Märkte / Aktien

SMI schliesst mit Gewinnen

Die Schweizer Börse zeigt sich nach verhaltenem Start freundlich. Swatch Group und Richemont avancieren. Auch die Bankaktien legen zu.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstagmittag Schwung bekommen und höher geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9744.98 -0.62%) stand bei Eröffnung noch unverändert und im weiteren Handel nur etwas höher. Am Nachmittag legte der Leitindex dann deutlicher zu. Händler verwiesen auf die Zahlen der US-Banken. Vor allem das gute Abschneiden der grössten US-Bank JPMorgan stütze die Märkte europaweit, sagte ein Händler. Bei Goldman Sachs (GS 196.2 -3.07%) und Wells Fargo sei das Bild eher gemischt gewesen. Die Frage sei nun aber, wie lange diese Wirkung anhalte. Angesichts der verschiedene Gewinnwarnungen zuletzt nehme die Unsicherheit vor der Berichtssaison zu, hiess es von Marktteilnehmern.

In New York hielten sich die Anleger indes zurück, die Indizes notierten bei Börsenschluss in Europa wenig verändert auf hohem Niveau. Der Dow Jones (Dow Jones 25628.9 -2.37%) lag 0,1% im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2847.11 -2.59%) trat auf der Stelle. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite handelte mit –0,1% relativ stabil.

Unterstützung aus den USA für SMI-Banken

An die Indexspitze arbeiteten sich die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 267.7 -0.93%) und Richemont (CFR 76.14 -1.07%). Der Markt erwartet für diese Woche Zahlen beider Unternehmen. Am Morgen hatte der britische Luxusgüterkonzern Burberry Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Die Aktien kletterten in London klar, nachdem das Unternehmen mit dem Zwischenbericht positiv überrascht hatte.

Dank der guten Zahlen der US-Banken zeigten sich UBS (UBSG 10.345 -0.91%) freundlich, Credit Suisse (CSGN 11.225 -1.01%) legten klarer zu.

Unterstützung kam für den SMI von den Schwergewichten aus dem Pharmasektor. Bei Novartis (NOVN 87.34 -0.48%) schlug sich die Nachricht positiv nieder, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA ein Mittel beschleunigt prüft. Auch Roche (ROG 271.85 -0.02%) verzeichneten Avancen.

Derweil bremsten Nestlé (NESN 107.9 -0.37%) den Index mit Verlusten. Tiefer schlossen zudem Swisscom (SCMN 478.8 -0.79%).

AMS drehten

AMS (AMS 38.98 -3.87%) gehörten im frühen Handel zu den grösseren Verlierern im SMIM (SMIM 2511.602 -0.45%), am Nachmittag bauten die Aktien ihre Verluste ab. Der Chiphersteller hatte einer Übernahme des deutschen Industrieunternehmens Osram eine Absage erteilt.

Zu den Gewinnern zählten die Aktien der Partners Group (PGHN 793.4 -0.9%). Der Finanzdienstleister hatte die verwalteten Vermögen im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Die Kapitalzusagen von Kunden stiegen zum Vorjahr um fast 20%, lagen allerdings leicht unter den Markterwartungen.

GAM (GAM 3.694 -1.39%) verloren trotz guter Nachrichten. Das Fondshaus hatte nach der Suspendierung eines Star-Fondsmanagers einen wichtigen Schritt aus der Krise gemacht. Es zahlt den Wert des liquidierten Anleihenfonds vollständig an die Kunden zurück.

Dass die Berichtssaison für einige Unternehmen holprig werden könnte, zeigten im breiten Markt die Zahlen von DKSH (DKSH 48.1 0.29%). So hatte der Zürcher Konzern in der ersten Jahreshälfte zwar etwas weniger Umsatz und deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet. Der Grund dafür waren aber primär Einmaleffekte. Ohne sie wäre das Unternehmen gewachsen.

Schmolz + Bickenbach (STLN 0.3 -4.15%) gaben klar nach. Der Stahlhersteller hatte im zweiten Quartal die konjunkturelle Abkühlung zu spüren bekommen. Absatzmenge und Umsatz waren gesunken, der Betriebsgewinn hatte sich halbiert. Die Gewinnprognose für 2019 wurde nun deutlich gesenkt.

Verhaltener Handel in Asien

Der Aktienmarkt in Japan gab am Dienstag nach. Der japanische Leitindex Nikkei fiel 0,7%. Der breiter gefasste Topix büsste 0,5% ein. Wenig Bewegung ist bei chinesischen Aktien auszumachen. Der Hang Seng (Hang Seng 26179.33 0.5%) verzeichnete ein leichtes Plus von 0,2%, während die Börse in Schanghai 0,2% verlor. Koreas Kospi vermochte um 0,4% zuzulegen.

Euro leichter

Der Euro verzeichnete am Dienstag zum Dollar Einbussen. Die Gemeinschaftswährung notierte zum Greenback tiefer bei 1.1218 $. Zum Franken erholte sie sich bis Börsenschluss in Europa und notierte mit 1.1081 Fr. unterhalb der 1.11er-Marke. Der Dollar zog zum Franken an. Er kostete 0.9877 Fr.

Ölpreis fester

Der Ölpreis legte etwas zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.85 -2.44%) stieg auf knapp 67 $. Der Goldpreis kostete etwas weniger und lag bei 1410 $ pro Feinunze.

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