Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp unter 9500

Die Schweizer Börse avanciert markant. Im Leitindex sind nur Gewinner zu finden – im breiten Markt kommt es derweil zu deutlichen Abgaben. Der Goldpreis verliert.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat ihren Anstieg am Donnerstag mit klaren Avancen fortgesetzt. Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 9571.22 -0.26%) eröffnete 0,2% höher und stieg im frühen Handel deutlich. Gegen Mittag schaltete er einen Gang zurück und baute seine Gewinne etwas ab. Am Nachmittag war das Plus dann wieder deutlicher. Kurz vor Handelsschluss erreichte er beinahe die Marke von 9500.

Getragen wurde der Anstieg von den Avancen der Marktschwergewichte. Zudem sorgten Transaktionen im Zusammenhang mit dem Verfall von Derivaten für Unterstützung. Händler warnten jedoch vor zu grossem Optimismus. Nach wie vor veranlasse die Brexit-Thematik die Marktteilnehmer zu vorsichtigem Verhalten. Nachdem sich das britische Parlament am Mittwochabend grundsätzlich gegen einen EU-Ausstieg ohne Austrittsabkommen ausgesprochen hatte, folgt am Donnerstagabend die nächste Abstimmung. Diesmal geht es um die Frage, ob der für Ende März geplante Brexit verschoben werden soll.

In New York halten sich die Anleger derweil bedeckt. Alle drei grossen Wallstreet-Indizes legten bei Börsenschluss in Europa nur minimal zu. Der Dow Jones (Dow Jones 26559.54 0.42%) gewann 0,1%. Der S&P 500 (SP500 2905.03 0.16%) gab 0,1% ab, und der Nasdaq Composite handelte ebenfalls 0,1% fester.

Geberit an der Spitze

Der SMI stieg vor allem dank der Avancen der Indexschwergewichte. So avancierten die Aktien von Nestlé (NESN 95.85 0.8%). Die Pharmatitel zeigten sich ebenfalls erstarkt. Bei Novartis (NOVN 77.03 -2.17%) kommt es zu einer Veränderung in der Geschäftsleitung, Sandoz-CEO Richard Francis tritt zurück.

Roche (ROG 263.4 -1.09%) hatte von der EU-Kommission die Genehmigung für die prophylaktische Anwendung des Wirkstoffs Hemlibra zur Behandlung von Menschen mit schwerer Bluterkrankheit (Hämophilie) erhalten.

Gefragt waren zudem Geberit (GEBN 421.3 0.48%), die Aktien des Sanitärtechnikers setzten sich an die Spitze des SMI. Auch die Bankaktien präsentierten sich freundlich. So avancierten Credit Suisse (CSGN 13.68 0%), UBS (UBSG 13.44 0.6%) und Julius Bär (BAER 48.02 2.08%). UBS hatte einen Rechtsstreit in Hongkong beigelegt und zahlt umgerechnet 48 Mio. $.

Auf der Verliererseite waren bei Eröffnung die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 318.8 -0.78%) und Richemont (CFR 76.04 0.37%) zu finden, doch sie drehten bereits im frühen Handel ins Plus.

Vifor zogen an

Gefragt waren im SMIM (SMIM 2549.951 0.55%) die Valoren von Vifor Pharma (VIFN 132.3 -1.34%), nachdem das Unternehmen mit den Zahlen für 2018 seine eigenen Erwartungen übertroffen hatte.

Dufry (DUFN 104.3 0.1%) schlossen nach einem verhaltenen Start klar fester. Der Reisedetailhändler hatte sein Wachstum im vierten Quartal 2018 wieder beschleunigen können.

Dagegen setzten Schindler (SCHP 220.2 0.23%) den Abwärtstrend fort. SocGen hatte den Titel des Rolltreppen- und Liftherstellers von «Buy» auf «Hold» herabgestuft.

AMS (AMS 35.01 -0.99%) zeigten sich unentschlossen und wie gewohnt volatil. Händler erwähnten eine Studie von Longbow Research zum US-Grosskunden Apple (AAPL 203.86 0.36%). Demnach sei es im Februar zu einer weiteren Nachfrageverschlechterung für die neueren iPhone-Modelle gekommen.

Komax stürzten ab

Dagegen kam es im breiteren Markt zu grösseren Kursbewegungen. Vor allem die Aktien von Komax (KOMN 235 -1.51%) fielen negativ auf, sie brachen ein. Der Kabelmaschinenhersteller geriet nach der Publikation des Jahresergebnisses und einer schwachen Prognose unter Druck. Er rechnet nach einer Gewinnsteigerung 2018 für das erste Halbjahr 2019 mit einem Umsatzrückgang und einem «markant tieferen Ergebnis».

Für die Titel von Comet (COTN 102.5 1.69%) ging es nach unten. Die Technologiefirma hatte vor der Bilanzpressekonferenz auf eine konkrete Prognose für 2019 verzichtet. Die Visibilität im Halbleitermarkt sei für alle Marktteilnehmer weiterhin sehr gering, hiess es. Deshalb sei vorläufig keine Gesamtaussage zum Geschäftsjahr 2019 der Gruppe möglich.

Dagegen schossen Cicor nach oben. Die Industriegruppe hatte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zweistellig zugelegt und schüttet erneut eine Dividende aus.

Verluste in Asien

Die asiatischen Börsen tendierten mehrheitlich schwächer. Der japanische Nikkei 225 notierte unverändert, der breiter gefasste Topix verlor 0,2%. In Korea gewann der Leitindex Kospi 0,3%.

In China belasteten enttäuschende Daten aus der Industrie die Aktienmärkte. Das Produktionswachstum ist Anfang Jahr auf den tiefsten Stand seit 2002 gefallen. Der Index CSI 300, der die 300 wichtigsten in Schanghai und Shenzhen gehandelten Aktien umfasst, gab 1,2% nach. Der Shenzhen Composite fiel gar 2,6%, und der Index in Schanghai büsste 1,8% ein. In Hongkong notierte der Hang Seng 0,1% tiefer.

Stärkerer Dollar

Der Euro gab nach. Am Markt wurde dies mit dem stärkeren Dollar erklärt. Der Euro kostete zum Greenback bei Börsenschluss in Europa 1.1306 $. Der Dollar legte zur Schweizer Valuta leicht auf 1.0042 Fr. zu. Gegenüber dem Franken tendierte der Euro leichter mit 1.1355 Fr.

Goldpreis klar tiefer

Der Ölpreis verlor und entfernte sich etwas vom höchsten Stand seit November, der gestern markiert worden war. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 71.98 0.39%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 67 $. Der Goldpreis büsste klar ein und lag wieder unter der Marke von 1300 $ bei 1294 $ pro Feinunze des Edelmetalls.

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