Märkte / Aktien

SMI knackt am Mittwoch Rekordhoch

Zur Wochenmitte schliesst der Leitindex im Plus und verbessert sein Allzeithoch von Dienstag.

(AWP) Die Schweizer Börse hat die Rekordjagd am Mittwoch fortgesetzt. Händler erklärten, die Anleger positionierten sich für ein anhaltendes globales Wirtschaftswachstum. So wurden in den USA am Vortag überraschend starke Einzelhandelsdaten veröffentlicht. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 12'355.54 -1.63%)) schliesst fester aber etwas unter dem am Mittwoch verbesserten Allzeithoch von 12’605 Punkten.

Spitzenreiter unter den Standardwerten waren Credit Suisse (CSGN 8.8800 -2.72%). Die Aktien der Grossbank glichen damit die am Vortag als Folge einer Brokerrückstufung eingefahrenen Kursverluste wieder aus. Die Papiere des Telekomkonzerns Swisscom (SCMN 518.40 -0.42%) kletterten ebenfalls. Und auch für den Warenprüfkonzern SGS (SGSN 2'688.00 -2.71%) ging es aufwärts.

Die Anteilsscheine von Montana Aerospace (AERO 34.10 -3.94%) zogen stark an. Der Flugzeugzulieferer hat sich mit der Ausgabe von neuen Aktien rund 152,3 Mio. Fr. geholt. Das Geld soll unter anderem zur Finanzierung der Übernahme der Firma Asco verwendet werden. Derweil rückten Santhera (SANN 1.4200 -5.08%) vor. Die Pharmafirma und Partner ReveraGen haben von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zustimmung zur Einreichung eines Zulassungsantrags für das Medikament Vamorolone zur Behandlung von Muskelschwund erhalten. Leichte Kursverluste verzeichneten dagegen die Versicherer Zurich Insurance (ZURN 433.20 -1.50%), Swiss Life (SLHN 576.20 -1.91%) und Swiss Re (SREN 96.94 -0.14%).

Euro fällt zum Dollar und Franken weiter

Der Euro steht an den Finanzmärkten weiter unter Druck. Am frühen Mittwochmorgen fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,1264 $ und damit auf den tiefsten Stand seit Juli 2020. Bis zum Mittag fing sich der Euro jedoch etwas und stand zuletzt bei 1,1327 $.

Zum Franken blieb der Euro auch im Tagestief knapp oberhalb der Marke von 1,05. Aktuell wird die Gemeinschaftswährung mit 1,0536 wieder auf dem Niveau des Vorabends gehandelt. «Die Devisenhändler bei der Schweizerischen Nationalbank dürften wieder etwas strammer vor ihren Bildschirmen sitzen», heisst es in einer Kommentar der Commerzbank (CBK 7.3900 -1.83%) gleichwohl. Sie sieht die Marke von 1,05 als aktuelle «Schmerzgrenze», welche mit Devisenmarktinterventionen verteidigt werde.

Der Euro gerät derzeit von mehreren Seiten unter Druck. Zum einen lastet auf der Gemeinschaftswährung die Geldpolitik: Während die US-Notenbank Fed ihre Ausrichtung etwas weniger locker gestaltet, gibt die EZB noch keine Signale für ein Ende der sehr expansiven Politik. Hinzu kommt die deutlich angespannte Corona-Lage in Europa. Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung trüben sich daher wieder ein.

Relativ unbeeindruckt von neuen Inflationsdaten zeigte sich das britische Pfund. Obwohl die Teuerung im Vereinigten Königreich im Oktober auf ein Zehnjahreshoch gestiegen ist, legte das Pfund nur kurzzeitig zu. Analysten halten eine geldpolitische Reaktion der Bank of England nun für wahrscheinlicher. Eine erste Zinsanhebung in der Corona-Pandemie könnte auf der nächsten Zinssitzung im Dezember erfolgten, erwartet Paul Dales, Chefökonomn für Grossbritannien vom Analysehaus Capital Economics.

Unter starkem Druck steht nach wie vor die türkische Lira. Zu Dollar und Euro fiel die Währung abermals auf Rekordtiefstände. Für einen Dollar müssen mittlerweile rund 10,5 Lira gezahlt werden, für einen Euro sind fast 12 Lira fällig. Die hohe Inflation von annähernd 20 Prozent in Verbindung mit starken Zinssenkungen der türkischen Notenbank lasten auf der Devise. Zusätzlicher Druck kam am Mittwoch von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der sich erneut als Gegner hoher Zinsen gab. Dabei gelten Zinsanhebungen unter Ökonomen als bewährtes Mittel gegen eine ausufernde Inflation.

Ölpreise geben nach – Spekulationen um nationale Reserven in den USA und China

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel nachgegeben. Bestimmend ist nach wie vor die Frage, ob grosse Verbrauchsländer gegen das hohe Preisniveau vorgehen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 81,57 $. Das waren 86 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WBS 84.64 -2.62%)) fiel in ähnlichem Ausmass auf 79,90 Dollar.

Am Markt halten sich Spekulationen, grosse Volkswirtschaften könnten Teile ihrer nationalen Ölreserven freigeben, um die immer noch hohen Erdölpreise zu drücken. Laut chinesischen Medienberichten haben die politischen Führer der USA und China, Joe Biden und Xi Jinping, in dieser Woche über ein beiderseitiges Vorgehen gesprochen. Die Initiative sei von den USA ausgegangen.

Im Oktober waren die Erdölpreise auf mehrjährige Höchststände gestiegen, seither haben sie jedoch etwas nachgegeben. Ausschlaggebend für den Preisanstieg ist die globale Konjunkturerholung vom Corona-Einbruch und das zugleich begrenzte Angebot an Rohöl. Der mächtige Ölverbund Opec+ hebt seine Förderung seit Sommer zwar an, allerdings nur schrittweise und in moderatem Tempo.

Leser-Kommentare

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Hermann Dettinger 17.11.2021 - 19:16

Die heutige Headline “SMI knackt Rekordhoch ” werden wir noch oft und noch lange haben!
Nicht nur Corona- bedingt werden die Inlationraten im Dollar- und €-Bereich weiter rasant steigen und der CHF muss nachziehen. Die Flucht in Sachwerte wird anhalten. Aktien- und Immo-Preise werden weiter steigen.