Märkte / Aktien

SMI schliesst über 12’000

Die Schweizer Börse dreht ins Plus und erreicht eine weitere historische Marke. Wallstreet uneinheitlich. Gold rutscht unter 1800 $. Der Dollar kostet mehr als 91 Rappen.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag, 17. Juni 2021 erstmals die Marke von 12’000 SMI-Punkten erreicht. Von seinen frühen Verlusten erholte sich der Leitindex und drehte in die Gewinnzone. Damit hat der Index seit Jahresanfang bereits um knapp 12% zugelegt. Vergleicht man den Indexstand mit dem Tiefstand bei 8624 Zählern, auf den der SMI (SMI 12'171.02 +0.45%) im März 2020 im Zuge der Corona-Pandemie abgestürzt war, ergibt sich gar ein Plus von knapp 40%.

Die Ankündigung der SNB (SNBN 5'320.00 +0.76%) am Morgen, dass sie ihre ultra-expansive Geldpolitik weiter beibehält und den Leitzins bei -0,75% belässt, bot den Investoren keine grosse Überraschung. Nun blicken die Marktteilnehmer auf den morgigen «Hexensabbat», also den grossen Quartalsverfall an der Eurex, bei dem es zu starken Kursausschlägen kommen könnte. In den USA fiel der Philly Fed Index indessen leicht unter dem prognostizierten Rahmen aus und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen etwas stärker an als erwartet, was an der Schweizer Börse aber keine Schwankungen auslöste.

Nach den gestrigen Korrekturen tendierte Wallstreet uneinheitlich. Der Dow Jones (Dow Jones 34'838.16 -0.28%) Industrial sank bei Börsenschluss in Europa 0,5%. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 (S&P 500 4'379.70 -0.22%) stieg 0,1%. Der technologielastige Nasdaq Composite verbuchte hingegen deutliche Gewinne von 1% und erklomm ein weiteres Rekordhoch.

Finanzwerte gesucht

Die Banken Credit Suisse (CSGN 9.34 +2.53%) und UBS (UBSG 15.09 +0.97%) legten zu, sie bauten aber einen Grossteil ihrer Gewinne ab. Sie reagierten damit positiv auf die Zinssignale des Fed und die gestiegenen Renditen der US-Staatsanleihen. Zudem waren mit Zurich Insurance (ZURN 368.10 +0.63%), Swiss Life (SLHN 470.30 +0.49%) und Swiss Re (SREN 82.62 +0.73%) auch andere Finanzwerte im Plus.

Die als defensiv beurteilten Pharmariesen Roche (ROG 351.90 +0.44%) und Novartis (NOVN 83.77 -0.13%) sowie der Lebensmittelmulti Nestlé (NESN 114.86 +0.05%) drehten ins Plus. Fester präsentierten sich auch die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 67.04 +1.58%).

Am Ende des SMI-Tableaus standen die zyklischen Givaudan (GIVN 4'534.00 +0.27%), Sika (SIKA 319.90 +0.25%), ABB (ABBN 33.06 -0.21%) und Geberit (GEBN 747.00 +0.43%).

Dagegen hatte der starke Zuwachs bei Schweizer Uhrenexporten keinen positiven Einfluss auf die Uhrenaktien Richemont (CFR 118.05 +1.77%) und Swatch Group (UHR 305.80 +1.02%). Die Uhrenexporte hatten im Mai um fast 180% zugelegt und erreichen damit fast wieder das Vor-Corona-Niveau.

Auch im SMIM (SMIM 3'450.62 +0.67%) waren  Finanzwerte gefragt. So legten neben Julius Bär (BAER 60.42 +0.8%) auch Helvetia (HELN 100.00 +1.32%) und Baloise (BALN 144.10 +0.7%) zu.

Leichter waren Adecco (ADEN 54.14 -0.26%). Sie konnten nicht von einem Analystenkommentar profitieren. Citigroup (C 67.73 +0.16%) hatte das Kursziel für die Aktien des Personalvermittlers von 66 auf 72 Fr. erhöht. Das Rating lautet «Buy».

In Kühne + Nagel (KNIN 306.00 +0.13%) kam es zu Gewinnmitnahmen. Möglicherweise sorgten sich Marktteilnehmer auch über die potenziellen Auswirkungen der temporäreren Schliessung des Hafens in Yantian für den Logistiker.

Sonova (SOON 358.50 +0.73%) waren im Minus, was aber darauf zurückging, dass der Medizintechniktitel ex Dividende von 3.20 Fr. gehandelt wurde.

Nach dem gestrigen Kurssprung aufgrund eines starken Geschäftsverlaufs korrigierten die Valoren der Onlinebank Swissquote (SQN 152.00 +5.7%).

Molecular Partners (MOLN 18.18 -2.05%) büssten stark ein. Den ADS der Biotech-Firma war an der Wallstreet am Vortag nur ein maues Debüt geglückt.

Am breiten Markt fielen SFS (SFSN 134.40 -0.52%). UBS hatte die Empfehlung von «Buy» auf «Neutral» gesenkt.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Börsen zeigen am Donnerstag kein einheitliches Bild. Der Hang Seng (+0,2%) in Hongkong und der CSI 300 (+0,2%) für Festlandchina zeigen sich wenig verändert. In den vorhergehenden Handelstagen hatten die chinesischen Aktien deutlich verloren. Besonders Valoren mit hoher Bewertung wie Gesundheitstitel und Elektroautohersteller hatten nachgegeben. Die japanischen Titel gemessen am Nikkei (–1%) und am Topix (–0,6%) notieren tiefer. Auch der koreanische Kospi (–0,4%) verliert.

Dollar massiv stärker

Der Euro setzte seine Talfahrt am Donnerstag fort. Am Abend rutschte die Gemeinschaftswährung auf 1.1925 $. Zum Dollar wurde der tiefste Stand seit etwa zwei Monaten markiert. Der Franken büsste zum Greenback ebenfalls klar ein. Ein Dollar kostete bei Börsenschluss in Europa 0.9165 Fr. Gegenüber dem Euro stieg der Franken auf 1.0924 Fr.

Gold (Gold 1'809.90 -0.23%) unter 1800 $

Gold hat infolge des Fed-Entscheids stark verloren. Der Preis pro Feinunze des Edelmetalls weitete am Donnerstag seine Verluste aus und notierte am Abend bei 1770 $.

Der Ölpreis schwankte am Donnerstag nach den Kursgewinnen der vergangenen Handelstage etwas stärker. Er blieb dennoch auf dem Niveau eines mehrjährigen Höchststandes. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 72.90 -0.25%) kostete um 17.30 Uhr MESZ 73.50 $.

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