Märkte / Aktien

SMI schliesst zum Wochenende im Minus

Die Schweizer Börse gibt deutlich nach. Richemont büssen massiv ein. Der Euro rutscht unter die Marke von 1.18 Fr.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenschluss Verluste aufgewiesen. Bei Eröffnung verlor der Swiss Market Index SMI (SMI 8940.46 -0.53%) 0,5%, um nach einer zwischenzeitlichen Erholung auf diesen Niveau zu schliessen. Am Donnerstag hatte sich der Leitindex in einem ruhigen und ereignislosen Handel aus der Verlustzone herausgearbeitet und 0,2% fester geschlossen.

Weiterhin belasteten geopolitische Unsicherheiten den Markt. Im Auge behielten Anleger etwa die Ölpreise mit ihren jüngsten Höchstständen. Zudem blieben die Handelsgespräche zwischen China und den USA ein Thema. In Europa beunruhigte weiterhin die Möglichkeit einer euroskeptischen Regierung in Rom die Investoren.

Auch an Wallstreet hielten sich die Investoren zurück. Der Dow Jones (Dow Jones 24715.09 0%) handelte bei Börsenschluss in Europa kaum verändert. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2712.97 -0.26%) gab 0,1% nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite verlor ebenfalls 0,2%.

Richemont gaben markant nach

Im Fokus der Anleger standen die Aktien von Richemont (CFR 93.8 -5.27%), die bei Eröffnung mehr als 5% nachgaben und bis auf ein Tagestief von –8% fielen. Der Genfer Luxusgüterkonzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr zwar den Umsatz und den Gewinn gesteigert, hatte aber nicht mit den Erwartungen des Marktes Schritt halten können.

Im Sog dieser Zahlen verloren auch die Aktien von Swatch Group (UHR 485.6 -1.14%) klar bei Eröffnung 2,8%. Anschliessend erholten sich die Titel.

Novartis (NOVN 77 -0.82%) büssten ein. Der Basler Pharmakonzern hatte die US-Zulassung für sein Migränemedikament Aimovig gemeldet. Dem Mittel trauen Analysten Blockbuster-Potenzial zu. Im Genenzug legten die Genussscheine von Roche (ROG 224.55 0.25%) zu.

Auch SGS (SGSN 2559 1.27%) avancierten im Leitindex gegen den Trend. Zuvor hatte die Deutsche Bank (DBK 10.81 -1.94%) das Kursziel für die Titel angehoben. Die Experten der Deutschen Bank und auch von Kepler Cheuvreux trauen dem Warenprüfkonzern ein beschleunigtes Umsatzwachstum bei gleichzeitiger Verbesserung der Profitabilität zu.

Die Bankenwerte um UBS (UBSG 15.995 -0.9%), Credit Suisse (CSGN 16.65 -1.25%) und Julius Bär (BAER 62.3 -0.38%) schossen insgesamt leichter.

VAT und Aryzta unter Druck

Im breiten Markt fielen vor allem VAT Group (VACN 144.3 -7.74%) auf. Die Aktien des Ostschweizer Vakuumventilspezialisten büssten am Tag nach der GV klar ein. Auslöser für die Talfahrt waren enttäuschende Umsatzprognosen des Grosskunden Applied Materials.

Stark unter Druck kamen auch Aryzta (ARYN 20.82 -2.53%), die sich ihrem Rekordtief vom März annähern. Die Titel waren bereits seit Anfang Woche auf Talfahrt. Im Vorfeld des Quartalsupdates Ende Mai äusserten sich Analysten zurückhaltend über den Wert und die bevorstehenden Zahlen.

Weiter zogen Cosmo (COPN 126.9 6.1%) an. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte die Einreichung eines Zulassungsantrages genehmigt.

Auch Swissquote (SQN 59.1 4.05%) legten klar zu. Kepler Cheuvreux nahm die Abdeckung für die Onlinebank mit der Einstufung «Buy» und einem Kursziel von 68 Fr. auf.

Temenos (TEMN 144.9 -0.21%) konnten ihr Plus nicht halten. Die Aktien des Bankensoftwareanbieters wurden mit einem Dividendenabschlag von 0,65 Franken gehandelt.

Asien im Plus

Die asiatischen Börsen tendierten überwiegend freundlich. Die japanischen Leitindizes Nikkei 225 und Topix rückten je 0,4% vor. Der Hang Seng in Hongkong notierte 0,6% im Plus, Chinas Leitindex CSI 300 lag gut behauptet (+0,7%). Der südkoreanische Kospi zeigte sich 0,5% fester, der Taiex in Taiwan kaum verändert. Eine Ausnahme machte die australische Börse, wo sich der S&P/ASX 200 leicht in der Verlustzone (–0,1%) bewegte.

Euro gleich zweimal unter 1.18

Der Euro konnte die Marken von 1.18 nicht halten und notierte bei Börsenschluss in Europa bei 1.1766 $. Zur Schweizer Valuta gab die Gemeinschaftswährung ebenfalls klar nach und lag bei 1.1748 Fr. Der Greenback notierte zum Franken leichter unter dem Paritätskurs bei 0.9984 Fr.

Ölpreis knapp unter 80 $

Der Ölpreis konnte die Marke von 80 $ nicht ganz halten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 78.867 -0.44%) kostete um 17:30 Uhr MESZ gut 79 $. Am Donnerstag war der Preis erstmals seit November 2014 über ebendiese Marke geklettert, während US-Rohöl bis zu 72,30 $ gekostet hatte. Rohstoffanalysten nannten gleich mehrere Preistreiber am Ölmarkt. Dazu gehören neue US-Sanktionen gegen den Iran, die stark gefallene Rohölförderung in dem Krisenstaat Venezuela sowie die anhaltende Angebotsverknappung durch das Ölkartell Opec und andere grosse Produzenten wie Russland.

Der Goldpreis handelte stabil. Die Feinunze des Edelmetalls verharrte somit weiterhin unter der Marke von 1300 $ bei 1291 $.

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