Märkte / Aktien

SMI beendet Mittwoch mit Verlusten

Die Sorge um eine zweite Infektionswelle drückte die Schweizer Börse am Mittwoch in negatives Terrain.

(AWP) Der Schweizer Aktienmarkt stand am Mittwoch unter Druck. Nachdem Mahner in den vergangenen Wochen mit Blick auf die sich trotz anhaltender Corona-Sorgen erholenden Aktienkurse oft von einem gewissen Realitätsverlust an den Börsen gewarnt hatten, schienen sich die Investoren für den Moment mit den Tatsachen etwas realistischer auseinanderzusetzen.

Auslöser der Baisse waren etwa Expertenaussagen wie jene des medizinischen Beraters des Weissen Hauses, Anthony Fauci, der vor einer zu schnellen Aufhebung der Sicherheitsmassnahmen warnte. Und auch andere Experten warnen vor einer zweiten Corona-Welle, sollten die Massnahmen gegen das Virus zu rasch gelockert werden. Zudem belastete das Wiederaufflammen des US-chinesischen Handelsstreits, meinten Händler.

Der SMI (SMI 9926.03 2.16%) schloss 1,05% tiefer auf 9’631,62 Punkten, das Tagestief wurde im frühen Geschäft bei 9’621 Zähler gesetzt. Der SLI, in dem die wichtigsten 30 Aktien enthalten sind, fiel um 1,4% auf 1’398,2 und der SPI (SXGE 12330.08 2.14%) um 0,97% auf 12’0006,18 Zähler.

Einer der wenigen Gewinner war Alcon (ALC 61.04 4.16%). Als einer der letzten Blue Chips hatet die ehemalige Novartis-Tochter am Dienstagabend nach Börsenschluss besser als erwartet ausgefallene Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt (die Analyse von Arno Schmocker finden Sie hier).

Unternehmensnews führten zu Abgaben 

Das andere Extrem stellten die ohnehin recht volatilen AMS (AMS 15.185 4.76%) dar, die einbrachen. Der Sensorenhersteller hatte am Vorabend mitgeteilt, das bedingte Kapital um rund 10% erhöhen zu wollen, um die Schuldenlast wegen der milliardenschweren Übernahme von Osram (OSR 39.11 0.2%) zu erleichtern (lesen Sie hier mehr). Die Papiere von SoftwareOne standen nach dem Verkauf von Aktienanteilen durch die Grossaktionäre stark unter Druck (mehr dazu hier).

Nestlé (NESN 102.84 1.5%) konnten sich dem schwachen Gesamtmarkt nicht entziehen. Dass die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns aus Vevey ihre defensiven Qualitäten nicht ausspielen konnten, erklärten sich Beobachter mit dem Verzicht L’Oréals auf die ursprünglich geplante Dividendenerhöhung. Nestlé ist mit 23% am französischen Kosmetikhersteller beteiligt.

Auch die Aktien Flughafen Zürich (FHZN 130.4 0.62%) standen überdurchschnittlich unter Druck. Grund war die Antizipation der Veröffentlichung der Flugverkehrsstatistik nach Börsenschluss. Die Sorgen waren berechtigt: Das  Passagieraufkommen im April ist im Vergleich zum Vorjahr um 99% eingebrochen.

Leser-Kommentare