Märkte / Aktien

SMI schliesst nach Schlusssprint fester

Die Schweizer Börse fährt lange einen Zick-Zack-Kurs. LafargeHolcim stehen im Fokus. Georg Fischer sind unter Druck. Die Kurse an der Wallstreet steigen klar.

(AWP/SPU) Es ist über weite Strecken ein Auf und Ab gewesen: Die Kurse an der Schweizer Börse pendelten am Mittwoch zwischen der Gewinn- und Verlustzone hin und her – bis sie am späten Nachmittag kräftig zulegten. Nach wie vor steht laut Händlern der Handelskonflikt der USA mit China im Fokus. Die Hoffnung auf eine Entspannung im Zollstreit habe ein wenig zugenommen, nachdem US-Präsident Donald Trump sich zuletzt wieder etwas versöhnlicher gezeigt hatte. Trump stellte Gespräche mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Rande des Gipfels der G-20-Staaten Ende Juni in Japan in Aussicht. Zuletzt hatten sich beide Regierungen mit gegenseitigen Zollerhöhungen traktiert, was zu starken Einbussen an den Börsen geführt hatte.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 9728.39 1.27%) stand bei Eröffnung 0,2% höher. Im frühen Handel rutschte er ins Minus und befand sich dann lange Zeit auf Richtungssuche. Am Nachmittag schien er die Richtung gefunden zu haben: Es ging etwas stärker abwärts. Doch gegen 16 Uhr zog der Leitindex an und schloss nach einem Schlussspurt deutlich im Plus.

Der Grund für die Bewegung: Einem Bericht zufolge verschiebt Trump die Entscheidung zur möglichen Einführung von Zöllen auf Autos aus der EU. In New York lagen die Kurse bei Eröffnung zwar klar im Minus, drehten aber im frühen Handel in die andere Richtung. Bei Börsenschluss in Zürich notierte der Dow Jones (Dow Jones 25886.01 1.2%) 0,5% fester. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2888.68 1.44%) gewann 0,6%. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite handelte sogar 1% höher.

LafargeHolcim an der SMI-Spitze

Im Fokus der Anleger in der Schweiz standen LafargeHolcim (LHN 45.97 0.83%). Der Zementhersteller war im ersten Quartal stärker als erwartet gewachsen und hatte die Schätzungen der Analysten klar übertroffen. Die Aktien arbeiteten sich an die Spitze des SMI.

Mit Nestlé (NESN 107.76 1.2%) und Novartis (NOVN 87.52 1.23%) stützen die Aktien zweier SMI-Schwergewichte den Index. Die Genusscheine von Roche (ROG 273.2 1.58%) traten derweil auf der Stelle. Avancen verzeichneten zudem die Versicherertitel um Swiss Re (SREN 98.82 1.5%), Zurich Insurance (ZURN 347.1 0.73%) und Swiss Life (SLHN 463.7 1.18%).

Mit Alcon (ALC 59.21 1.98%) legt ein weiteres SMI-Unternehmen heute noch seine Zahlen vor – allerdings erst nach Börsenschluss in den USA und damit am späten Abend hiesiger Zeit. Die Aktien des Augenheilspezialisten bauten ihre Verluste aus dem frühen Handel ab und schlossen etwas fester.

Tendenziell wenig Bewegung war in den Valoren der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 73.9 0.22%) und Swatch Group (UHR 261.8 0.61%). Die Bankaktien von UBS (UBSG 10.14 1.73%) und Credit Suisse (CSGN 11.05 1.75%) konnten die Verluste bis Handelsschluss abbauen. Adecco (ADEN 51.1 1.27%) lagen am Ende des SMI-Tableaus.

Georg Fischer von Analystenkommentar belastet

Im SMIM (SMIM 2479.584 0.97%) bewegten sich die Technologiewerte über den Handelstag in unterschiedliche Richtungen, sie schlossen jedoch fester. Nach einem guten Start notierten AMS (AMS 39.43 1.18%) zwischenzeitlich deutlich im Minus, dann fanden die volatilen Titel des Chipherstellers den Weg zurück ins Plus. Logitech (LOGN 37.83 1.94%) legten zu. Gewinne verbuchten auch Sunrise (SRCG 76.25 3.53%). Der Telecomkonzern legt morgen die Zahlen zum ersten Quartal vor.

Georg Fischer (FI-N 786 1.35%) gaben deutlich nach. Kepler Cheuvreux hatte die Empfehlung von «Hold» auf «Reduce» und das Preisziel von 990 auf 850 Fr. gesenkt.

Nach den deutlichen Gewinnen von gestern befanden sich Vifor Pharma (VIFN 154 0.46%) auf Korrekturkurs.

Clariant (CLN 17.28 1.11%) setzten ihre ausgedehnte Korrektur fort und gaben erneut nach. Die Aktie des Spezialchemiekonzerns entfernt sich zusehends von der Marke von 20 Fr.

Am breiten Markt fielen Medacta (MOVE 83.2 1.46%) positiv auf. Der Grund war Analystenkommentare. Banken, die am Börsengang einer Firma teilgenommen hatten, durften sich nun nach Ablauf der sechswöchigen Stillhaltefrist zum Unternehmen äussern und Research veröffentlichen.

Asiatische Märkte im Plus

Die asiatischen Märkte legten nach eher schwachen Zahlen aus China zu. Die Anleger hofften auf weitere Stimuli für die Wirtschaft, nachdem sich der Ausstoss der Industrie, der Detailhandelsumsatz und die Investitionen abgekühlt hatten. In Tokio drehte der Nikkei 225 nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Der japanische Leitindex stieg 0,6%. In China verbuchte der CSI 300 einen Anstieg von 2,2%, der Shanghai Composite avancierte 1,7%, und der Hang Seng in Hongkong gewann 1%.

Euro bei 1.13 Fr.

Der Euro bewegte sich zeitweilig mit volatilen Schwankungen. Zur US-Währung erobert der Euro die Marke von 1.12 $ zurück. Die Gemeinschaftswährung handelte bei 1.1210 $. Gegenüber dem Franken ermässigt sie sich zeitweilig klar auf 1.1279 Fr., arbeitete sich dann aber wieder über die Marke von 1.13 Fr. Der Dollar handelte zum Franken bei 1.0087 Fr.

Goldpreis fester

Der Ölpreis drehte nach zwischenzeitlichen Verlusten ins Plus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.68 0.86%) kostete bei Börsenschluss in Europa etwas weniger als 72 $. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Anstieg des Lagerbestands an Rohöl um 8,63 Mio. Barrel verzeichnet hatte. Gold (Gold 1513.66 -0.41%) notierte stabil bei 1296 $ pro Feinunze.

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