Märkte / Aktien

SMI macht zum Handelsende Verluste wett

Der Schweizer Leitindex kann die anfänglichen Verluste reduzieren. Er notiert wieder über 10'500 Punkten.

(AWP/RB) Die Schweizer Börse zeigte sich am Donnerstag den grössten Teil des Tages schwächer. Sie schloss sich damit den negativen Vorgaben aus den USA und aus Fernost an. Gegen Handelsschluss blieb aber nur noch ein kleines Minus.

Die Mehrheit der zwanzig im SMI (SMI 10216.28 0.05%) enthaltenen Blue Chips verzeichnen dennoch Abgaben. Als Gewinner stehen Alcon (ALC 52.08 0.31%), Adecco (ADEN 47.46 0%) und Sika (SIKA 221.7 0.45%) zuoberst. Goldman Sachs (GS 194.95 -0.08%) hat die Abdeckung von Sika mit dem Kursziel 287 Fr. und dem Rating «Buy» aufgenommen.

Die grössten Abgaben verzeichnen unter anderen Swiss Re (SREN 67.3 -1.26%) und Zurich Insurance (ZURN 319.1 -0.87%). Auch der dritte Versicherer, Swiss Life (SLHN 339.9 -1.62%), sowie Credit Suisse (CSGN 8.766 -1.64%) und UBS (UBSG 9.678 -2.97%) notieren klar im roten Bereich. Zyklische Werte wie ABB (ABBN 23.16 0.17%) und LafargeHolcim (LHN 41.37 0.27%) werden ebenfalls zu tieferen Kursen gehandelt. Von den Schwergewichten halten sich Novartis (NOVN 80.31 0.14%) und Roche (ROG 330.95 -0.26%) besser als Nestlé (NESN 109.76 1.42%). Novartis hat die Ausgabe einer Anleihe angekündigt, die an Nachhaltigkeitsziele gebunden ist. (Lesen Sie hier mehr.)

Schwache Uhrenaktien – Aryzta verlieren weiter

Trotz guter Nachrichten aus der Branche verlieren die Aktien von Richemont (CFR 60.6 -0.39%) und Swatch Group (UHR 208.9 -0.1%). Im August sind die Uhrenexporte weniger zurückgegangen als in den Monaten davor. Dass Swatch Group etwas weniger verlieren als Richemont, dürfte vor allem daran liegen, dass Credit Suisse das Kursziel für Swatch Group von 260 auf 280 Fr. angehoben hat und den Titel weiterhin mit «Outperform» einstuft.

Die mittelgrossen Valoren des SMIM (SMIM 2549.392 -0.22%) wurden lange angeführt von Vifor Pharma (VIFN 126.15 1%) und Dormakaba (DOKA 489.8 -1.25%). Am Ende wurden sie aber von Dufry (DUFN 28.08 -0.07%) überholt, die am Morgen noch ein Minus aufgewiesen hatten. Am unteren Ende des Tableaus standen mehr oder minder den ganzen Tag Julius Bär (BAER 37.23 -1.4%), Helvetia (HELN 73 -1.15%) und Temenos (TEMN 126.95 1.64%).

Im breiten Markt fallen Relief Therapeutics (RLF 0.53 1.53%) wieder einmal mit einer grösseren Avance auf. Die Aktien des Pharmaunternehmens, das mit einem möglichen Coronamedikament auf sich Aufmerksam macht, hatten sich zuvor einige Tage lang verbilligt.

Auch Banque Profil (BPDG 1.51 -6.21%), VZ Holding (VZN 77 0.79%), Meyer Burger (MBTN 0.2338 -2.42%) und Titlis-Bahnen (TIBN 38 -6.4%) erscheinen unter den grössten Tagesgewinnern. Der Backwarenkonzern Aryzta (ARYN 0.5785 0.43%) und die Bahnbetreiberin BVZ (BVZN 740 -3.27%) setzen ihren Sinkflug vom Vortag fort. Am Mittwoch wurde der ehemalige Hiestand-Chef Urs Jordi zum Verwaltungsratspräsidenten von Aryzta gewählt. (Lesen Sie hier mehr.) BVZ wurde in der Cornakrise gebremst, die Aussichten sind ungewiss. (Lesen Sie hier mehr.)

Enttäuschung über Fed

Die Anleger seien enttäuscht, dass die US-Notenbank Fed im Anschluss an die Bekanntgabe der jüngsten geldpolitischen Entscheidungen keine positiven Überraschungen geliefert habe, hiess es im Markt. Zudem setzte die US-Technologiebörse, die sich zuletzt gefangen hatte, die Kurskorrektur fort, was die Anleger zusätzlich verunsichert.

Das Fed will den Leitzins angesichts der Coronakrise offenbar über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen. Das geht aus neuen Prognosen hervor, die es nach der Zinssitzung in Washington veröffentlicht hat (lesen Sie hier mehr dazu). Demnach erwarten die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses überwiegend, dass sich an der gegenwärtigen Zinsspanne von 0 bis 0,25% bis zum Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird. «Zinsen sind vorerst abgeschafft», fasst VP Bank-Chefökonom Thomas Gitzel in seinem Kommentar zusammen.

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