Märkte / Aktien

SMI schliesst leicht im Plus

Die Schweizer Börse tendiert wegen schwacher Pharmaschwergewichte seitwärts. Luxusgüterhersteller gewinnen. UBS geben nach.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Montag wenig verändert gezeigt. Der SMI (SMI 11'201.32 +0.4%) notierte bei Eröffnung 0,1% tiefer. Im weiteren Handel pendelte er um den Schlusskurs von Freitag. Vor dem Mittag erreichte er sein Tageshöchst knapp unter 10’900. Die Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 80.19 +0.39%) und Roche (ROG 309.50 +0.18%) hielten den Markt jedoch zurück. Der Leitindex schloss 0,1% im Plus bei 10’888.

Für grössere Avancen fehlt derzeit laut Händlern der Schnauf. Eine positive Note brachten besser als erwartet ausgefallene Konjunkturzahlen aus China. Da in den USA zwei Tage vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden wegen des Feiertags «Martin Luther King Day» die Börsen geschlossen bleiben, verlief das Geschäft impulsarm und ruhig, hiess es weiter.

Nach einem starken Jahresauftakt habe der Aufwärtstrend eine Atempause eingelegt, kommentierte die ZKB. Es zeigten sich Ermüdungserscheinungen. Der Markt sei technisch überkauft und daher reif für eine Konsolidierung, sagte auch ein Händler.

Pharmaschwergewichte schwächer

Die schwergewichtigen Novartis gaben nach. Hier wurden nach dem starken Lauf der vergangenen Woche und auch der Wochen davor Gewinne mitgenommen. Nach einem freundlichen Start drehten die GS von Roche ins Minus. Derweil stützten die Aktien des Nahrungsmittelmultis Nestlé (NESN 107.60 +0.26%) den SMI. Auch die Valoren des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 68.02 +0.77%) schlossen fester.

Abgaben verzeichneten UBS (UBSG 14.68 +0.27%). In der Wochenendpresse wurde die ungemütliche Situation für den neuen Konzernchef Ralph Hamers wegen des drohenden Prozesses in den Niederlanden noch einmal aufgerollt. Laut dem Ankläger Pieter Lakeman ist ein Strafverfahren gegen Hamers im Zusammenhang mit dem Fall von Geldwäscherei beim früheren Arbeitgeber ING praktisch sicher.

Zudem präsentierten sich mit den Versicherern Zurich Insurance (ZURN 378.10 -0.29%), Swiss Re (SREN 90.14 -0.27%) und Swiss Life (SLHN 471.00 -0.46%) auch andere Finanzwerte schwächer. Die Aktien des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 1'319.50 -0.23%) bildeten eine Ausnahme. Goldman Sachs (GS 335.35 +2.34%) und Citigroup (C 72.91 +1.18%) hatten das Rating «Buy» bestätigt, dies im Anschluss an die starken Zahlen der Vorwoche.

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont (CFR 96.94 +0.21%) waren weiter im Steigflug und belegten den Spitzenplatz unter den Blue Chips. Nachdem sich in den letzten Tagen bereits diverse Analysten positiv geäussert hatten, kamen nun zwei weitere Kaufempfehlungen dazu, nämlich von den grossen Playern UBS und Deutsche Bank (DBK 10.36 -0.44%). Letztere hatte mit ihrem neuen Kursziel von 100 Fr. die Latte hoch gesetzt. Das Unternehmen wird am Mittwoch den Umsatz für das vergangene Quartal publizieren.

Auch Swatch Group (UHR 281.90 -0.53%) erhielten von Kurszielerhöhungen durch die Deutsche Bank und Bernstein Support.

VAT Group gesucht

Im SMIM (SMIM 3'193.95 +0.46%) erreichten die Aktien des Ostschweizer Vakuumventilherstellers VAT Group (VACN 276.80 -0.72%) ein neues Allzeithoch. Auch die Technologiewerte um AMS (AMS 18.90 -1.84%) und Logitech (LOGN 102.85 +1.18%) notierten fester. Der Computer- und Gamingzubehörhersteller legt morgen vor Börseneröffnung Quartalszahlen vor. Nach zuletzt schwacher Kursperformance erholten sich die Titel des Bankensoftwareherstellers Temenos (TEMN 145.60 0%).

Auf der anderen Seite waren Flughafen Zürich (FHZN 155.80 -1.02%) zu finden, während die Papiere des Reisedeteilhändlers Dufry (DUFN 64.56 -0.68%) in die Gewinnzone drehten und an der Spitze des SMIM schlossen.

Mittelgrosse Finanzwerte wie Helvetia (HELN 109.90 -0.63%), Baloise (BALN 162.00 -0.25%) oder Julius Bär (BAER 61.12 +0.1%) blieben zurück.

ObsEva weiter nahezu senkrecht nach oben

Autoneum (AUTN 184.50 +1.93%) fielen wie an den beiden Handelstagen zuvor zurück. Der Kurs notiert bereits 15% unter dem Zweijahreshoch von vergangener Woche. Händler erklärten sich die Schwäche vor allem mit Gewinnmitnahmen, schliesslich habe sich der Kurs seit dem Tief vom vergangenen März mehr als verdreifacht.

Die Aktien der Onlinebank Swissquote (SQN 145.60 +1.11%) gewannen deutlich. Auch die Industrietitel von Bobst (BOBNN 63.00 +0.4%) legten klar zu.

Im breiten Markt suchten GAM (GAM 2.46 -0.57%) nach ersten Angaben zum Geschäftsjahr 2020 die Richtung. Der Vermögensverwalter hatte 2020 einen grossen Goodwillabschreiber vorgenommen und rechnet daher mit einem hohen Verlust.

Forbo (FORN 1'814.00 +1.57%) zogen an. Die Industriegruppe hatte im Geschäftsjahr 2020 klar weniger Umsatz erzielt. Belastet wurde sie auch vom starken Franken.

ObsEva (OBSV 2.63 -1.87%) setzten ihren Kurssprung fort. Am Freitag waren die Aktien des Biotech-Unternehmens nach einer Präsentation um 82% gestiegen.

Gemischtes Bild in Asien

Uneinheitlich starteten die asiatischen Indizes in die neue Woche: In Teilen kam es zu Gewinnmitnahmen, in China und Hongkong herrschte nach vergleichsweise guten Wirtschaftsdaten bessere Stimmung. Der Nikkei 225 verlor 1%. Beim Hang Seng (Hang Seng 28'793.14 -0.37%) in Hongkong ging es 0,8% rauf. Der Shanghai Composite notierte ebenso 0,8% im Plus. Der koreanische Kospi fiel mehr als 2% zurück.

Franken etwas fester

Der Eurokurs bewegte sich zu Beginn der neuen Woche nur wenig und setzte die deutlichen Kursverluste vom Freitag vorerst nicht fort. Die Gemeinschaftswährung wurde am Abend zum Dollar bei 1.2075 $ gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Freitagabend. Auch zum Franken hielten sich die Kursausschläge insgesamt in Grenzen. Der Euro notierte bei Börsenschluss in Europa jedoch mit 1.0755 Fr. noch etwas tiefer. Der Dollar büsste zur Schweizer Valuta etwas ein und kostete 0.8907 Fr.

Goldpreis im Plus

Der Ölpreis drehte am Montag nach seinen Kursverlusten der vergangenen Handelstage ins Plus. Bei Börsenschluss in Europa lag ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 66.38 +0.12%) bei 55 $. Fester präsentierte sich Gold (Gold 1'747.13 +0.61%). Die Feinunze lag um 17.30 Uhr MEZ bei einem Kurs von 1839 $.