Märkte / Aktien

SMI schliesst zum Wochenauftakt höher

Der Schweizer Leitindex hat am Montag an die Gewinne der Vorwoche angeknüpft und schloss nach einem weitgehend ereignislosen Börsentag im Plus.

(AWP/Reuters/SK) Der Swiss Market Index (SMI (SMI 9036.98 0.45%)) schloss nach einem von dünner Nachrichtenlage geprägten Tag höher auf 11’168 Punkten. Nach ersten Gewinnen am Montagmorgen kehrte am Schweizer Aktienmarkt im Tagesverlauf rasch Ruhe ein. Die Handelsspanne war mit rund 40 Punkten entsprechend eng. Marktteilnehmer hatten angesichts der geschlossenen US-Börsen an diesem Montag schon vorbörslich einen wenig volatilen Handel prognostiziert. Mit dem Tagesgewinn knüpfte der SMI an seinen jüngsten Lauf an. Bereits in der vergangenen zwei Wochen war der Leitindex um knapp 5% gestiegen und hat neue Höchststände erreicht.

Während auf Unternehmensseite Impulse Mangelware waren, profitierten der Markt von positiven Nachrichten aus China. Von Händlerseite hiess es, die Ansteckungsdynamik beim Coronavirus habe nicht zugenommen. Gut angekommen ist auch die Ankündigung der chinesischen Regierung, die Unternehmenssteuern zu reduzieren, um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus zu lindern.  Darüber hinaus gab die Notenbank am Montag neues Zentralbankgeld heraus. Es gebe aber nach wie vor auch Skeptiker am Markt, so Händler. Doch sei es schwer, sich gegen den Trend zu stellen, da der Weg des geringsten Widerstands klar weiter nach oben führe.

Dämpfend wirkten die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Japan. Das Bruttoinlandprodukt des Landes sank im Schlussquartal 2019 um 6,3%. Das ist der stärkste Rückgang seit fast sechs Jahren.

Nestlé profitierten von Kaufempehlung

Einen starken Einfluss auf die positive Performance des SMI hatten am Montag Roche (ROG 308.55 4.01%). Die Experten der Citigroup (C 42.095 -3.89%) hatten ihr Votum für die Titel auf «Buy» erhöht und das Kursziel auf 395 Franken deutlich nach oben angepasst. Branchenkollege Novartis (NOVN 77.19 1.57%) wurde dagegen auf «Neutral» zurückgestuft, was den Kurs belastet hat. Ebenfalls unterstützend auf den SMI wirkten Nestlé (NESN 97.61 0.17%).

Zugelegt haben auch die beiden Grossbanken UBS (UBSG 8.81 -2.87%) und Credit Suisse (Credit Suisse 7.806 -3.06%). Beide fielen am Wochenende mit Nachrichten rund um Ihre Führungsetage auf. So soll gemäss einem Bericht im «Tagesanzeiger» UBS-CEO Sergio Ermotti den Ausgang des Berufungsprozesses in Paris abwarten, um über seinen Rücktritt zu informieren. Bei der Credit Suisse sorgt einem Bericht der «Sonntagszeitung» zufolge der letzte Lohn von Ex-CEO Tidjane Thiam für Streit mit dem Verwaltungsrat. Stärkezeichen sendeten unter den SMI-Titeln zudem Zurich Insurance (ZURN 321.7 -0.53%) und Givaudan (GIVN 2921 1.95%). Abwärts ging es unter anderem für Sika (SIKA 153.9 -1.88%) und SGS (SGSN 2210 -0.23%).

AMS wegen Coronavirus unter Druck

Auch am breiteren Markt herrschte zum Wochenauftakt gute Stimmung. Der Swiss Performance Index (SPI (SXGE 10999.67 0.62%)) notierte parallel zum SMI leicht höher. Auffällig stark schnitten erneut Leonteq (LEON 37.42 -1.21%) ab. Die Titel des Derivatespezialisten hatten bereits in der vergangenen Woche 14% gewonnen. Beflügelt worden sind die Valoren wohl vor allem durch den Entscheid von Leonteq, wieder eine Dividende auszuschütten. Derweil ging es für den Swiss Market Mid Caps (SMIM (SMIM 2114.336 -1.01%)) leicht abwärts. Angeführt wurde das Feld der Verlierer im Index von AMS (AMS 9.232 -1.26%), Temenos (TEMN 121.1 0.37%) und Schindler (SCHP 205.5 -2.05%).

AMS wurden Händlern zufolge von der Angst vor negativen Konsequenzen des Coronavirus-Ausbruchs auf das Tagesgeschäft belastet, gerade im Hinblick auf die geplante Kapitalerhöhung. Mögliche Probleme entlang der Wertschöpfungskette des Sensorenherstellers kämen zu einem für das Unternehmen sehr ungünstigen Zeitpunkt. Den Papieren drohe so gegebenenfalls sogar eine Abwärtsspirale, hiess es weiter.

In Deutschland trieben indes die Autohersteller Volkswagen (VOW 138.5 27.06%), Daimler (DAI 26.405 -2.92%) und BMW (BMW 44.3 -2.67%) den DAX an. Gebremst wurden die Avancen des Index jedoch von Schwergewicht Bayer (BAYN 51.45 1.54%). Der Agrar- und Pharmakonzern hat in den USA eine Niederlage vor Gericht eingefahren. Bayer wurde zusammen mit dem Chemieriesen BASF (BAS 41.235 0.37%) im Rechtsstreit um das Unkrautvernichtungsmittel Dicamba zu einer Zahlung von 265 Mio. $ verurteilt.

Gemischte Vorgaben

Den positiv gestimmten Märkten vorausgegangen waren gemischte Vorgaben aus Asien. In Schanghai stieg der Leitindex CSI 300 am Montagmorgen 2,25%, angefeuert durch die Meldungen über die angekündigten wirtschaftspolitischen Massnahmen. Der Hang Seng legte in Hongkong 0,5% zu. Dagegen verloren japanische Aktien deutlich Terrain. Der Nikkei verlor 0,7%, der breiter gefasste Topix 0,9%.

Bereits am Freitag hatten die Börsen in den USA uneinheitlich geschlossen. Der S&P 500 und der technologielastige Nasdaq verbesserten sich gegenüber dem Vortag um je 0,2%. Hingegen gab der Dow Jones um 0,09% nach.

Euro stabilisiert sich

Der Euro präsentierte sich am Montag gegenüber dem US-Dollar nach den Kursverlusten in den vergangenen Wochen stabil. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,0833 $ und damit nur leicht weniger als am Freitag. Zuletzt war der Euro zum Dollar auf einen dreijährigen Tiefstand bei etwas mehr als 1,08 $ gefallen.

Zum Franken notierte der Euro bei Kursen um die 1,063 Fr. In der vergangenen Woche war das Euro/Franken-Paar zeitweise bis auf 1,061 gefallen, ein Niveau, das man zuletzt im Sommer 2015 gesehen hat. Der US-Dollar kostete am Abend 0,981 Fr.

Der Ölpreis setzt den Aufwärtstrend der vergangenen Woche fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 22.84 -2.56%) kostete am Abend 57.30 $. Gold (Gold 1621.63 -0.36%) notierte bei einem Preis von rund 1580 $ pro Feinunze.

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