Märkte / Aktien

SMI schliesst bei knapp 8500

An der Schweizer Börse und am US-Aktienmarkt gehen die extremen Schwankungen weiter. Der Dollar erstarkt.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt schwankte am Dienstag stark. Bei Handelsschluss notierte er klar im Plus, und zwar knapp unter der Marke von 8500. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9242.44 -0.31%) stieg bei Eröffnung 4,6%. Im frühen Handel gab er die gesamten Avancen preis und drehte ins Minus. Die Marke von 8000 fiel zwischenzeitlich. Dann folgte eine lange Phase der Seitwärtsbewegung. Mit Eröffnung der Wallstreet drehte der SMI abermals ins Plus und festigte sich dort, neue Pläne der US-Notenbank Fed beflügelten. Erneut war der Handel durch hohe Schwankungen gekennzeichnet. Am Vortag hatte der Leitindex um 1,7% nachgegeben und damit den Abwärtstrend fortgesetzt. Anleger reagierten erneut extrem nervös. Der Volatilitätsmesser der Schweizer Börse, der VSMI, zog noch weiter an und notierte zwischenzeitlich über 80.

Nach dem gestrigen Ausverkauf an der US-Börse zeigte sich die Wallstreet bei Handelsende in Europa klar fester. Die Aussicht auf neue Geldspritzen der US-Notenbank stützten die Börsen. Das Fed will kurz laufende Unternehmensanleihen aufkaufen. Die Volatilität blieb weiter hoch. Der Dow Jones (Dow Jones 21052.53 -1.69%) lag 5,5% im Plus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2488.65 -1.51%) handelte 5% fester. Der Nasdaq Composite notierte 5% höher.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus haben die Regierungen weltweit nicht nur das Leben der Bevölkerung eingeschränkt, sondern auch die wirtschaftlichen Tätigkeiten stark eingedämmt. Daher sei eine weltweite Rezession unabwendbar, wurde am Markt befürchtet, und die Aktienbörsen stehen massiv unter Druck. Die Marktteilnehmer hoffen nun auf umfangreiche Fiskalpakete, mit denen diese Folgen abgefedert werden sollen. Die USA hatten am späten Nachmittag (Schweizer Zeit) Ideen für ein Konjunkturpaket präsentiert.

SMI: Defensive Titel stark, Versicherer weiter schwach

Markant fester schlossen im SMI vor allem Swisscom (SCMN 531.8 0.3%), Sika (SIKA 154.2 1.38%) und SGS (SGSN 2230 0.45%). Die Aktien der Lusxusgüterhersteller Richemont (CFR 49.96 -1.69%) und Swatch Group (UHR 182.35 -3.06%) schlugen sich besser als der Gesamtmarkt.

Roche (ROG 322.7 0%) lagen im Plus. Der Pharmakonzern hatte in den USA mit der Auslieferung von Covid-19-Test begonnen. Novartis (NOVN 81.65 1.08%) und Nestlé (NESN 102.36 1.27%) erwiesen sich im weiteren Handelsverlauf mit deutlichen Gewinnen als Unterstützung.

Zu den grössten Gewinnern zählten bei Eröffnung noch die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 8.656 -1.5%) und Credit Suisse (Credit Suisse 7.626 -1.14%), doch sie kamen rasch zurück. Ein Erholungsversuch verpuffte bei den Versicherertiteln um Swiss Re (SREN 71.18 -0.45%), Swiss Life (SLHN 305.6 -1.77%) und Zurich Insurance (ZURN 303.2 -9%).

Bei den Zyklikern war das Bild getrübt. Adecco (Adecco 35.37 -2.54%) und LafargeHolcim (LHN 34.32 -0.58%) gaben erneut nach.

Vifor von Verkauf belastet – Dufry erneut schwach

Vifor Pharma (VIFN 133.4 -0.07%) gaben massiv nach. Grossaktionär Remo Stoffel hat über Goldman Sachs 2 Mio. Aktien zu 96 Fr. verkauft. «Im aktuellen Umfeld dürfte der Discount noch etwas grösser gewesen sein als üblich. Und da manche der Investoren die Differenz zwischen Platzierungspreis und Aktienkurs gleich als Gewinn einloggen wollen, fällt halt der Kurs», sagte ein Händler.

