Märkte / Aktien

SMI schliesst kaum verändert

Die Schweizer Börse tendiert ohne klare Richtung. Nachrichten gibt es von Sonova und von kleinen Unternehmen. Euro auf Jahrestief zum Franken.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist ohne klare Richtung in die neue Handelswoche gestartet. Der Leitindex SMI (SMI 11'672.23 +0.19%) lag bei Eröffnung 0,2% im Minus. Im frühen Handel drehte er in die Gewinnzone und pendelte bei Handelsende in Zürich um den Schlusskurs vom Freitag. Am Freitag hatte er sich mit seinem sechsten Wochenplus in Folge ins Wochenende verabschiedet. So bewegt er sich in einer engen Spanne um seinen Schlusskurs vom Freitag. Die bisherige Handelsrange ist mit knapp 60 Punkten eher mager. Das Rekordhoch bei 12’573 Punkten bleibt dennoch in greifbarer Nähe. Auch an den europäischen Nachbarbörsen wollen sich die Investoren nicht recht für eine klare Richtung entscheiden, wie Händler hervorheben. Es fehlten zu Wochenstart einfach die nötigen Impulse, um den Markt dann wirklich über den bisherigen Rekordstand steigen zu lassen.

Als tendenzielle Belastung werde auch die Richtung der Neuinfektionen mit dem Coronavirus gesehen, die steil aufwärts zeige. Die Wucht der vierten Welle dürfte in den kommenden Wochen zum grössten Hindernis für eine Jahresendrally werden, kommentiert ein Börsianer. Sollte es etwa in nächster Zeit zu einschränkenden Massnahmen für das soziale und das wirtschaftliche Leben kommen, gäbe es nicht wirklich einen Grund für Anleger, auf dem hohen Niveau noch auf den fahrenden Börsenzug aufzuspringen.

Die Anleger in den USA Anleger schoben die Kurse an Wallstreet sanft an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,1% zu. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 0,2%. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,1%. Damit setzen die Indizes den vor Wochenschluss eingeleiteten Erholungskurs fort. Allerdings bleibt der Elektroautobauer Tesla hinter den Tech-Rivalen zurück.

Sonova (SOON 336.60 +0.75%) unter Druck

Die mit Abstand grössten Verluste verzeichneten Sonova nach der Vorlage der Halbjahreszahlen. Nach einem Kursgewinn von etwa 70% im bisherigen Jahresverlauf sei die aktuelle Entwicklung vor allem Gewinnmitnahmen geschuldet. Der Hörsystemspezialist habe die Erwartungen dank einer kräftigen Markterholung übertroffen, hiess es in einem ersten Kommentar bei Bernstein. Der «lediglich bestätigte» Ausblick verstärke jedoch die aktuellen Gewinnmitnahmen, meinen Händler. Applaus gibt es derweil für das Kostenmanagement.

Etwas Luft kam auch bei den Adecco (ADEN 36.21 +1.29%) zum Wochenstart raus. Am Freitagabend hatten Gerüchte über den Einstieg eines aktivistischen Investors den Kurs der Adecco-Aktie in die Höhe getrieben. Gemäss den Spekulationen soll ein gewichtiger Investor einen Anteil am Personalvermittler aufbauen, wie es am Freitagabend aus Händlerkreisen hiess. Erst zu Wochenbeginn hatte es ähnliche Spekulationen um Richemont (CFR 106.75 +0.23%) gegeben.

Zur Schwäche neigten mit Geberit (GEBN 524.20 -0.98%), Georg Fischer (GF 50.25 -1.08%) und Clariant (CLN 17.29 -0.35%) noch weitere Unternehmen aus der zyklischen Industriebranche.

Richemont setzten den starken Trend vom vergangenen Freitag fort, wenn auch mit deutlich geminderter Schubkraft. Nach den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen am Freitag waren die Titel prozentual zweistellig in die Höhe geschossen. Nun melden sich sämtliche Analysten mit nach oben angepassten Kurszielen.

Noch deutlicher als Richemont legten AMS zu. Gefragt waren in dem insgesamt orientierungslosen Markt auch Vertreter aus der Gesundheitsbranche wie Straumann (STMN 118.50 -0.42%), Alcon (ALC 71.08 -0.06%), Zur Rose (ROSE 105.00 -9.95%).

Die eigentliche Musik wurde am Markt zum Wochenstart aber klar in den hinteren Reihen gespielt. Nach überraschenden Geschäftsupdates griffen Anleger vor allem bei den Finanzdienstleistern Leonteq (LEON 59.50 -0.34%) und EFG (EFGN 6.71 +0.75%) zu.

Dormakaba (DOKA 439.00 -0.45%) waren am Investorentag nur mässig gesucht, während Comet (COTN 181.60 -2.89%) ebenfalls am Investorentag ins Minus gedreht hatten.

Asien mehrheitlich im Plus

Im Montag tendierten die Börsen in Asien nach oben. Dennoch blieben Investoren angesichts heute bevorstehender chinesischer Wirtschaftsdaten vorsichtig. Der japanische Leitindex Nikkei 225 notierte 0,5% höher, in Hongkong bewegte sich der Hang Seng praktisch unverändert. Auch der Shanghai Composite notierte mit 3532 Punkten auf dem gleichen Niveau wie am letzten Handelstag. Der südkoreanische Kospi in Seoul wiederum gewann rund 1% und steht bei etwa 300 Punkten.

Euro weiter schwach

Der Euro fiel zum Dollar auf den tiefsten Stand seit Mitte 2020. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1415 $. Niedriger hat der Euro zuletzt im Juli 2020 notiert. Auch zum Franken büsste der Euro weiter an Terrain ein. Das EUR/CHF-Paar erreichte mit 1.0523 Fr. ein neues Jahrestief. Der Franken notierte zum Euro sogar auf dem höchsten Wert seit Beginn der Pandemie also März 2020. Zum Dollar büsste der Franken etwas an Wert ein. USD/CHF (USD/CHF 1.0023 +0.10%) wurde zuletzt zu 0.9220 $ gehandelt, am Morgen waren es noch knapp weniger als 92 Rappen pro Dollar gewesen.

Ölpreis im Minus

Der Ölpreis startete am Montag mit Abschlägen in die neue Handelswoche. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 81 $.

Gold war unverändert bei 1864 $ pro Feinunze.

Bitcoin bewegte sich nach unten und notiert bei 64’000 $.