Märkte / Aktien

SMI schliesst etwas tiefer

Im Schweizer Leitindex reichen Anleger die Roche-Papiere von der Spitze bis ans Ende durch. Die Bankaktien schliessen derweil im Plus.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch nach einer freundlichen Eröffnung im Verlauf schwächer präsentiert. So stand der Swiss Market Index SMI (SMI 10660.9 -0.48%) bei Eröffnung noch 0,2% höher. Im frühen Handel pendelte er um seinen gestrigen Schlusskurs. Am Nachmittag drehte der Leitindex ins Minus. Er erholte sich allerdings von seinem Tagestief und schloss bei 10’032.

Die US-Aktienmärkte handelten ohne grosse Impulse mehrheitlich etwas leichter. Der Dow Jones (Dow Jones 27960.8 -3.56%) notierte bei Börsenschluss in Europa 0,1% tiefer. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3225.89 -3.35%) verlor ebenfalls 0,1%. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite sank 0,3%.

Das Geschäft war von der Vorsicht der Marktteilnehmer geprägt. Zwar wird am Markt der Start in die Bilanzsaison im dritten Quartal als geglückt bezeichnet. Aber für Zurückhaltung sorgten neue Spannungen zwischen China und den USA im Umgang mit Hongkong und der schwelende Handelsstreit. Auch sei die Kaufbereitschaft am Tag vor dem Brexit-Gipfel eher gedämpft, hiess es von Händlern. Zuletzt soll es zu einer gewissen Annäherung bei den Verhandlungen über den Brexit-Deal der EU mit Grossbritannien gekommen sein.

Roche deutlich im Minus

Im SMI präsentierten sich die Valoren am Nachmittag verglichen mit dem Vormittag spiegelverkehrt. Sprich: Die Gewinner büssten ein, und die Verlierer holten auf. So hatten die Genussscheine von Roche (ROG 336.2 0.43%) den Gesamtmarkt im frühen Handel noch beflügelt. Doch mit fortschreitendem Handel zeigten sich die Genussscheine zunehmend schwächer. Sie schlossen sogar als die grössten Verlierer im SMI. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen auf hohem Kursniveau. Dabei geht beim Pharmariesen aus Basel der gute Lauf mit Medikamenten weiter. Der Umsatz war in den ersten drei Quartalen um 10% gestiegen und damit stärker als von Analysten erwartet. Nun hat Roche die Jahresprognose angehoben.

Auch die anderen beiden Schwergewichte, Novartis (NOVN 88.92 -2.6%) und Nestlé (NESN 106.02 0.17%), schalteten einen Gang zurück. Der Nahrungsmittelkonzern gewährt morgen Donnerstag einen Blick in seine Bücher.

Die Bankvaloren UBS (UBSG 11.88 -1.53%) und Credit Suisse (CSGN 12.555 -1.22%) drehten derweil am Nachmittag ins Plus. Schützenhilfe kam aus den USA: Trotz einer Milliardenabschreibung verdiente die Bank of America im dritten Quartal mehr.

Mit Sika (SIKA 184.2 0%), LafargeHolcim (LHN 46.57 0.13%) und Geberit (GEBN 515 0%) legten zyklische Werte zu.

Die Anteile von Swiss Re (SREN 100.1 -0.35%) handelten zwar zunächst etwas fester, doch im weiteren Handelsverlauf gaben auch sie nach. Dies nach einer Kurszielerhöhung von Barclays (BARC 167.84 -1.35%) und Commerzbank (CBK 5.873 -4.13%) auf 106.90 Fr. (von 106.10) bzw. 112 (100) Fr. Die entsprechenden Ratings lauten «Overweight» und «Hold».

Die im frühen Handel schwächer aufgelegten der Luxusgüterhersteller erholten sich. So zeigten sich Swatch Group (UHR 234.3 -0.47%) und Richemont (CFR 70.02 -0.11%) bei Börsenschluss fest bis freundlich.

Temenos stark vor Zahlen-Publikation

Im SMIM (SMIM 2729.807 -0.25%) zeigten sich die Tech-Werte unentschlossen. Sie starteten schwächer, drehten dann in die Gewinnzone. Temenos (TEMN 152.55 -1.49%), der Banksoftwarespezialist legt am Abend Zahlen vor, schlossen fester. Logitech (LOGN 39.18 -1.09%) bewegten sich kaum.

