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SMI beendet Handelstag dank guter Konjunkturaussichten im Plus

Die Schweizer Börse schliesst wie am Vortag mit Avancen. Im Fokus der Anleger standen ABB, Logitech und VAT Group.

(AWP/CF) Der Swiss Market Index (SMI (SMI 11'173.57 +0.56%)) zeigte sich am Donnerstag freundlich. Für Unterstützung sorgten positive Konjunkturerwartungen, nachdem die US-Notenbank am Vorabend von einer Beschleunigung des US-Wirtschaftswachstums berichtet hatte. Auch waren die ersten Quartalszahlen der Unternehmen von den Märkten bisher gut aufgenommen worden.

Die am Nachmittag veröffentlichten starken Zahlen zum US-Detailhandel bekräftigten das positive Konjunkturbild – ein Marktbeobachter sprach gar von einem «Konsumrausch» in den USA dank Lockerungen der Corona-Lockdowns und staatlichen Schecks. Klar aufgehellt hat sich zudem die Stimmung der New Yorker Industrie. Die US-Märkte haben fester geöffnet. Der Dow Jones (Dow Jones 34'777.76 +0.66%) sowie der breiter gefasste S&P 500 (S&P 500 4'225.20 +0.74%) und der Index der Technologiebörse Nasdaq steigen.

Die deutlichsten Gewinne entfielen auf ABB (ABBN 30.61 +0.23%). Der Industriekonzern hat am Morgen aufgrund eines unerwartet guten Geschäftsgangs überraschend erste Quartalszahlen veröffentlicht und dabei die Umsatzprognose für das Gesamtjahr abgehoben. Analysten zeigen sich von den Zahlen angetan. Die ABB-Titel gehören auch auf Jahressicht zu den klaren Gewinnern am Markt.

Bei Logitech (LOGI 103.80 +3.33%) erwähnte ein Händler die Spekulationen über einen Aufstieg der Aktie in den Leitindex SMI im Herbst, worüber «Finanz und Wirtschaft» berichtete, als einen möglichen Grund für das Kursplus. Demnach könnte Swatch Group (UHR 293.10 +2.27%) im Leitindex durch Logitech oder Straumann (STMN 1'377.00 +1.36%) ersetzt werden, da diese beiden bezüglich Marktkapitalisierung den Uhrenkonzern überholt haben.

Am breiten Markt fielen VAT Group (VACN 260.80 +2.84%) auf. Der Kurs eröffnete höher, rutschte dann aber ins Minus. Dabei ist der Vakuumventilhersteller im ersten Quartal stärker gewachsen als erwartet. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach dem Motto «Sell on good news». Die Aussichten für die Firma seien sehr gut, doch sei die Aktie inzwischen sehr stolz bewertet.

Mit sinkenden Kursen hatten auch die Anteile des Flughafen Zürich (FHZN 169.00 +1.14%) zu kämpfen. Der Flughafen hat am Vorabend über einen Einbruch bei den Passagierzahlen im März 2021 von 74,4% gegenüber dem Vorjahr berichtet.

Deutlichere Verluste gab es etwa für die in den vergangenen Tagen auf neue Höchstwerte gestiegenen Partners Group (PGHN 1'340.50 +1.36%). Grössere Kursabgaben erlitten zudem die Titel des Chipherstellers AMS (AMS 18.27 +2.55%). Am Markt wurde auf verhaltene Absatzstatistiken für die Geräte des US-Grosskunden Apple (AAPL 130.21 +0.53%) verwiesen.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax-Anleger tasten sich vorwärts

Starke Firmenbilanzen und die Hoffnung auf eine fortschreitende Konjunkturerholung haben Europas Aktienmärkte weiter angetrieben. Dax (DAX 15'399.65 +1.34%) und Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 4'034.25 +0.87%) schliessen im Plus. Beflügelt vom Aus für den Berliner Mietendeckel legten vor allem deutsche Immobilienwerte kräftig zu.

Der Aufwärtstrend an den Börsen sei weiter intakt, kleinere Rücksetzer würden sofort zum Kauf genutzt, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets (CMCX 468.75 +1.08%). «Kein Anleger ist wirklich bereit, in diesem Umfeld Aktien in grossem Stil abzustossen, weil sich damit gleichzeitig ein kaum lösbares Wiederanlageproblem ergäbe.» Um die Rekordjagd fortzusetzen benötigen die Märkte aber eine starke Bilanzsaison, betonte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi. In den USA hatte diese mit Milliardengewinnen bei den Grossbanken vielversprechend begonnen.

Bei den Einzelwerten waren SAP (SAP 117.36 +0.81%) erneut gefragt. Die Papiere legten im Nachgang starker Geschäftszahlen weiter zu. Drägerwerk (DRW8 75.00 +3.45%) gewannen ebenfalls viel.

Euro gibt zeitweise Kursgewinne wieder ab

Der Euro hat am Donnerstag seine Kursgewinne der letzten Tage verteidigt. Der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.22 -0%) kostet am Nachmittag 1,1971 $. Er notiert damit auf dem Niveau aus dem frühen Handel. Mit 1,1993 $ hatte der Euro am Vormittag zeitweise den höchsten Stand seit Anfang März erreicht.

Der Euro in Franken (EURCHF 1.09 0%) gibt dagegen leicht nach und notiert noch bei 1,1031 Fr. nach 1,1058 am Morgen. Auch der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.90 -0.01%) zeigt sich derweil etwas schwächer und notiert am späten Nachmittag bei 0,9215 Fr. (Morgen 0,9236).

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise haben am Donnerstag etwas zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 68.20 -0.07%) kostete zuletzt 66,79 $. Das waren 21 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 64.91 +0.15%)) stieg um 12 Cent auf 63,27 $.

Am Mittwoch waren die Ölpreise stark gestiegen, nachdem die US-Regierung einen mehr als doppelt so starken Rückgang der Lagerbestände an Rohöl wie von Analysten erwartet gemeldet hatte. Der US-Ölpreis war nach den Daten in kurzer Zeit um etwa 2 $ nach oben geschossen. Niedrigere Vorräte sorgen in der Regel für steigende Preise.

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