Märkte / Aktien

SMI schliesst bei 10’200

Erneut notiert die Schweizer Börse im Plus. Vor allem die Schwergewichte legen zu. Swissquote springen hoch. Der Euro rutscht unter 1.07 Fr.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch dank der Index-Schwergewichte erneut klar im Plus geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10211.53 -1.15%) stieg bei Eröffnung 0,3%. Im frühen Handel baute er die Avancen aus und überstieg 10’100. Bis zum Mittag festigte er sich auf diesem Niveau. Am Nachmittag arbeitete er sich sogar auf 10’200 vor. Damit setzte sich der starke Lauf vom Dienstag mit ähnlicher Dynamik fort. Die Aussicht auf weitere Stützungsmassnahmen von Notenbanken und Regierungen hatte Investoren am Dienstag beherzt bei Aktien zugreifen lassen.

In New York war derweil bei Handelsende in Zürich keine klare Richtung erkennbar. Die drei Hauptindizes an der Wallstreet notierten zu Eröffnung zwar fester, gaben dann aber Gewinne her. Der S&P 500 (SP500 3246.59 0.3%) lag 0,1% im Minus. Der Dow Jones (Dow Jones 26815.44 0.2%) gab 0,3% nach. Der Nasdaq Composite der Technologiebörse stieg derweil 0,5%.

Händler betonen immer wieder, dass Anleger derzeit hin- und hergerissen seien zwischen Hoffen und Bangen. So hätten etwa die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA die Hoffnung auf einen stärkeren wirtschaftlichen Aufschwung geweckt, Fed-Chef Jerome Powell habe hingegen gewarnt, dass Dauer und Stärke der Erholung weiterhin sehr unsicher seien.

Wie unterschiedlich die Lage zum Teil ist, zeigen denn auch die Exportdaten aus Japan, die den stärksten Einbruch seit mehr als einem Jahrzehnt gezeigt hatten. Hinzu kämen geopolitische Spannungen wie etwa zwischen Süd- und Nordkorea oder auch die Zusammenstösse zwischen indischen und chinesischen Truppen an der Himalaya-Grenze, die zu einer grösseren Zurückhaltung führten.

Starke SMI-Schwergewichte

Im SMI verzeichneten Novartis (NOVN 80.2 -1.37%) ein grosses Plus. Sie profitierten von gleich zwei Zulassungsentscheiden der US-Gesundheitsbehörde FDA. So darf der Konzern künftig sowohl Ilaris also auch Cosentyx in weiteren Indikationen einsetzen. Roche (ROG 331.8 -0.75%) beflügelten den SMI mit ihren Avancen zusätzlich.

Mit Alcon (ALC 51.92 -1.59%) und Lonza (LONN 566.4 -1.73%) gehörten weitere Werte aus der Gesundheitsbranche zu den Gewinnern. Die Aktien des Life-Science-Unternehmens Lonza sind mit einem Kursgewinn von annähernd 40% ohnehin der absolute Investorenfavorit in diesem Jahr.

Grosse Unterstützung bekam der SMI durch Avancen des dritten Schwergewichts, Nestlé (NESN 108.22 -0.77%). Die Aktien des Nahrungsmittelriesen waren die Gewinner des Tages.

Derweil schalteten die Finanzwerte nach einem guten Handelsstart einen Gang zurück. So bauten sowohl die Bankaktien UBS (UBSG 9.974 -2.31%) und Credit Suisse (CSGN 8.912 -2.15%) als auch die Versicherer Swiss Re (SREN 68.16 -1.3%), Swiss Life (SLHN 345.5 -1.68%) und Zurich Insurance (ZURN 321.9 -1.95%) ihre Gewinne ab oder drehten sogar ins Minus.

Auf der Verliererliste waren die Titel des Luxusgüterherstellers Richemont (CFR 60.84 -1.27%) zu finden, während Swatch Group (UHR 209.1 -1.51%) etwas fester schlossen.

Gesundheitswerte gesucht

Wie auch die grossen Valoren gewannen die Aktien der mittelgrossen Unternehmen aus dem Gesundheistsektor. Neben Vifor Pharma (VIFN 124.9 -4.91%) fuhren auch Straumann (STMN 865 -2.39%) und Sonova (SOON 205.6 -2.05%) Gewinne ein.

Die Papiere des österreichischen Chip- und Sensorherstellers AMS (AMS 18.625 -0.11%) schlossen im Minus. Dass der Konzern Spekulationen über einen Verkauf der Automotive-Sparte des Münchner Lichtkonzerns Osram (OSR 50.14 1.25%) zurückgewiesen hat, belastete den Kurs. Am Dienstag hatten die Aktien dadurch noch zeitweise deutlich Auftrieb bekommen. Zudem erwartet Osram für dieses Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang.

Beim Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli (LISN 81800 -1.09%) sorgte eine neu ausgesprochene Verkaufsempfehlung durch MainFirst für Abgaben.

Swissquote mit Kurssprung

Bei der Onlinebank Swissquote (SQN 73.9 -0.94%) sorgten eine starke Geschäftsentwicklung und ein angehobener Ausblick für stark steigende Kurse.

Ascom (ASCN 11.64 -1.85%) gewannen, nachdem der Technologiekonzern von einer «renommierten Spitalgruppe» aus dem Mittleren Westen der USA einen Auftrag über 1,2 Mio. Fr. erhalten hatte.

Trotz schwacher Jahreszahlen drehten die Aktien des Maschinenbauers Klingelnberg (KLIN 15.65 4.68%) ins Plus.

Leichte Verluste in Asien

Die gute Stimmung an Wallstreet vom Dienstag hatte sich nicht auf die Märkte in Asien/Pazifik übertragen. Die Coronapandemie hatte die japanischen Exporte im Mai noch stärker belastet als erwartet. In Tokio gab der Nikkei 225 0,6% nach. Der breiter gefasste Topix verlor 0,4%. Der Shanghai Composite büsste 0,1% ein. Der Hongkonger Hang Seng gewann derweil 0,4%. In Seoul schloss der Kospi (Kospi 2280.65 -2.43%) 0,1% höher. Der australische S&P/ASX 200 avancierte 0,6%.

Euro wieder unter 1.07 Fr.

Der Euro bewegte sich zur Wochenmitte weiter abwärts. Am Dienstag hatte es bereits deutliche Verluste gegeben. Die Gemeinschaftswährung wurde bei Börsenschluss in Europa zum Dollar zu 1.1215 $ gehandelt. Zum Franken fiel sie wieder unter die 1.07er Marke. Der Kurs um 17.30 Uhr MESZ lautete 1.0673 Fr. Der Dollar notierte zum Franken wenig verändert auf einem Stand von 0.9515 Fr.

Gold weiter über 1700 $

Gold (Gold 1867.87 0.39%) notierte trotz leichter Verluste über der Marke von 1700 $. Bei Börsenschluss in Europa wurde es zu 1725 $ pro Feinunze gehandelt. Der Ölpreis bewegte sich kaum, nur am Morgen gab es einen kurzweiligen Ausbruch nach oben. Das Barrel der Nordseesorte Brent (Brent 42.08 0.84%) kostete rund 40 $ (pro 159 Liter).