Märkte / Aktien

SMI schliesst tiefrot – UBS unter 10 Fr.

Bankaktien und zyklische Titel beenden den Handelstag mit einem deutlichen Minus. Der Franken wird derweil immer stärker.

(AWP/Reuters/RI) Der Schweizer Aktienmarkt schliesst zu Wochenmitte klar im Minus. Der Leitindex SMI (SMI 9965.49 -0.43%) pendelte am Vormittag zwischen leichten Gewinnen und Verlusten, um am Nachmittag seine Abgaben auszuweiten.

Auch in Europa haben die wichtigsten Börsenplätze negativ gehandelt. Auch an der Wall Street ist der Trend negativ: Die Leitindizes Dow Jones (Dow Jones 26770.2 -0.95%), Nasdaq und S&P 500 (SP500 2986.2 -0.39%) verlieren bis zum hiesigen Börsenschluss klar.

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession hat die Börsen im Griff. Genährt wurde diese am Mittwoch von einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten und der Entwicklung am US-Anleihemarkt. Dort stieg die Rendite der zweijährigen Bonds erstmals seit den Zeiten der Finanzkrise über diejenige der zehnjährigen.

Unter den SMI-Titeln haben Swatch Group (UHR 261 -1.06%) und Richemont (CFR 72.78 -1.7%) grössere Verluste verzeichnet. Sie hatten am Dienstag noch zu den grössten Gewinnern gezählt. Die Titel sind durch schwache Konjunkturdaten aus China sowie den anhaltenden Unruhen im wichtigen Absatzmarkt Hongkong belastet worden. Besonders die Grossbankaktien UBS (UBSG 11.185 0%) und Credit Suisse (CSGN 12.165 -0.73%), aber auch die zyklischen ABB (ABBN 18.8 0%), Adecco (ADEN 56.16 -0.18%) und Sika (SIKA 160.2 -0.84%) schliessen im Minus.

Die Aktien der UBS sind am Mittwoch unter die Marke von 10 Fr. und damit auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gefallen. Auch im Ausland sind Bankaktien unter Druck gekommen, weil die Entwicklungen an den Obligationenmärkte es ihnen erschwert, mit Krediten und Investitionen in Anleihen Geld zu verdienen.

Daneben haben einige Gesellschaften Zahlen vorgelegt. Das Management des Dentalimplantat-Herstellers Straumann (STMN 852 -0.81%) zeigt sich für die zweite Jahreshälfte weiter zuversichtlich und erhöht daher die Zielsetzung für das Gesamtjahr. Ebenfalls positiv haben Ascom reagiert. Der Technologiekonzern hat seine Ziele für das laufende Jahr nach enttäuschenden Halbjahresresultaten nach unten revidiert.

Auf der anderen Seite beenden die Partizipationsscheine von Schindler (SCHP 226 0.98%) den Handelstag mit heftigen Abgaben. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat im ersten Halbjahr 2019 Auftragseingang und Umsatz gesteigert, liegt aber mit seinen Zahlen leicht unter den Konsensschätzungen.

Der Fleischverarbeiter Bell Food Group (BELN 263 -0.75%) schreibt im ersten Halbjahr einen Verlust. Die VZ Holding (VZN 269 -0.19%) spürt die Nachwirkungen der schwachen Finanzmärkte von Ende 2018 und ist im ersten Halbjahr 2019 langsamer gewachsen als noch im Vorjahr.

Schliesslich will die Immobilienentwicklerin Cham Group (CHAM 432 0.47%) in den ausserbörslichen Handel wechseln und hat einen höheren Mietertrag sowie einen tieferen Reingewinn ausgewiesen.

Euro-Franken unter 1.09

Der Euro schwächt sich am Mittwoch im Umfeld schwacher Konjunkturdaten aus der Eurozone ab. Am Nachmittag kostete ein Euro in Dollar etwas weniger wie am Vorabend.

Ein Euro in Franken (EURCHF 1.10034 0.16%) bewegt sich unter 1.09. Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.984 -0.36%) schwächt sich etwas ab.

Ölpreise geben Gewinne wieder ab

Die Ölpreise sind am Mittwoch gesunken und haben damit einen Teil der starken Gewinne vom Vortag wieder abgegeben. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.06 -0.89%) 60.79 $. Das waren 51 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 53.38 -0.28%)) fiel um 63 Cent auf 56.47 $.

Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung. Am Vortag hatte eine neue Entwicklung im Handelsstreit zwischen China und den USA für Auftrieb bei den Ölpreise gesorgt.

Klar positive Vorgaben

Die wichtigsten asiatischen Börsen haben am Mittwoch von den leichten Entspannungssignalen im US-chinesischen Handelsstreit profitiert. In Japan profitierten vor allem die Aktien von Technologiewerten von den verschobenen US-Zöllen. Der Nikkei 225 (Nikkei 225 22492.68 0.18%) , der am Vortag noch aus Sorge um den Zollstreit und wegen der aktuellen Yen-Stärke deutlich zurückgefallen war, rückte nun zur Wochenmitte um 0,98% vor.

Die Gewinne an Chinas Börsen konnten mit den übrigen Handelsplätzen der Region in der Folge nicht ganz Schritt halten: So kletterte der CSI 300 an den chinesischen Festlandbörsen kurz vor Handelsschluss um 0,64%. Der Hongkonger Hang-Seng-Index rückte um 0,57% vor.

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