Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp im Plus

Die Schweizer Börse tendiert nach einer Verlustwoche aufwärts, baut aber grössere Gewinne ab. Zykliker sind gesucht. Der Dollar kostet 92 Rappen.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist fester in die neue Handelswoche gestartet. Der Leitindex SMI (SMI 11'817.20 -1.02%) legte bei Eröffnung 0,2% zu und arbeitete sich im weiteren Handelsverlauf über die Marke von 12’100. Zwar fiel er am Nachmittag wieder darunter, hielt sich aber im Plus. Damit machte er zumindest einen kleinen Teil der in der Vorwoche erlittenen Verluste wett. Konjunktursorgen sowie die Befürchtung einer geldpolitischen Straffung und die Ausbreitung der Deltavariante hatten in der vergangenen Woche die Stimmung der Anleger belastet. Auch beim Blick nach vorne sind sich Experten einig, dass es in den kommenden Wochen je nach den Themen des Tages an den Märkten eher volatil bleiben dürfte.

Gerade für den Schweizer Aktienmarkt dürfte die aktuelle Woche denn zudem eine Bewährungsprobe darstellen. Immerhin habe der SMI mittlerweile doch seit gut zehn Monaten keinen Rücksetzer um 5% oder mehr von den jeweiligen Höchstständen aus erfahren, hiess es im Handel. Das Minus von 2,4% in der Vorwoche habe daher einige Akteure etwas aufgeschreckt. Ansonsten müssten sich Investoren auch weiterhin mit den Belastungsfaktoren der letzten Wochen befassen wie den wirtschaftlichen Auswirkungen der Deltavariante des Coronavirus, der höheren Produzentenpreisindexinflation in den USA als erwartet und der Sorge um ein hartes Durchgreifen der Regierung in Peking bei der Regulierung.

In New York fehlten den Aktienmärkten bei Handelsende in Zürich eine einheitliche Richtung, obwohl die drei grossen Wallstreet-Indizes klar fester eröffnet hatten. So stieg der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) lediglich 0,1%. Der Dow Jones (Dow Jones 34'798.00 +0.1%) avancierte sogar 0,8%. Ein Minus von 0,3% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

Holcim (HOLN 45.51 -0.7%) gesucht

Viele SMI-Werte schlossen im Plus. Fester präsentierten sich vor allem zyklische Aktien wie Holcim, Sika (SIKA 321.90 -1.65%) oder Geberit (GEBN 722.80 -2.4%). Vergangenen Freitag hatte der Baustoffkonzern Holcim mitgeteilt, seine Geschäfte in Brasilien mit einem Wert von 1,025 Mrd. $ zu verkaufen. Mit dem Geld will er den Verschuldungsgrad «deutlich» reduzieren und in Wachstum investieren.

Im Einklang mit dem europäischen Branchentrend waren zudem Finanztitel gefragt. So gewannen Swiss Re (SREN 80.30 -0.15%), Swiss Life (SLHN 471.40 -0.02%), Zurich Insurance (ZURN 385.10 -0.8%) sowie die Bankvaloren UBS (UBSG 14.72 +0.55%), Julius Bär (BAER 60.88 -0.1%) und Credit Suisse (CSGN 9.19 +0.92%). Zum Wochenschluss noch hatten sie zu den Verlierern gehört. Laut FT-Bericht ergreift António Horta-Osório, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, die Zügel bei der krisengeschüttelten Bank immer fester.

Novartis (NOVN 76.96 -0.45%) gewannen leicht. Der Pharmakonzern kommt einerseits mit seiner geplanten US-Zulassung für die Krebstherapie Tislelizumab einen Schritt weiter, nachdem die FDA den Antrag angenommen hat. Zum andern hat er in der Schweiz grünes Licht für den Cholesterinsenker Leqvio erhalten.

Dass der Markt nicht noch stärker gewinnt, lag vor allem an den Schwergewichten. Neben Novartis hinken Nestlé (NESN 113.44 -1.37%) hinterher. Roch belasteten den Markt erneut. Gerade die beiden Pharmaschwergewichte waren in der Vorwoche bereits massgeblich für die Verluste verantwortlich gewesen. Spekulationen um stärker regulierte US-Medikamentenpreise hatten hier verunsichert.

Helvetia (HELN 100.40 -0.3%) dank guter Zahlen im Plus

Im SMIM (SMIM 3'444.63 -1.14%) zogen die Aktien des Versicherers Helvetia nach Zahlen an. Die Gruppe hat im ersten Halbjahr wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Auf der anderen Seite standen Tech-Werte. Sowohl Logitech (LOGN 91.64 -1.14%) als auch Temenos (TEMN 130.50 -1.1%) büssten ein. AMS schlugen sich etwas besser.

Orell Füssli (OFN 92.00 -0.86%) fielen mit einem Gewinn auf. Die Traditionsgesellschaft übernimmt die Mehrheit am Technologieunternehmen Procivis und stärkt damit ihre Position bei digitalen Identitäts- und Zertifikatlösungen.

Die Aktien des Pharmaauftragsfertiger Bachem (BANB 792.00 -1.61%) konnten nicht von einer Kurszielerhöhung durch CS profitieren. Konkurrentin PolyPeptide (PPGN 130.80 -0.46%) litten derweil stark unter einer Abstufung durch CS.

Abgaben verzeichneten Relief Therapeutics (RLF 0.13 -4.44%), nachdem das Biotech-Unternehmen ein Update zu seinem Kandidaten RLF-100 gegeben hatte.

Zurückhaltung in Asien – Hang Seng (Hang Seng 24'192.16 -1.3%) klar tiefer

Für die asiatischen Anleger war am Montag eine mögliche Wende in der Geldpolitik zentral. Die Investoren übten sich in Zurückhaltung angesichts wichtiger Wirtschaftsdaten aus den USA und China sowie der Vorstellung des neuen iPhone von Apple (AAPL 146.92 +0.06%). In Japan gewann der Nikkei 225 0,2%, ebenso drehte der marktbreite Topix in Plus und schloss 0,3% höher. Der chinesische Shanghai Composite avancierte 0,2%, während der CSI 300 0,7% verlor. Der Hang Seng in Hongkong gab 2% ab. Und in Südkorea handelte der Kospi mit einem Aufschlag von 0,1%.

Dollar über 92 Rp.

Der Euro begann die neue Handelswoche uneinheitlich. Zum Dollar fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise klar unter 1.18 $ und damit auf den tiefsten Stand seit etwa zwei Wochen. Bei Börsenschluss lag er bei 1.1807 $. Zum Franken zog der Dollar  an. Um 17.30 Uhr MESZ kostete der Greenback 0.9214 Fr., nach 0.9178 Fr. am späten Freitagabend. Der Euro zeigte sich zur Schweizer Währung bei einem Stand von 1.0877 Fr. fester.

Ölpreis fester

Der Ölpreis startete am Montag mit leichten Aufschlägen in die Handelswoche. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 78.01 +0.94%) rund 73.50 $. Anhaltende Produktionsausfälle nach dem Hurrikan «Ida» im Golf von Mexiko trieben den Kurs an.

Gold (Gold 1'750.45 +0.45%) stieg, verharrte aber mit einem Preis von 1795 $ pro Feinunze unter der 1800-Marke.

Bitcoin (Bitcoin 43'350.00 +1.41%) verlor nach einem stabilen Wochenende am Montag und notierte bei rund 44’000 $.

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