Märkte / Aktien

SMI schliesst über 10’000

Nach den Verlusten zum Wochenstart notiert die Schweizer Börse klar erholt. Auch die Wallstreet legt deutlich zu. Der Goldpreis gibt nach.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat die Verluste vom Wochenstart aufgeholt und am Dienstag klar fester geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9814.56 -3.83%) stand bei Eröffnung 0,4% höher, allerdings waren die Gewinne im Verlauf des Vormittags etwas abgebröckelt. Am Nachmittag unternahm er einen neuen Anlauf und überschritt die Grenze von 10’000 Punkten.

Auch in New York stiegen die Kurse. Ermutigende Firmenbilanzen lockten Anleger in US-Aktien. Bei den Unternehmen standen die Grossbanken im Rampenlicht, die mit ihren Geschäftszahlen die heisse Phase der Bilanzsaison einläuteten. Die drei viel beachteten Indizes an der Wallstreet legten bei Börsenschluss in Europa klar zu. Der Dow Jones (Dow Jones 25766.64 -4.42%) gewann 1%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2978.76 -4.42%) avancierte 1,1%. Auch der Nasdaq Composite, der Index der Technologiebörse, lag 1,1% im Plus.

Weiter stand an der Börse der Handelsstreit zwischen den USA und China im Fokus. Laut jüngsten Meldungen würde China auf eine Senkung der Strafzölle pochen, bevor die zugesagten Agrar-Importe geordert würden. Im Brexit-Streit beraten derweil die EU-Staaten, ob ein geordneter Austritt Grossbritanniens per Ende Oktober noch gelingen könnte. Eine Vereinbarung müsse spätestens Ende dieser Woche stehen, andernfalls steht eine weitere Fristverlängerung zur Debatte. In den kommenden Tagen gilt die Aufmerksamkeit dann vermehrt der auch hierzulande anziehenden Berichtssaison.

Viele Gewinner im SMI – nur Nestlé verlieren leicht

Bei den Schweizer Blue Chips waren Givaudan (GIVN 3030 -3.04%) und Lonza (LONN 376 -5.5%) gefragt. Zudem lagen mit Adecco (ADEN 50.88 -4.47%), Geberit (GEBN 476.5 -3.72%), Sika (SIKA 171.25 -4.54%), ABB (ABBN 20.69 -4.26%) und LafargeHolcim (LHN 44.46 -3.22%) vor allem zyklische Werte im Plus.

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (CSGN 10.715 -5.93%) und UBS (UBSG 10.555 -4.65%) legten zu. Sie schwankten im Tagesverlauf deutlich. Denn ihre anfänglichen Avancen hatten sie zwischenzeitlich zu grossen Teilen preisgegeben. Die Banken rückten im Tagesverlauf verstärkt in den Blickpunkt, weil wichtige US-Institute ihre Quartalszahlen vorlegten. Während sich JPMorgan gesteigert hatte, war der Gewinn von  Goldman Sachs (GS 205.69 -4.68%) eingebrochen.

Die Kurse der Schwergewichte um Nestlé (NESN 99.35 -2.37%) und Novartis (NOVN 81.49 -4.19%) blieben hinter dem Gesamtmarkt zurück. Roche (ROG 309.05 -4.16%) legten vergleichsweise deutlich zu. Für Roche hatte Jefferies im Vorfeld des Quartalsergebnisses vom Mittwoch das Kursziel leicht erhöht und die Empfehlung «Buy» bestätigt.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé wird am Donnerstag über den Geschäftsgang in den ersten neun Monaten berichten.

AMS klar im Plus

Im SMIM (SMIM 2505.715 -4.28%) standen AMS (AMS 33.33 -4.96%) und Temenos (TEMN 135.45 -6.78%) in der Gunst der Anleger. Beide hatten am Vortag noch zu den klaren Verlierern gehört.

Auch Industrietitel wie OC Oerlikon (OERL 8.845 -4.43%), Georg Fischer (FI-N 811.5 -4.13%) oder Clariant (CLN 20.21 -5.07%) verzeichneten Avancen.

Von der kleinen Gruppe der Verlierer hatten sich Sonova (SOON 228.8 -3.3%) am Nachmittag verabschiedet. Der Hörgerätehersteller hatte heute einen Investorentag an seinem Hauptsitz in Stäfa abgehalten.

Am breiten Markt fielen Swissquote (SQN 53.75 -3.33%) mit deutlichen Gewinnen auf. Die Aktien von Mobimo (MOBN 290 -3.33%) tendierten nur wenig schwächer. Die Anleger reagierten damit relativ gelassen auf die Gewinnwarnung der Immobiliengesellschaft.

Etwas auffällig waren Stadler Rail (SRAIL 44.58 -4.13%), die von einem Auftrag aus Taiwan für Schmalspurlokomotiven gestützt wurden.

Santhera (SANN 8.47 -7.73%) verloren, nachdem eine wichtige Aktionärsgruppe das Unterschreiten der 3%-Schwelle gemeldet hatte.

KTM Industries legten nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs zu.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Börsen zeigten am Dienstag keine einheitliche Richtung. Der Hang Seng (–0,2%) in Hongkong und der koreanische Kospi (+/– 0%) notierten kaum verändert. Der Shanghai Composite (–0,4%) fiel. Dagegen konnte der japanische Nikkei 225 (Nikkei 225 21142.96 -3.67%) (+1,9% gegenüber Freitag) kräftig zulegen – in Japan war am Montag die Börse wegen eines Feiertages geschlossen.

Euro fester

Der Euro notierte am Dienstag verglichen mit der US-Währung weiter über der Marke von 1.10 $. Die gemeinsame Währung der neunzehn Euroländer legte etwas zu und kostete um 17.30 Uhr MESZ 1.1038 $. Ebenfalls fester handelte sie im Verhältnis zum Franken. Mit 1.1018 überschritt sie zum Franken im späten Nachmittagshandel die Marke von 1.10. Der Dollar veränderte sich zum Franken mit 0.9985 Fr. nur unwesentlich.

Ölpreis drehte ins Plus

Der Ölpreis weitete am Dienstag seine Verluste zunächst aus, drehte dann aber ins Plus. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 51.62 -2.71%) rund 59 $. Der Goldpreis notierte leichter und somit unterhalb der Marke von 1500 $. Die Feinunze des Edelmetalls lag bei 1482 $.