Märkte / Aktien

SMI schliesst im Plus

Die Schweizer Börse erholte sich von den Anfangsverlusten. Im breiten Markt kam es zu grösseren Bewegungen.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt beendete den Dienstag im Vergleich zum Vortag leicht höher. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11110.78 -0.39%) schloss bei 10’655.82 Punkten. Der breiter gefasste SPI (SXGE 13400.18 -0.39%) bei 12’879,21 Punkten und der SMIM (SMIM 2850.26 -0.45%) ging mit 2812.136 Punkten aus dem Handel.

Der Swiss Market Index SMI stand bei Eröffnung minimal tiefer. Im frühen Handel weitete er seine Kursverluste aus und fiel unter 10’550. Der Leitindex erholte sich jedoch von seinem Tagestief. Kurz vor dem Mittag erreichte er den gestrigen Schlusskurs, drehte dann aber wieder deutlicher in die Verlustzone. Am Nachmittag arbeitete sich der SMI dann in die Gewinnzone.

In den USA legten die Anleger am Tag vor der geplanten Unterzeichnung eines ersten Teilabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und China eine Pause ein. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte handelte am Dienstag zum Zeitpunkt des Handelsschlusses in Zürich 0,3% fester.. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%) verlor 0,1%, der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite bewegte sich seitwärts. Die erste Phase eines Handelsabkommens zwischen den beiden Staaten soll am Mittwoch unterzeichnet werden. Damit soll der seit 18 Monaten währende Handelskonflikt beigelegt werden, der die Wirtschaft weltweit bremst.

Für Gesprächsstoff sorgten vor allem erste Geschäftszahlen. Hierzulande haben zunächst Unternehmen aus den hinteren Reihen ersten Einblick in den Geschäftsverlauf gewährt, in den USA gewährten mit JPMorgan, Wells Fargo und der Citigroup drei Grossbanken einen Blick in ihre Bücher. Die Aktien der Schweizer Grossbanken UBS (UBSG 12.685 -2.61%) und Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%) reagierten positiv.

Im SMI arbeiteten sich die zyklischen Titel wie Sika (SIKA 196.55 4.69%), Geberit (GEBN 538.4 0.19%) und LafargeHolcim (LHN 48.66 -0.86%) ins Plus. Leichte Kurszielsenkungen und «Sell»-Empfehlungen der UBS wirkten sich kaum auf die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) und Richemont (CFR 72.1 -0.17%) aus.

Bei Alcon (ALC 62.01 -0.26%) sprachen Marktteilnehmer von einer tendenziellen Aufhellung, nachdem die Papiere zuletzt etwas ins Hintertreffen geraten waren. Vor allem ausländische Banken seien den Titeln gegenüber recht freundlich gestimmt, begründen Börsianer, warum die Valoren heute besser als der Markt handelten.

ABB (ABBN 23.51 -1.63%) verloren, obwohl Citigroup (C 76.44 -2.28%) das Kursziel für die Valoren des Industriekonzerns von 26 auf 27 Fr. erhöhte und die Einstufung auf «Buy» belässt. Gebremst wurden sie von einer Abstufung durch das skandinavische Analysehaus ABG Sundal Collier von «Hold» auf «Sell».

Dass der Markt im Tagesverlauf seine Verluste abbauen konnte, lag massgeblich daran, dass sich die Schwergewichte Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) und Nestlé (NESN 109.02 -0.31%) erholten. Roche (ROG 345.8 0.04%) belasteten den SMI auch zu Handelsschluss, wiesen aber geringere Verluste aus als im frühen Handel.

Tech-Werte mehrheitlich im Minus

Zahlen vorgelegt hatte Lindt & Sprüngli (LISN 92800 -0.75%), die Aktien reagierten freundlich. Der Schokoladenhersteller hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2019 erneut mehr Lindor-Kugeln, Schokoladentafeln und Pralinés verkauft. Aus eigener Kraft wuchs er mit 6,1%, was etwas besser ist als von Analysten erwartet.

