Märkte / Aktien

SMI schliesst auf über 10’000 Punkten

Finanzwerte und defensive Titel gehörten am Dienstag zu den Verlierern.

(AWP)  Der Schweizer Aktienmarkt hat den Dienstag mit Kursgewinnen beendet, dabei eroberte der Leitindex SMI (SMI 9964.24 -0.53%) die psychologisch wichtige Marke von 10’000 Punkten wieder zurück. Es waren aber vor allem die defensiven Indexschwergewichte Roche (ROG 288.2 -0.38%) und Nestlé (NESN 106.06 -0.67%), welche den Swiss Market Index nach oben zogen. Denn einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank hätten sich die Anleger nicht zu weit aus der Deckung gewagt, erklärten Händler.

Konjunktursensitive Aktien und Finanzwerte hingegen verdauten noch den Ölpreisschock vom Wochenende. Für ein wenig Beruhigung sorgten Medienberichte, wonach die Ölförderung schon in den nächsten zwei bis drei Wochen ihre volle Kapazität erreichen könnte. Weiterhin auf dem Radar der Anleger waren natürlich der Brexit und der Handelskrieg zwischen den USA und China.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,44% höher bei 10’013,15 Punkten. Auch der breite Swiss Performance Index (SPI (SXGE 12117.85 -0.5%)) zog um 0,51% auf 12’134,03 Punkte an. Auch der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) drehte am späten Nachmittag ins Plus und rückte 0,1% auf 1537,09 Punkte vor.

Defensive Titel gefragt

Am meisten profitierte der Gesamtmarkt von den starken Genussscheinen von Roche nach dem gestrigen Investorentag. In ihren Kommentaren sind sich die Analysten einig, dass sie allesamt aus dem Investorentag mit mehr Optimismus herausgegangen sind. Sie zeigten sich überzeugt sowohl von der Strategie als auch vom Portfolio des Pharmariesen.

Die neu aufgeflammten Spannungen im Nahen Osten helfen aber anderen defensiven Titeln aus dem Gesundheitssektor. So legen Novartis (NOVN 85.96 -0.84%) , Vifor, Lonza (LONN 332.7 0.21%) und Sonova (SOON 227.2 -0.13%) zu. Einmal mehr sind im aktuellen Umfeld auch Nestlé klar gesucht.

Auf der Gegenseite büssen Clariant (CLN 20.73 0.19%) als konjunktursensitiver Titel am meisten an Terrain ein, zusätzlich gebremst von einem kritischen Bericht zur Chemiebranche des Brokers Baader Helvea.

Nebst dem Thema Ölpreis rückte die Geldpolitik wieder in den Mittelpunkt. Hierzulande wird die SNB (SNBN 5680 0%) am Donnerstag über ihre Einschätzung der Lage berichten. Bereits einen Tag davor richten sich die Blicke der Investoren auf die für die Weltwirtschaft natürlich wesentlichere amerikanische Notenbank. In Marktkreisen wird eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt erwartet.

Im Vorfeld des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed am morgigen Mittwoch, erwartet wird eine weitere Zinsensenkung, standen Finanzwerte unter Druck: Von Bankentiteln wie Julius Bär (BAER 43.99 -0.34%), UBS (UBSG 11.07 -0.32%), CS bis zu den Versicherungen wie Zurich. Nach einer Kaufempfehlung der Credit Suisse (CSGN 11.975 -0.66%) zogen hingegen die Papiere der Konsumkreditbank Cembra deutlich an.

AMS (AMS 43.48 -1.76%) konnten den Abwärtstrend nicht stoppen. Bereits am Vortag waren die Titel des österreichischen Sensorherstellers nach neuen Details zur geplanten Übernahme des Konkurrenten Osram (OSR 38.19 -0.62%), den Investoren unterschiedlich beurteilen, grösste Verlierer.

Auf und ab der Ölpreise 

Die Ölpreise haben am Dienstag einen Teil der starken Gewinne vom Wochenauftakt wieder abgegeben. Spekulationen auf eine schnelle Wiederaufnahme der ausgefallenen Kapazitäten in der Ölindustrie Saudi-Arabiens sorgten für eine kräftige Gegenbewegung am Ölmarkt.

Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.25 -1.48%) 64,62 $. Das waren 4,40 $ weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 53.48 -1.75%)) fiel um 3,84 $ auf 59,06 $.

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