Märkte / Aktien

SMI schliesst über 9700

Die Schweizer Börse notiert zum Wochenbeginn klar höher. Zykliker und Finanztitel sind gefragt. Roche bremsen den SMI. Wallstreet avanciert markant.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zu Beginn der durch einen Feiertag verkürzten Handelswoche deutliche Gewinne eingefahren. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9926.03 2.16%) stieg bei Eröffnung 0,6%. Wenige Minuten später lag er 1,4% im Plus und damit über der Marke von 9600. Im frühen Handelsverlauf hielt er sich auf diesem Niveau. Am Nachmittag zog der SMI nochmals an und arbeitete sich über die Marke von 9700. Am Freitag hatte der Leitindex zwar um 0,4% zugelegt, dennoch ergab sich in der vergangenen Woche ein Minus von 1,9%.

Erstmals seit knapp drei Wochen notierte der Dax (DAX 11781.13 1.06%) in Frankfurt wieder über 11’000 Punkten. Auch der EuroStoxx50 stieg kräftig an. In New York zogen die Kurse ebenfalls deutlich an. Die drei Hauptindizes an der Wallstreet steigen bei Handelsschluss in Zürich markant. So avancierte der breit gefasste S&P 500 (SP500 3029.73 -0.21%) 3,1%. Der Dow Jones (Dow Jones 25400.64 -0.58%) gewann 3,5%. Ein Plus von 2,5% verzeichnete die Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite.  Rückenwind erhielt der Markt von ermutigenden Testergebnissen eines möglichen Coronavirus-Impfstoffs. Den Papiere von Moderna waren so teuer wie noch nie, nachdem ein Impfstoff-Kandidat der Firma bei ersten Tests vielversprechende Ergebnisse gezeigt hatte. Die US-Gesundheitsbehörde stellte daraufhin eine beschleunigte Zulassung des Mittels in Aussicht.

Eine komplette Erholung der US-Wirtschaft nach der Coronakrise wird Fed-Chef Jerome Powell zufolge möglicherweise von der Entwicklung eines Impfstoffs abhängen. Die Konjunktur werde sich zwar erholen, sagte Powell in am Sonntag veröffentlichten Ausschnitten eines Interviews des Senders CBS. Allerdings könne dies bis Ende 2021 dauern.

Die Impulse von Konjunkturseite waren derweil bisher dünn gesät, und auch die Unternehmensergebnisse waren nicht sehr zahlreich. Erst im Laufe der Woche werden wichtigere Konjunkturzahlen aus dem Ausland erwartet. Am Donnerstag wird in der Schweiz und in Teilen Europas der Auffahrts-Feiertag begangen, dann bleibt in der Schweiz die Börse geschlossen, sodass sich mancher Marktteilnehmer bereits vorzeitig in ein verlängertes Wochenende verabschieden dürfte.

Finanzwerte und Zykliker stark

Im SMI schlossen die meisten Valoren im Plus. An der Spitze des Leitindex standen Credit Suisse (CSGN 9.13 2.7%). Händler verwiesen darauf, dass die CS-Aktie auch mit diesem Kursplus noch rund 35% tiefer steht als zu Jahresanfang. Sie profitiere von einem gewissen Aufholpotenzial zu ihren Konkurrenten wie etwa UBS (UBSG 10.495 0.72%), die noch um rund 20% unter dem Jahresanfang notieren.

Starke Kursgewinne verbuchten Papiere zyklischer Unternehmen wie ABB (ABBN 19.285 2.01%), Adecco (ADEN 46.67 1.97%) und LafargeHolcim (LHN 39.93 1.65%). Die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 61.04 4.16%) sowie des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 478 3.26%) waren ebenfalls gefragt.

Die Anteile von Rivale Richemont (CFR 56.78 2.16%) stiegen. Sie hatten am Freitag 2% eingebüsst. Der Luxusgüterkonzern war voll von der Coronakrise erfasst worden und hatte mit den Ergebnissen im Geschäftsjahr 2019/2020 die Markterwartungen verfehlt.

