Märkte / Aktien

SMI schliesst unter der 8800-Punkte-Marke

Die Schweizer Börse verliert zu Beginn der neuen Handelswoche, erholt sich aber vom Tagestief. Sonova ziehen an. Wallstreet notiert leichter.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart ein klares Minus eingefahren. Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 8990.13 0.85%) eröffnete 0,6% tiefer und fiel somit bei Handelsbeginn unter die Schwelle von 8800 Punkten. Nach zwischenzeitlich deutlichen Verlusten dämmte der SMI sein Minus um weiteren Handelsverlauf etwas ein. In der Vorwoche hatte der SMI um 2,6% zugelegt und in der Woche davor schon um 2,1%. Den Investoren hätten vor allem enttäuschende Aussenhandelszahlen aus China aufs Gemüt geschlagen, meinten Händler. Sie seien ein weiterer Beleg dafür, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China der Weltwirtschaft nun immer grösseren Schaden zufüge.

Auch an Wallstreet zeigten die Kurstafel Rot. Alle drei vielbeachteten Indizes in New York büssten zum Wochenauftakt ein. Der Dow Jones (Dow Jones 24370.1 0.67%) verlor bei Börsenschluss in Europa 0,4%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2635.96 0.76%) gab 0,5% nach. Und der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite rutschte 0,6% ab.

Geberit angeschlagen

Grössere Verluste bei den Schweizer Blue Chips verzeichneten Geberit (GEBN 381 1.22%), da die UBS-Analysten neuerdings zum Verkauf der Papiere raten. Das Unternehmen wird am Donnerstag Umsatzzahlen vorlegen. Zudem büssten Lonza (LONN 276.6 -0.04%) klar ein.

Die Luxusgüterpapiere von Richemont (CFR 68.44 1.97%) und Swatch Group (UHR 306.5 1.66%) entwickelten sich unterschiedlich. Ein anfänglicher Belastungsfaktor war hier die schwachen Aussenhandelszahlen aus China, das ein Schlüsselmarkt für beide Unternehmen ist.

Swisscom (SCMN 486.2 -0.39%) notierten leichter.  HSBC (HSBA 645.9 1.16%) stufte das Rating für die Aktien des Telecomkonzerns im Rahmen einer Branchenstudie von «Hold» auf «Buy» hoch und erhöhte das Kursziel von 500 auf 530 Fr.

Julius Bär (BAER 40.57 1.86%) büssten ein. Beim Vermögensverwalter geht die Ära von Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter zu Ende. Sein Nachfolger soll SIX-Präsident Romeo Lacher werden. Auch die anderen Bankaktien um UBS (UBSG 13.51 1.81%) und Credit Suisse (CSGN 12.18 1.67%) verloren.

Belastet wurde der Gesamtmarkt auch von den Verlusten beim Schwergewicht Novartis (NOVN 88.58 0.64%). Die beiden anderen Top-drei-Titel Nestlé (NESN 84.04 0.12%) und Roche (ROG 258.6 0.56%) verloren etwas weniger.

Im Plus schlossen LafargeHolcim (LHN 47.02 1.29%). Ausserdem schlugen sich die Versicherertitel um Swiss Re (SREN 94.48 0.96%) und Swiss Life (SLHN 415.2 0.44%) besser als der Gesamtmarkt.

Sonova gegen den Trend

Im SMIM (SMIM 2278.961 0.97%) stiegen Sonova (SOON 179.8 -0.22%) dank einer Ratingerhöhung. UBS stufte das Rating für die Titel des Hörsystemspezialisten von «Neutral» auf «Buy» hoch und erhöhte das Kursziel von 160 auf 190 Fr.

Im grünen Bereich handelten auch AMS (AMS 23.88 -0.5%). Die Titel des Konkurrenten Dialog Semiconductor machten eine Kehrtwende und gewannen nach anfänglichen Verlusten. Der Umsatz des deutsch-britischen Unternehmens war am unteren Ende der Prognosen zu liegen gekommen.

Temenos (TEMN 129.5 1.73%) gaben trotz der Meldung über eine Kooperation von Bloomberg nach. Ausserdem schlossen Aryzta (ARYN 1.1945 -1.57%) sowie Kühne  + Nagel im Minus.

Asien schwächer

In Tokio war die Börse heute wegen eines Feiertags geschlossen. Doch die anderen asiatischen Aktienmärkte begannen die neue Woche mehrheitlich mit Abgaben. Der Hang Seng (–1,6%) in Hongkong und der chinesische Festlandindex Shanghai Composite (–1,6%) gaben beide Terrain preis. Auch der Kospi (–0,6%) in Seoul und viele andere Börsen, darunter die in Indien, Taiwan und Singapur, präsentierten sich rot.

Der Grund war eine überraschend starke Kontraktion der chinesischen Exporte. Sie deutet an, dass sich die Probleme in der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft mehren. Das wiederum weckt Befürchtungen, wonach sich das Weltwirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne mehr abschwächen könnten als bislang angenommen.

Dollar schwächer

Der Euro startete vergleichsweise ruhig in die neue Handelswoche. Die Gemeinschaftswährung kostete zur US-Währung etwas mehr und notierte um 17.30 Uhr MEZ bei 1.1471 $. Zum Franken büsste der Euro ein. Der Kurs lautete 1.1253 Fr. Der Dollar handelte zum Franken tiefer bei 0.9809 Fr.

Ölpreis tiefer

Der Ölpreis ging mit Verlusten in die neue Handelswoche. Am Markt wurden schwache Handelszahlen aus China als Grund genannt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 61.54 0.49%) kostete bei Börsenschluss in Europa 60 $. Der Goldpreis notierte fester bei 1290 $ pro Feinunze.

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