Die arg wegen der Sorgen um das Coronavirus gebeutelten SMIM-Aktien Dufry (DUFN 24.52 -9.19%) gaben weiter stark nach. Flughafen Zürich (FHZN 103.8 -1.89%) bewegten sich weniger stark abwärts. Ab heute sei die Mehrheit der Läden und der Restaurants am Flughafen geschlossen, hiess es in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Die Regelung gelte bis mindestens 19. April.

Die Aktien von AMS (AMS 7.822 -11.32%) schlossen tiefer. Sie haben wegen der laufenden Kapitalerhöhung – bereits am Montag startete der Bezugsrechtehandel – am Vortag um 44,9% auf 9.54 Fr. verloren. Im Markt nehmen laut Händlern die Zweifel über die Transaktion zu, da der Aktienkurs unter dem Platzierungspreis der neuen Papiere von 9.20 Fr. notiert. Damit entfalle jeglicher Anreiz, an der Transkation mitzumachen, hiess es.

Die Aktien Partners Group (PGHN 650.4 0.84%) beendeten den Handel mit Abgaben. Die Unsicherheiten rund um die Auswirkungen des Coronavirus wogen schwerer als die positiven Zahlen.

Im SMIM (SMIM 2087.724 -0.95%) fielen Industriewerte mit klaren Gewinnen auf. Dazu gehören Ems-Chemie (EMSN 576 -1.37%), Bucher (BUCN 251.4 0%) Industries und OC Oerlikon (OERL 7.495 -1.06%).

Swissquote mit massiven Gewinnen

Swissquote (SQN 52.9 1.54%) fuhren Achterbahn. Sie pendelten im frühen Handel zwischen Minus- und Pluszone hin und her. Im weiteren Verlauf wiesen sie ein sehr grosses Plus aus. Die Onlinebank hatte etwas mehr verdient und verzeichnet eine hohe Nachfragen nach Konten.

Im breiten Markt vollzogen Tecan (TECN 299 0.07%) zunächst einen Kurssprung. Der Laborausrüster hatte starke Zahlen vorgelegt. Das Coronavirus sorge für Vor- und Nachteile, was den Geschäftsverlauf betreffe.

Die Aktien von Komax (KOMN 141.6 -3.01%) gingen nach der Vorlage der Jahreszahlen 2019 auf Tauchstation.

Markant waren die Abgaben bei Schlatter (STRN 25.6 -9.86%), die Industriegruppe hatte heute Zahlen vorgelegt und einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn ausgewiesen.

Vetropack (VET 2620 -0.19%) legten nach der Zahlenvorlage für 2019 und der Ankündigung eines Aktiensplits deutlich zu.

Gemischtes Bild in Asien – Manilas Börse dicht

Am Dienstag notierten in Asien die wichtigsten Indizes uneinheitlich. In Japan verbesserte sich der breit gefasste Topix um 2,6%, der Nikkei 225 leicht um 0,1%. In Schanghai handelte der chinesische Leitindex CSI 300 um 0,3% tiefer. In Hongkong notierte der Hang Seng (Hang Seng 23236.11 -0.19%) +1%. Verluste in Höhe von 2,5% fuhr die Börse in Seoul ein. Als erste Börse schloss am Dienstag der philippinische Aktienmarkt auf unbestimmte Zeit, während der Devisen- und Anleihenhandel ausgesetzt wurden. Dies war die erste pauschale Schliessung als Reaktion auf das Coronavirus.

Dollar erstarkt

Der Dollar zeigte sich markant fester zum Euro und zum Franken. Die europäische Gemeinschaftswährung gab weiter massiv nach und rutschte auf ein Tagestief bei 1.0975 $. Zum Franken notierte sie weniger verändert mit 1.0584 Fr. Der Dollar übersprang zum Franken die Marke von 0.96 und stand bei Handelsende in Zürich bei 0.9645 Fr.

Ölpreiserholung

Der Ölpreis konnte am Dienstag seine Verluste vom Wochenauftakt leicht aufholen. Nach klaren Avancen drehte er zunächst ins Minus, gegen Börsenschluss in Europa notierte er fester. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 34.89 17.55%) kostete gut 30 $. Am Montag hatte die Sorge um einen starken Rückgang der Nachfrage die Notierung bereits unter die Marke von 30 $ je Barrel gedrückt. Der Goldpreis pendelte um die Marke von 1500 $. Die Feinunze des Edelmetalls kostete um 17.30 Uhr MEZ 1533 $.

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