Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus – Wallstreet stabil

Achterbahnfahrt an der Schweizer Börse. Der Handelsstreit steht wieder im Fokus. Geberit gewinnen, Nestlé stützen etwas, Novartis und Swisscom belasten.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt haben nach einem freundlichen Start am Donnerstag an die Kursverluste angeknüpft. Der Swiss Market Index SMI notierte bei Eröffnung 0,3% höher. Bis 11 Uhr bewegte sich der Leitindex auf diesem Niveau. Anschliessend drehte er ins Minus und weitete seine Verluste aus. Er fiel zur Mittagszeit unter die Marke von 9600 Punkten. Nach dem Mittag arbeitet sich der SMI wieder über die 9600-Marke, nur um wieder abzurutschen. Kurz gesagt: Die Anleger reagierten nervös, die Schweizer Börse fuhr Achterbahn.

In New York stabilisierten sich die Aktien vom schlechtesten Handelstag des Jahres. An der Wallstreet stieg der Dow Jones 0,2%. Auch der breiter gefasste S&P 500 legte 0,2% zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite notierte zu Handelsschluss in Europa minimal leichter. Zu den Favoriten an der Wallstreet gehörten Walmart. Der weltgrösste Detailhändler hatte nach einem überraschend starken Umsatzanstieg seine Gesamtjahresziele angehoben.

Unsicherheit kam von der Handelsstreit-Front: China hatte Vergeltung für die zuletzt angedrohten US-Strafzölle angedroht. Die Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums setzt sich nicht zuletzt wegen des Konfliktes zwischen den beiden Wirtschaftsnationen nun schon seit Monaten fort, hiess es von Marktexperten. Die Angst vor einer Rezession hatte sich zuletzt auch an den Bondsmärkten bemerkbar gemacht und für den gestrigen Ausverkauf gesorgt. Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries war erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt unter die Rendite für zweijährige Staatsanleihen gefallen. Diese Inversion der Zinskurve wurde als ein Warnsignal für eine mögliche Rezession gesehen. Darüber hinaus waren die Renditen für 30-jährige Treasuries auf neue Tiefstände gefallen.

Geberit an SMI-Spitze

Im Schweizer Leitindex schlossen Geberit fester. Die Aktien notierten im Handelsverlauf mal im Plus, mal im Minus. Der Sanitärtechnikkonzern hatte im ersten Halbjahr 2019 zwar ein gebremstes Wachstum verbucht, konnte aber die Profitabilität erhöhen. Unter den Gewinnern waren Alcon und Nestlé zu finden. Roche handelten leichter. Die Verluste von Novartis belasteten den SMI stärker.

Leichte Gewinne verzeichneten die Aktien der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse.

Auch für die Uhrenhersteller Swatch Group und Richemont war der Ausverkauf auch am Donnerstag noch nicht beendet. Die zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus China haben die Sorgen vor einem schwachen zweiten Halbjahr verstärkt.

Swisscom fielen nach Zahlen zurück. Der Telecomkonzern hat im ersten Halbjahr weniger Umsatz und etwas weniger Reingewinn gemacht. Dagegen legte der Betriebsgewinn (Ebitda) leicht zu.

Markante Verluste in der zweiten Reihe

Im SMIM knüpften die Papiere des Lift- und Rolltreppenherstellers Schindler an die schwache Performance nach der gestrigen Zahlenpublikation an. Bei Kepler Cheuvreux führte dies zu einer Abstufung der Papiere. Die Wachstumsaussichten werden verhaltener als zuvor eingeschätzt. Deutlich tiefer schlossen zudem AMS und Dufry.

Im breiten Markt sackten Comet nach einem unerwarteten Verlust  ab. Auch Cicor brachen ein. Die Industriegruppe hatte ein durchwachsenes erstes Halbjahr 2019 hinter sich.

Meyer Burger rutschten nach einem starken Handelsbeginn ins Minus und schlossen klar tiefer. Der Thuner Solarzulieferer plant mit dem Solarmodulhersteller REC eine strategische Partnerschaft.

Die Aktien von Tecan standen unter Abgabedruck. Die vom Labor-Ausrüster veröffentlichten Ergebnisse zum ersten Semester erfüllten die Markterwartungen nicht.

Semesterzahlen und ein gesenkter Ausblick lasteten auf den Aktien des Industrieunternehmens Phoenix Mecano.

Die Aktien der Immobiliengesellschaft PSP fielen nach guten Zahlen und einem erhöhten Ausblick mit einem Kursplus auf.

Markant waren die Kursverluste bei Aktien aus dem Biotech-Bereich wie Santhera oder Evolva.

Asien im Minus

Auch die asiatischen Börsen kamen am Donnerstag unter Druck. Der japanische Leitindex Nikkei verlor 1,3%, der breite Marktindex Topix notierte 1,1% tiefer. Der Hang Seng in Hongkong war so gut wie unverändert. Der Shanghai Composite verlor 0,7%. Der koreanische Aktienmarkt war wegen eines Feiertags geschlossen.

Euro schwächer zum Dollar

Der Eurokurs geriet am Donnerstag nach Notenbank-Aussagen unter Druck. EZB-Ratsmitglied Olli Rehn hatte sich für eine deutliche Lockerung der Geldpolitik ausgesprochen. Der Euro setzte am Donnerstag seine Kursverluste der vergangenen Handelstage zum Dollar fort. Die Gemeinschaftswährung wurde bei Handelsschluss in Europa bei 1.1112 $ gehandelt. Zum Franken ging der Euro mit 1.0843 unverändert um. Der Dollar legte zur Schweizer Währung zu, der Greenback notierte bei 0.9761 Fr.

Ölpreis erneut tiefer

Der Ölpreis sank weiter und knüpfte damit an die Verluste vom Vortag an. Der Preisrückgang schwächte sich jedoch etwas ab. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete bei Handelsende in Europa gut 58 $. Der Goldpreis handelte unverändert bei 1517 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.