Die Aktien von AMS (AMS 36.42 -0.95%) pendelten zwischen Gewinn- und Verlustzone. Der Halbleiterhersteller hatte eine neue Generation von 3-D-Sensoren lanciert. Damit könnten 3-D-Lösungen wie etwa die Gesichtserkennung zum Entsperren von Geräten leichter und zu geringeren Kosten umgesetzt werden. Zudem hatte der Chiphersteller ASML seine Prognosen bestätigt.

Die Titel der Gesundheitsunternehmen wie Vifor Pharma (VIFN 172.5 -0.14%) und Straumann (STMN 960.6 -1.6%) präsentierten sich stabil bis freundlich. Sonova (SOON 248.4 -0.6%) bildeten eine Ausnahme. Der Hörgerätehersteller hatte gestern an einem Investorentag ein Update zu den Produkten und zur Strategie geliefert.

Die Papiere von Conzzeta (CON 1018 0.2%) verloren klar. Der Mischkonzern hatte bei allen drei Sparten Blechbearbeitung, Spezialchemie und Outdoor die Umsatzerwartungen im dritten Quartal verpasst, besonders deutlich in der Ersteren (Bystronic). Der Jahresausblick wurde aber bestätigt

Zur Rose (ROSE 116 -0.17%) waren gefragt. Barclays hatte die Abdeckung der Aktien der Versandapotheke mit der Empfehlung «Overweight» und einem Kursziel von 120 Fr. gestartet.

Zudem fielen einerseits die Finanzwerte Leonteq (LEON 45.06 -0.53%) und Swissquote (SQN 59.2 0.77%) mit Gewinnen, andererseits der Industrietitel Klingelnberg (KLIN 21 -0.47%), Schlatter (STRN 33.6 -2.89%) und Phoenix Mecano (PM 449.5 -0.11%) mit Verlusten auf.

Leclanché (LECN 1.145 -7.66%) stiegen. Der Batterienhersteller will angeblich ins Geschäft mit Batterien für Elektroautos einsteigen. Allerdings wollte das Unternehmen dies in einem Bericht der «Handelszeitung» nicht bestätigen.

Am breiten Markt verzeichneten die Papiere von Gurit (GUR 1530 -0.65%) tiefere Kurse. Der Kunststoffspezialist hatte den Umsatz in den ersten neun Monaten stärker als erwartet gesteigert und die Umsatzprognose für das ganze Jahr angehoben.

Asien: kein einheitlicher Trend

Die asiatischen Börsen zeigten sich am Mittwoch uneinheitlich. Der japanische Nikkei (+1,3%) und der Hang Seng (+0,4%) in Hongkong notierten höher. Der Shanghai Composite (–0,2%) fiel leicht. Der koreanische Kospi (+0,6%) stieg.

Euro über 1.10 Fr.

Der Euro schwankte am Mittwoch vor allem zum Dollar. Avancen in frühen Handel büsste die Gemeinschaftswährung ein, um 17.30 Uhr MESZ zeigte sich sich aber wieder fester. Sie kostete zum Dollar 1.1050 $. Zum Franken verlor der Euro leicht an Terrain, konnte sich aber über der Marke von 1.10 halten. Bei Börsenschluss in Europa kostete der Euro 1.1010 Fr. Zur Schweizer Währung ging der Dollar leichter zu 0.9988 Fr. um.

Ölpreis höher

Der Ölpreis erholte sich am Mittwoch nach eine anfänglichen Abwärtsbewegung. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 56.3 0.75%) gut 59 $. Die Kursveränderungen beim Goldpreis hielten sich in Grenzen. Die Feinunze stieg leicht, notierte mit 1482 $ aber relativ deutlich unter der Marke von 1500.

Bitcoin knapp unter 8000 $

Der Bitcoin (Bitcoin 9568.35 -0.71%) verlor leicht an Wert. Nachdem vor wenigen Tagen noch Preise von über 8500 $ bezahlt wurden, kämpfte die «Krypto-Leitwährung» heute wieder um die Marke von 8000 $.