Swatch Group (UHR 195.25 2.06%) waren höher, obwohl sie mit einem Dividendenabschlag von 5.50 Fr. je Aktie gehandelt wurden.

Die als defensiv geltenden Pharmatitel Novartis (NOVN 83.38 2.71%) sowie der Lebensmittelriese Nestlé (NESN 102.84 1.5%) stützten den Markt mit Avancen, konnten aber nicht mit den anderen Werten mithalten. Roche (ROG 341.25 2.76%) lagen derweil im Minus.

Flughafen Zürich und Dufry erholten sich mit Kurssprung

Im SMIM (SMIM 2463.318 2.58%) setzten die Valoren Flughafen Zürich (FHZN 130.4 0.62%) zu einer spürbaren Erholung an. Auch die arg gebeutelten Dufry (DUFN 29.63 -2.85%) holten Terrain auf, was auf Deckungskäufe zurückgeführt wurde.

Schwächer waren derweil die Aktien von Vifor Pharma (VIFN 149.8 4.72%). Sie wurden allerdings ex Dividende von 2 Fr. je Titel gehandelt. Dass der Arzneimittelhersteller einen Forschungsrückschlag erlitten hatte, schien in der allgemein guten Stimmung unterzugehen, meinte ein Marktteilnehmer.

Auch VAT Group (VACN 172.1 1.65%) wurden ex Dividende gehandelt. Dennoch reichte es für die Aktien des Vakuumventileherstellers zu einem Plus.

Sonova (SOON 206 3.52%) legten zu. Mainfirst erhöhte das Rating für die Aktien des Hörsystemeherstellers von «Hold» auf «Buy», senkte aber das Kursziel auf 215 von 250 Fr.

Die Aktien von Cicor drehten ins Plus. Der Halbleiterhersteller hatte seine Prognose gesenkt und rechnet im ersten Halbjahr 2020 wegen Betriebsunterbrüchen bei den Kunden mit 15 bis 20% weniger Umsatz als im Vorjahr. «Solche Neuigkeiten wundern momentan niemanden mehr», sagte ein Händler.

Auch Leclanché (LECN 0.55 4.56%) fielen. Der Energiespeicherhersteller hatte 2019 deutlich weniger umgesetzt als im Vorjahr und auch einen höheren Verlust als im Vorjahr eingefahren.

Asien mit gutem Wochenstart

Die asiatischen Aktienmärkte starteten freundlich in die dritte Maiwoche. In Japan rückte der Topix im Handelsverlauf 0,4% vor. Der Nikkei stieg 0,5%. In Hongkong verzeichnete der Hang Seng einen Gewinn von 0,4%. In ähnlichem Tempo waren die chinesischen Börsen unterwegs. Der Shanghai Composite gewann 0,2%. In Shenzhen standen die A-Werte 0,3% höher. In Korea legte der Kospi 0,5% zu.

Euro etwas fester

Der Euro startete mit Kursgewinnen in die neue Woche. Am Abend kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1.0855 $. Das war etwa ein halber Cent mehr als im Tagestief. Zum Schweizer Franken notierte der Euro bei 1.0529 Fr. und damit ebenfalls etwas höher als im frühen Handel. Ein Dollar kostete 0.9700 Fr.

Ölpreis klar höher

Der Ölpreis zog am Monat markant an. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent (Brent 34.86 -0.68%) verteuert sich auf gut 35 $. Die Rücknahme einiger Mobilitätseinschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus trieb die Nachfrage nach oben. Das dürfte die Preise weiter stützen, sagte Stephen Innes, Marktstratege beim Brokerhaus AxiTrader.

Mit zeitweise 1763 $ je Feinunze (31 Gramm) war Gold so teuer wie seit Oktober 2012 nicht mehr, bei Handelsende in Europa gab der Preis nach und lag bei 1733 $.

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