Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schweizer Börse verliert. Zurich Insurance stehen im Fokus. Gewinnmitnahmen belasten Sika. Auch die Schwergewichte handeln tiefer.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Donnerstag schwächer geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10403.21 -0.72%) notiert bei Eröffnung noch unverändert. Im frühen Handel büsste er lediglich leicht ein. Am Nachmittag übernahmen die Verkäufer das Zepter, die Abgaben waren deutlicher. Der Leitindex schloss bei 10’233 Punkten.

In New York traten die drei grossen Indizes auf der Stelle. Der Dow Jones (Dow Jones 27081.36 -3.15%) bewegte sich bei Börsenschluss in Europa kaum. Auch der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3128.21 -3.03%) gab minimal nach. Der Nasdaq Composite, der Index der US-Technologiebörse, büsste 0,1% ein.

Als Grund für die Zurückhaltung galten US-Konjunkturzahlen, die schlechter als erwartet ausgefallen waren. Schon zuvor hatten Zweifel an der Konjunktur und die ungewissen Folgen der Unruhen in Hongkong die Stimmung getrübt. In den USA stieg die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als erwartet. Der Anstieg der US-Produzentenpreise, welche die Konsumentenpreise beeinflussen und somit einen Einfluss auf die Entscheide der US-Notenbank haben, fiel derweil überraschend hoch aus.

Schwache Schwergewichte

Im Schweizer Leitindex zeigten Zurich Insurance (ZURN 403.4 -0.49%) wenig Dynamik. Der Versicherer steckt sich anlässlich eines Investorentages ambitiöse Ziele für die Jahre 2020 bis 2022. Vor einer Woche hatte er den Markt mit einem als insgesamt wenig überzeugend taxierten Zwischenbericht enttäuscht.

Lonza (LONN 406.5 -1.41%) schlossen fester, zuvor hatten die Aktien des Life-Science-Konzerns deutliche Verluste aufgrund des Rücktritts von CEO Marc Funk verzeichnet.

In unterschiedliche Richtungen tendierten Richemont (CFR 68.36 -0.58%) und Swatch Group (UHR 231.2 -0.9%). Händler sagten, das gute Abschneiden des Modehauses Burberry gebe dem Sektor Unterstützung. Auch hätten sich Richemont seit dem Kursrückschlag im Zusammenhang mit dem Halbjahresbericht in der Vorwoche stabilisiert.

Die Schwergewichte, namentlich Nestlé (NESN 104.24 -0.52%), Novartis (NOVN 86.38 -0.46%) und Roche (ROG 326.8 -1%), belasteten den SMI.

Auch die Valoren der Grossbanken UBS (UBSG 11.62 -0.64%) und Credit Suisse (CSGN 12.25 -0.28%) waren schwächer aufgelegt. UBS hatte von der Marktaufsicht in Singapur eine Strafzahlung aufgebrummt bekommen. Die Schweizer Grossbank muss umgerechnet 8,1 Mio. Fr. zahlen. Sie wird für Fehlverhalten von Mitarbeitern in Hongkong und Singapur im Jahr 2016 gebüsst.

Sika (SIKA 179 -0.67%) lagen am Ende des SMI-Tableaus. Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien des Baustoffherstellers. Givaudan (GIVN 3180 -0.28%) büssten ebenfalls ein.

Baloise schwach

Im SMIM (SMIM 2669.824 -0.89%) gaben Baloise (BALN 165.8 -0.96%) im Anschluss an die gestrigen Zahlen nach. HSBC (5 547.8 1.52%) senkte das Rating von «Hold» auf «Reduce» und reduzierte das Kursziel von 162 auf 155 Fr. Schwächer notierten auch VAT Group (VACN 137.6 -1.11%) und Bucher (BUCN 309.4 -0.77%) Industries.

Bei den Gewinnern standen die Titel des Bankensoftwareherstellers Temenos (TEMN 149.95 0.74%) an der Spitze. Sie setzten die Erholung von dem Kurseinbruch fort, den sie nach den Quartalsergebnissen erlitten hatten. Auch die Papiere des Telecomkonzerns Sunrise (SRCG 81.35 -0.97%) stiegen.

Abwärts ging es für SIG Combibloc (SIGN 14.4 2.27%). Grossaktionär Onex hatte seine Beteiligung am Hersteller von Verpackungs- und Getränkekartonmaschinen im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens um 31,4 Mio. SIG-Aktien oder rund 9,8% des Aktienkapitals reduziert und die Titel an verschiedene institutionelle Investoren zu einem Kurs von 13.30 Fr.  je Aktie verkauft.

Gesucht waren wiederum Aryzta (ARYN 0.8578 -1.18%). Händler verwiesen auf positiv aufgenommenen Aussagen zu den Geschäftsaussichten, die der Präsident in einem FuW-Interview gemacht hat. Dies habe die Anleger zu Käufen vor dem in der kommenden Woche anstehenden Zwischenbericht veranlasst.

Asien im Minus

In Asien handelten die Aktienmärkte am Donnerstag mehrheitlich tiefer. In Tokio sank der Nikkei 225 um 0,8% und der breiter gefasste Topix um 0,9%. Der Hongkonger Hang Seng verlor ebenfalls 0,9%, wogegen auf dem chinesischen Festland der CSI 300 um 0,2% stieg. Der koreanische Kospi gewann 0,4%. Der regionale MSCI AC Asia Pacific büsste 0,9% ein.

Euro leichter zum Franken

Der Euro hielt sich am Donnerstag an der Marke von 1.10 $. Die Gemeinschaftswährung kostete zum Dollar 1.1002 $. Zum Franken neigte sie weiterhin zur Schwäche und notierte unter 1.09 bei 1.0871 Fr. Auch der Dollar verlor zum Franken und fiel auf 0.9882 Fr.

Goldpreis fester

Der Ölpreis baute am Donnerstag seine Aufschläge vom Vortag zunächst deutlich aus, am Nachmittag schaltete er einen Gang zurück. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 55.15 -1.31%) kostete bei Börsenschluss in Europa knapp 63 $. Als Grund für den Trendwechsel wurden überraschend stark gestiegene US-Rohölbestände angegeben. Der Goldpreis zeigte sich etwas fester bei 1470 $ pro Feinunze.