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SMI schliesst auf neuem Rekordstand

Die Schweizer Börse hat die Woche mit neuen Rekorden beendet. Für Anleger-Schlagzeilen sorgten Ascom, GAM, Richemont und Zehnder.

(AWP/Reuters/RI) Der Leitindex SMI (SMI 10216.28 0.05%) übersprang am Freitag die Marke von 10’800 Punkten in hohem Bogen und schloss 1,39% höher bei 10’841,82 Punkten, auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von 1,9%.

Für gute Laune unter den Anlegern sorgten die aufgehellten Aussichten für die Wirtschaft. So erhielten Unternehmen durch das Teilhandelsabkommen der USA mit China mehr Planungssicherheit, hiess es am Markt. Das verschaffe der erwarteten konjunkturellen Erholung im laufenden Jahr grundsätzlich Vorschub.

Auch ermutigende Konjunkturzahlen stützten das Bild der Erholung. So deuten Zahlen zur Industrieproduktion und zum Detailhandel an, dass China die Talsohle durchschritten hat. Bis zum Schluss hielten sich die Richemont-Titel mit klarem Abstand an der Spitze der Gewinner unter den Bluechips. Der Luxusgüterkonzern hat im Weihnachtsquartal mehr Schmuck und Uhren verkauft als vor einem Jahr.

Den Grossteil zum Höhenflug des SMI trugen zudem die drei defensiven Schwergewichte Nestlé (NESN 109.76 1.42%), Novartis (NOVN 80.31 0.14%) und Roche (ROG 330.95 -0.26%) bei. Ohnehin gesucht waren Anteile aus dem Gesundheitssektor. Dazu zählten etwa die Titel des Hörgeräteherstellers Sonova (SOON 205.1 -0.24%), die von UBS (UBSG 9.678 -2.97%) mit der Empfehlung ‘Buy’ als Branchenfavorit eingestuft wurden. Auch Credit Suisse (CSGN 8.766 -1.64%) empfiehlt den Titel zum Kauf.

Ascom deutlich tiefer

Bei Geberit (GEBN 533.2 0.41%) nutzten Anleger nach dem Kurssturz am Vortag die Gelegenheit für Zukäufe, wie es am Markt hiess. Im breiten Markt fielen GAM (GAM 1.689 -1.23%) mit einem satten Plus auf. Der Vermögensverwalter stellte am Morgen ein ausgeglichenes Jahresergebnis in Aussicht, was über den Marktschätzungen liegt.

Nach Umsatzzahlen und einer Hochstufung waren auch die Aktien der auf Raumklima-Produkte spezialisierten Zehnder (ZEHN 42.2 0.96%) Gruppe (+6,8%) gesucht.

Auf der anderen Seite gerieten die Ascom-Titel unter Druck. Das Medizinal-IT-Unternehmen hat 2019 einen Umsatz- und Gewinnrückgang erlitten. Nun tritt es auf die Kostenbremse.

Auf der anderen Seite fanden sich unter den wenigen Verlierern die Techtitel Logitech (LOGN 67.62 -1.02%), Temenos (TEMN 126.95 1.64%) und AMS (AMS 18.595 -0.16%). Bei AMS sei erneut von Leerverkäufen im Hinblick auf die anstehende Kapitalerhöhung zu hören gewesen, sagte ein Händler. Logitech legt am Dienstag Zahlen zum dritten Quartal vor.

Rekorde allenthalben

Derweil geht die Rekordjagd auch an der Wall Street weiter. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 (SP500 3298.46 1.6%) gewannen am Freitag zur Eröffnung jeweils bis zu 0,4% auf 29’345,43 Punkte, 9393,48 Zähler beziehungsweise 3324,16 Stellen.

In Asien legten die Kurse zum Wochenschluss zu. Der japanische Nikkei-Index schloss am Freitag 0,5% fester bei 24’041,26 Zählern, nachdem er im Handelsverlauf auf den höchsten Stand seit Oktober 2018 gestiegen war. In China traten die Kurse auf der Stelle. Zuletzt hatten Hoffnungen auf eine Normalisierung der Beziehung zu den USA für gute Stimmung gesorgt.

Euro schwächelt weiter

Der Kurs des Euro ist am Freitag unter Druck geraten und unter 1.11 $ gefallen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei einem Tagestief von 1.1086 $ gehandelt. Am Morgen hatte sie noch bei 1.1143 $ notiert.

Auch zum Franken schwächelte der Euro weiterhin, am Abend kostete er 1.0743 Fr. nach 1.0751 am Morgen. Auch der Dollar-Franken-Kurs bewegte sich mit 0.9678 Fr. weiter auf einem tiefen Niveau, erholte sich aber im Vergleich zum Morgen etwas. Händler erklären sich die aktuelle Frankenstärke primär mit Spekulationen gegen die Nationalbank.

Ölpreise etwas gestiegen

Die Ölpreise sind am Freitag etwas gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.78 0.12%) kostete zuletzt 64.83 $. Das waren 22 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI (WTI 40.25 -0.07%) stieg um 13 Cent auf 58.66 $.

Obwohl die Erdölpreise zuletzt etwas von der Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und China profitiert haben, halten sich die Preisaufschläge in engen Grenzen.