Märkte / Aktien

Gewinnmitnahmen belasten Schweizer Börse

Die Kauflust der Anleger war am Dienstag gedämpft. Der SMI schliesst mit Abgaben. Swatch Group beenden den Handelstag trotz roten Zahlen im Plus und die Grossbanken haben überzeugt.

(AWP/CF) An der Schweizer Börse haben am Dienstag rote Vorzeichen dominiert. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 10163.6 -0.94%)) schliesst im Minus. Nach den jüngsten Kursanstiegen und bevor die Bilanzsaison so richtig losgehe, schritten die Anleger zu Gewinnmitnahmen, sagen Händler. Schon am Vortag hatte sich eine negative Tendenz an den US-Märkten abgezeichnet, als die Wortwahl zwischen den USA und China wieder etwas gehässiger geworden war. Im Verlauf werden die Einbussen aber wieder etwas eingegrenzt.

Im Fokus sind Swatch Group (UHR 202.6 -0.54%) gestanden. Der Uhrenkonzern hat im ersten Halbjahr wegen der Coronakrise zwar tiefrote Zahlen geschrieben. Swatch Group erwartet aber eine starke Erholung in der zweiten Jahreshälfte. So soll das Gesamtjahr wieder einen positiven Ebit bringen. die Schätzungen der Analysten liegen zum Teil weit auseinander. «Es scheint, als ob die Analysten wegen Corona vor grösseren Herausforderungen stehen», sagt ein Marktbeobachter (lesen Sie hier mehr).

Die Valoren von Rivale Richemont (CFR 59.9 -0.23%) haben dagegen deutlich nachgegeben. Richemont wird am Donnerstag über den Geschäftsgang informieren. Analysten gehen ebenfalls von einem deutlichen Umsatzrückgang aus.

Unter Druck sind zudem Partners Group (PGHN 905 -0.48%) gestanden. Der auf alternative Anlagen spezialisierte Asset Manager hat die verwalteten Vermögen im ersten Halbjahr trotz Coronakrise gesteigert, aber deutlich weniger stark als üblicherweise. Zudem fällt die Prognose für das Gesamtjahr wegen der Covid-19-Pandemie tiefer aus (lesen Sie hier mehr).

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (CSGN 10.43 -0.33%) und UBS (UBSG 11.215 -1.1%) haben sich am Dienstagnachmittag von ihrer besten Seite gezeigt und den Handelstag mit Avancen von über 1% abgeschlossen. Händler verweisen auf die weniger schlecht als befürchtet ausgefallenen Ergebnisse der US-Konkurrenten JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo.

Technologiewerte fallen

Die grössten Abschläge haben Logitech (LOGN 67 -1.85%) verbucht. Händler begründen es mit der Performance an der US-Technologiebörse, die am Vortag nach einem neuen Rekord wegen Gewinnmitnahmen deutlich nachgegeben hat. Logitech zählen mit einem Plus im laufenden Jahr von noch 35% zu den Aktien, die am besten gelaufen sind. Im Sog der Technologiewerte sind zudem Temenos (TEMN 136.35 -2.19%) und AMS (AMS 16.255 -4.07%) gefallen.

Am Tabellenende haben sich die Genussscheine von Roche (ROG 310.7 -1.49%) gezeigt. Der Pharmakonzern hat in der Schweiz die Zulassung für Enspryng (Satralizumab) zur Behandlung einer neuroentzündlichen Erkrankung erhalten. Die US-Gesundheitsbehörde hat zudem dem Kandidaten Mosunetuzumab den Status Therapiedurchbruch erteilt. Und in der Krebsforschung ist Roche eine Kollaboration eingegangen.

Am breiten Markt sind Meyer Burger (MBTN 0.1546 0.85%) negativ aufgefallen. Der Solarzulieferer hat im Zusammenhang mit der geplanten Kapitalerhöhung Bezugsrechte ausgegeben, die ab heute bis zum 20. Juli gehandelt werden können.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Gewinnmitnahmen im Dax

Auch in Deutschland hat der Leitindex schwächer tendiert. Zur Eröffnung verlor er 1,2% auf 12’645 Punkte. Auf diesem Niveau schliesst er auch. Zu den grössten Verlierern gehören die Technologietitel. Sie leiden unter einem Kursrutsch ihrer US-Rivalen. Die Aktien des Software-Konzerns SAP (SAP 135.24 -1.37%), des Chip-Herstellers Infineon (IFX 21.745 -2.18%) und des Zulieferers Siltronic (WAF 76.72 -1.01%) haben deutlich nachgegeben.

Zu den wenigen Gewinnern zählen die Titel von Hellofresh. Die Zahlen des Kochbock-Versenders seien sehr stark ausgefallen, sagte ein Börsianer.

Virus-Sorgen schicken Ölpreis auf Talfahrt

Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken und haben an den schwachen Wochenauftakt angeknüpft. Bis zum Mittag haben die Notierungen aber die frühen Verluste ein Stück weit eingrenzen können. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 44.93 -0.53%) kostete weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 41.76 -1.11%)) fiel.

Euro kaum verändert zu Dollar und Franken

Der Eurokurs hat am Dienstag frühe Verluste abgeschüttelt und ist bis zum späten Nachmittag deutlich gestiegen. Im Tageshoch kostete der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.184 -0.01%) fast einen Cent mehr als im Tagestief. Es ist der höchste Stand seit etwa einem Monat.

Der Euro in Franken (EURCHF 1.0762 0%) hat zuletzt angezogen und damit die Marke von 1,07 wieder einmal zurückerobert. Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.90908 -0.06%) hat sich derweil leicht verbilligt.

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