AMS (AMS 39.59 -1.44%) schwankten stark. Nachdem die Titel der Österreicher im frühen Handel noch von den Zahlen von Dialog Semiconductor (DLG 37.7 -1.77%) angeschoben wurden, drehten sie am Nachmittag ins Minus. Der deutsch-britische Chipentwickler hatte für das vergangene Quartal einen Umsatz von rund 381 Mio. $ bekanntgegeben. Damit lag der Apple-Zulieferer zwar deutlich unter dem Wert vor Jahresfrist von 431 Mio. $. Er übertraf aber zugleich den Mittelwert der im November veröffentlichten Zielspanne von 350 bis 390 Mio. $.

Schwächer waren dagegen Logitech (LOGN 41.64 -0.62%) aufgelegt. JPMorgan senkte das Rating für die Titel aus Bewertungsgründen von «Overweight» auf «Neutral». Das Kursziel bleibt allerdings auf 48 $.

Klar im Minus notierten erneut Temenos (TEMN 160.45 0.5%). Die Aktien des Westschweizer Herstellers von Bankensoftware büssten gestern bereits nach einem kritischen Bericht des Hedge Fund Shadowfall ein.

Die Valoren Flughafen Zürich (FHZN 170.2 -1.45%) waren nach der Publikation der Passagierzahlen für 2019 gesucht. Analysten hoben dabei insbesondere die positive Entwicklung des Kommerzumsatzes hervor.

OC Oerlikon (OERL 10.23 -1.92%) konnten sich behaupten.  Der Technologiekonzern hat D-Coat GmbH erworben, einen führenden deutschen Anbieter von Diamantbeschichtungstechnologien. Die Akquisition erweitere das Portfolio von Oerlikon Balzers im Bereich Oberflächenbehandlungen, hiess es von Oerlikon.

Bossard unter Druck

Bossard (BOSN 142.2 -0.42%) gaben markant nach. Der Verbindungstechnikspezialist hatte mit seinen Zahlen eher am unteren Ende der Analystenerwartungen abgeschnitten.

BKW (BKW 90.2 -0.77%) waren stark gefragt. Der Energiekonzern erwartet einen deutlich höheren Gewinn für das vergangene Geschäftsjahr.

Ascom (ASCN 9.55 -4.5%) notierten im Plus. Das Technologieunternehmen hatte einen Auftrag in Finnland gewonnen. Der Universitätsklinik Turku wird demnach in den nächsten zwei Jahren für rund 1,5 Mio. Fr. eine breite Palette an Produkten geliefert.

Aryzta (ARYN 0.9272 -4.27%) will die Probleme im nordamerikanischen Markt mit einer neuen Führung angehen. Der Aktienkurs des Backwarenherstellers beschloss den Handelstag im Minus.

GAM (GAM 3.65 4.46%) legten auf tiefem Niveau zu.  Der Vermögensverwalter konsolidiert seine externen Front- und Middle-Office-Systeme.

Euro unter 1.08 Fr.

Der Euro zeigte sich am Dienstag schwächer. Die gemeinsame Währung der neunzehn Euroländer fiel zum Franken unter die Marke von 1.08 und notierte zum Handelsende der Schweizer Börse bei 1.0769 Fr. Zeitweise war der Euro auf den tiefsten Stand seit April 2017 gefallen. Auch zur US-Währung legte der Franken zu. So konnte sich der Dollar mit zuletzt 0.9682 Fr. nicht über der Marke von 97 Rp. halten. Zum Dollar gab der Euro bei einem Preis von 1.1125 $ leicht nach.

Goldpreis etwas tiefer

Der wachsende Konjunkturoptimismus angesichts der Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China machte Gold (Gold 1643.32 1.34%) unattraktiver. Das Edelmetall verbilligt sich, kommt aber vom Tagestief zurück. Die Feinunze kostet derzeit 1542.90 $. Der Ölpreis festigte sich nach anfänglichen Einbussen. Händler sprachen jedoch von fehlenden Impulsen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.44 -1.53%) kostete gut 64 $.

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