Märkte / Aktien

SMI markiert Allzeithoch

Die Schweizer Börse schliesst fester. Zykliker und Pharmawerte legen zu. Sonova sind im Minus. Molecular Partners sacken ab. Der Euro verharrt unter 1.14 $.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich der Rekordjagd an zahlreichen Börsen nun ebenfalls angeschlossen. Am Dienstag hat auch der Schweizer Leitindex SMI (SMI 10'702.50 -1.65%) ein neues Allzeithoch erreicht und damit seine bisherige Höchstmarke vom August übertroffen. Insgesamt sei allerdings eine Konsolidierung auf hohem Niveau zu beobachten, hiess es am Markt.

Treiber der derzeitigen Kursstände sind laut Händlern weiterhin die meist sehr erfreulichen Unternehmenszahlen. Dagegen würden die Sorgen um Zinserhöhungen aber auch um steigende Corona-Zahlen derzeit meist ausgeblendet. Positiv aufgenommen wurde auch das virtuelle Treffen zwischen Joe Biden und seinem chinesischen Gegenpart Xi Jingping: Ein konstruktiverer Umgang miteinander sei bereits ein positives Signal.

Freundlich zeigten sich auch die US-Börsen. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes legten bei Börsenschluss in Europa klar zu. Der S&P 500 avancierte 0,5%. Der Dow Jones stieg ebenfalls 0,5%. An der Technologiebörse zeigen die Kurse mehrheitlich etwas deutlicher nach oben. Der Nasdaq Composite gewann 0,6% zu.

Schwergewichte fester

Dass der Markt seine Gewinne im Laufe des Handels etwas ausgebaut hatte, verdankte er neben Nestlé (NESN 112.84 -0.60%) auch den Pharmaschwergewichten Novartis (NOVN 80.91 -0.91%) und Roche, die den Markt stützten. Alcon (ALC 67.84 -0.18%) legten ebenfalls zu. An der Spitze standen zudem Zykliker wie ABB (ABBN 25.09 -1.88%), SGS (SGSN 2'181.00 -0.37%) oder Holcim (HOLN 39.43 -4.18%).

Gefragt waren auch die Aktien des Uhrenherstellers Swatch Group (UHR 220.40 -3.04%). Konkurrent Richemont (CFR 96.88 -4.03%) avancierte weiter, die Aktien der Genfer hatten in den vorangegangenen Tagen ein Kursfeuerwerk nach Zahlen gezündet.

Credit Suisse (CSGN 5.31 -4.36%) gaben ab. Die Aktien der Grossbank wurden durch eine Abstufung von JPMorgan auf «Underweight» belastet. Der Analyst zeigt sich von der am Investorentag verkündeten Strategie enttäuscht. Er habe sich eine radikalere Schrumpfung des Investment Banking erhofft, denn mit dem eingeschlagenen Weg werde das Problem der geringen Rentabilität nicht gelöst.

Fester tendierten andere Vertreter der Finanzbranche. UBS (UBSG 14.95 -4.59%), Swiss Life (SLHN 445.70 -4.23%) gewannen. Zurich Insurance (ZURN 405.40 -3.98%), Swiss Re (SREN 71.60 -4.30%) und Partners Group (PGHN 844.60 -1.35%) tendierten seitwärts. Am Vorabend hatten in den USA die Renditen der zehnjährigen und auch der dreissigjährigen Staatsanleihe deutlich angezogen, was sich oft positiv auf die Finanzkurse auswirkt.

Abwärts ging es erneut für Sonova (SOON 313.40 +0.71%), die bereits am Vortag nach Zahlen unter Gewinnmitnahmen gelitten haben.

Auch bei Geberit (GEBN 465.40 -0.73%), Straumann (STMN 113.50 +0.13%) und Kühne + Nagel (KNIN 225.10 -0.40%) seien die Verluste mit Gewinnmitnahmen zu begründen, hiess es am Markt. Alle drei Aktien haben im bisherigen Jahresverlauf zwischen mehr als 30 und nahezu 100% gewonnen.

Die volatilen AMS-Osram konnten ihre Avancen nicht halten. Hier hatten am Vortag Deckungskäufe aus dem Lager der Leerverkäufer für ein deutliches Plus gesorgt, sagten Händler.

Die mit Abstand grössten Bewegungen waren unterdessen im breiten Markt zu beobachten. Dort brachen Molecular Partners (MOLN 6.36 +0.16%) ein nach enttäuschenden Studienergebnissen.

In den hinteren Reihen fielen Hochdorf (HOCN 37.00 +0.00%) nach Aussagen zur Standortschliessung und -abwicklung positiv auf.

Gesucht waren Orascom (ODHN 6.82 -5.80%) nach Zahlen. Die Gesellschaft des ägyptischen Investors Samih Sawiris hatte für das dritte Quartal eine anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien und eine Belebung des Hotelgeschäfts vermeldet.

Gemischtes Bild in Asien – Geopolitik im Blick

Im Blickfeld der asiatischen Märkte stand das wichtige Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, das gestern virtuell stattgefunden hatte. In Festlandchina lag der marktbreite Shanghai Composite um 0,3% tiefer. In Hongkong legte der Hang Seng um 1,1% zu. In Südkorea handelte der Kospi dagegen nahezu unverändert bei 2997 Punkten. In Japan notierte der Nikkei 225 um 0,1% höher. Auch der breiter gefasste Topix legte leicht zu, um 0,1%.

Euro unter 1.14 $

Der Euro notierte am Dienstag zu US-Währung weiter unter der Marke von 1.14 $. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1348 $. Das ist der tiefste Stand seit Juli 2020. Gegenüber dem Franken bewegte sich der Euro mit 1.0535 Fr. zwar aufwärts, in den vergangenen Tagen hatte er allerdings deutlich an Wert eingebüsst. Der Dollar arbeitete sich derweil an die marke von 0.93 Fr. heran und wurde mit 0.9285 Fr. höher bewertet als am Vorabend mit 0.9244 Fr.

Bitcoin korrigierte klar

Der Ölpreis konnte am Dienstag seine Erholung aus dem frühen Handel nicht fortsetzen und büsste leicht ein. Nach wie vor beschäftigt die Marktteilnehmer die Frage, ob sich die USA gegen das derzeit hohe Preisniveau stemmen werden. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 82 $.

Gold tendierte etwas abwärts. Der Preis pro Feinunze lautete um 17.30 Uhr MEZ 1855 $.

Bitcoin korrigierte nach der jüngsten Aufwärtsbewegung deutlich. Die grösste Cyberdevise fiel nach starken Verlusten zeitweise unter 60’000 $.