0858 $ und damit mehr als am Vorabend. Zwischenzeitlich war sie bis auf 1.0812 $ gefallen und hatte sich dadurch dem Tief von Anfang März bei 1.0806 $ genähert. Zum Franken fiel sie zeitweise unter die Marke von 1.01 Fr. Dann erhole sie sich wieder. Der Kurs lautet 1.0150 Fr. Der Dollar tendierte zum Franken fester mit 0.9350 Fr.

Ölpreis klar im Plus

Der Ölpreis legte am Mittwoch auf erhöhtem Niveau etwas weiter zu. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 105 $.

Gold tendierte aufwärts bei 1977 $ pro Feinunze.

Bitcoin rutschte nach den jüngsten Verlusten am Mittwoch zeitweise unter die Marke von 40’000 $. Am Abend lag die Cyberdevise aber wieder im Plus bei rund 41’000 $.