Märkte

SMI schliesst knapp unter 12’100

Die Schweizer Börse tendiert leicht aufwärts. Unternehmensnachrichten sind rar. Wallstreet dreht ins Minus. Gold erreicht 1800 $.

(AWP/SPU) Am Schweizer Aktienmarkt hat der SMI (SMI 11'817.20 -1.02%) leicht im Plus geschlossen. Zeitweise hatte der Leitindex auch die Marke von 12’100 Punkten wieder übersprungen.

In den USA bewegten sich die Aktienkurse nach freundlichem Auftakt mehrheitlich aufwärts. Die drei grossen Wallstreet-Indizes drehten bis Börsenschluss in Europa allesamt ins Minus. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) gab 0,2% nach. Der Dow Jones (Dow Jones 34'798.00 +0.1%) verlor 0,5%. Die Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite, sank 0,1%.

Die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten zeigten eine leichte Abschwächung der Teuerung von einem hohen Niveau. Etwas deutlicher als erwartet fiel dabei der Rückgang der Kerninflationsrate in den USA aus, aus der die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert sind. Damit dürfte die US-Inflationsrate ihr Hoch nun hinter sich haben, kommentierte die VP Bank (VPBN 97.00 -2.02%). Die US-Notenbank Fed hatte immer wieder betont, dass der Inflationsanstieg nur temporär sei. Das Fed wird in der kommenden Woche seine Zinssitzung durchführen.

Luxusgüteraktien schwach

Nach oben gezogen wurde der SMI von den Titeln des Schwergewichts Roche (ROG 340.40 -0.64%). Der Pharmakonzern hat tean seinem «Pharma Day» am Dienstag einmal mehr betont, dass er zahlreiche Wachstumstreiber in der Pipeline aufweise. Konkurrentin Novartis (NOVN 76.96 -0.45%) legten leicht zu, während das dritte Schwergewicht Nestlé (NESN 113.44 -1.37%) im Minus schloss. Am Markt wurde über Umschichtungen von Nestlé zu Unilever (ULVR 3'993.50 -0.06%) berichtet.

Weitere Gewinne kamen aus dem Gesundheitssektor: So fielen Lonza (LONN 742.60 -2.26%) und Alcon (ALC 78.26 -1.19%) mit Avancen auf.

Die Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 100.45 -0.54%) und Swatch Group (UHR 256.60 -0.04%) büssten ein. Die kräftigen Kursverluste führten Händler auf die Verschärfung der Coronalage in China zurück. Das Land ist der wichtigste Absatzmarkt für die Hersteller von teurem Schmuck, Uhren oder Kleidern von Luxusmarken.

Die Aktien von Credit Suisse (CSGN 9.19 +0.92%), Swiss Re (SREN 80.30 -0.15%), Zurich Insurance (ZURN 385.10 -0.8%) und Swiss Life (SLHN 471.40 -0.02%) konnten nicht an ihre freundliche Vortagesentwicklung anknüpfen. Die Mehrheit der Finanzwerte drehte nach einem guten Handelsstart ins Minus. Eine Ausnahme war in Partner Group zu finden.

Sonova (SOON 373.30 -2.91%) gesucht

Die Titel des Hörgeräteherstellers Sonova bewegten sich klar aufwärts. Anlässlich des Investorentages erklärte CEO Arnd Kaldowski, man sei mit der aktuellen Strategie auf gutem Weg, um weiter zu wachsen.

Analystenkommentare sorgten bei Kühne + Nagel (KNIN 349.80 -1.52%) für ein Plus. Die Deutsche Bank (DBK 10.83 +1.61%) hatte das Rating auf «Buy» erhöht. Am Morgen hatte der Logistikkonzern zudem einen Auftrag in Chile verkündet.

Zudem profitierten Tecan (TECN 576.00 -0.69%) von einer Kurszielerhöhung durch Credit Suisse. Deutliche Gewinne verbuchten die Aktien des Vakuumventileherstellers VAT Group (VACN 421.60 -2.14%).

Temenos (TEMN 130.50 -1.1%) waren fester. Der Bankensoftwareanbieter hat den IT-Riesen IBM (IBM 137.49 +0.56%) für das Produkt Transact gewonnen. Künftig werde sie die Software Transact auf der Cloud von IBM zur Verfügung stellen, teilte die Gesellschaft am Dienstag mit.

Die Aktien des Personalvermittlers Adecco (ADEN 48.40 +0.35%) gehörten zu den grössten Verlierern.

Valora (VALN 183.00 +1.33%) gaben anfängliche Gewinne ab. Der Detailhändler stärkt durch eine Übernahme seine Position in Deutschland.

Derweil fielen Helvetia (HELN 100.40 -0.3%) deutlich. Hier senkte Berenberg nach den Zahlen vom Vortag das Kursziel.

Leicht abwärts ging es für den Flughafen Zürich (FHZN 168.10 +1.45%), der weiter stark unter der Coronakrise leidet, auch wenn sich die Passagierzahlen zuletzt deutlich verbessert haben.

Asiens Börse im Plus – China schwach

Die asiatischen Märkte setzten am Dienstag ihren jüngsten Höhenflug mehrheitlich fort. Der japanische Nikkei 225 lag 0,7% im Plus, ebenso notierte der Topix 1% höher. Für den südkoreanischen Kospi ging es 0,7% aufwärts. Anders war die Lage in China. Der Shanghai Composite verlor 1,4%, der CSI 300 büsste 1,5% ein. Der Hang Seng in Hongkong bewegte sich 1,5% abwärts. In Australien schlosss der ASX 200 0,2% im Plus.

Euro wieder unter 1.09 Fr.

Der Euro legte am Dienstag nach gesunkenen US-Inflationszahlen zur US-Währung etwas zu. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1824 $. Am frühen Nachmittag hatte sie mit 1.1811 $ Dollar noch etwas niedriger notiert. Auch gegenüber dem Franken gab der Dollar etwas nach auf 0.9194 Fr. nach 0.9218 Fr. wenige Stunden zuvor. Der Euro verbilligte sich zur Schweizer Währung auf 1.0872 Fr., nachdem er kurzzeitig auf 1.09 Fr. gestiegen war.

Ölpreis legt zu – Gold (Gold 1'750.45 +0.45%) über 1800 $

Der Ölpreis baute am Dienstag seine Aufschläge vom Wochenstart leicht aus. Bei Börsenschluss in Europa kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 78.01 +0.94%) knapp 74 $. Damit bewegt sich der Ölpreis auf dem höchsten Niveau seit Anfang August.

Gold drehte ins Plus und kostete 1806 $ pro Feinunze.

Bitcoin (Bitcoin 43'211.92 +1.09%) erholte sich nach den gestrigen Einbussen und lag am Abend bei rund 47’000 $.

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