Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp unter 10’200

Die Schweizer Börse legt nach den zuletzt deutlichen Gewinnen eine Pause ein. Die Schwergewichte bremsen den Leitindex.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Donnerstag ein leichtes Minus eingefahren. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10211.53 -1.15%) verlor bei Eröffnung 0,2%. Im frühen Handel baute er seine leichten Verluste ab. Im weiteren Handelsverlauf rutschte er zeitweise etwas tiefer ins Minus, womit er unter der Marke von 10’200 verharrte. Bei Handelsende war der Verlust minimal. Am Mittwoch hat der Leitindex 1,7% gewonnen.

Aus den USA kam denn auch kein klares Signal für die europäischen Aktienmärkte. Die drei Hauptindizes an der Wallstreet pendelten zwischen Gewinn- und Verlustzone. Der breit gefasste S&P 500 (SP500 3246.59 0.3%) verlor bei Börsenschluss in Europa 0,2%. Der Dow Jones (Dow Jones 26815.44 0.2%) gab 0,4% nach. Ein leichtes Plus von 0,1% verzeichnete der Index der Technologiebörse, der Nasdaq Composite.

Die Spannungen zwischen China und den USA sowie erneut aufgeflammte Sorgen vor einer zweiten Infektionswelle mit dem neuartigen Corona-Virus trübten die Stimmung unter den Anlegern. «Die Angst vor einer zweiten Coronavirus-Ausbreitungswelle bleibt in den Köpfen der Anleger und vermiest ihnen die Kauflaune der vergangenen Wochen», kommentierte ein Analyst. Zudem hängt der Haussegen zwischen Washington und Peking immer schiefer. Nach der Unterzeichnung eines US-Sanktionsgesetzes, mit dem Peking für die Verfolgung von Uiguren bestraft werden soll, drohte China den USA mit Konsequenzen. Wenige Impulse kamen derweil von der Schweizerischen Nationalbank (SNB (SNBN 4950 1.85%)), die ihre expansive Geldpolitik unverändert fortführt. Die britische Notenbank öffnet derweil die Geldschleusen immer weiter. Die Bank von England (BoE) stockte am Donnerstag wie erwartet ihr bestehendes Wertpapierankaufprogramm zum Ankurbeln der Wirtschaft um 100 Mrd. auf eine Zielsumme von 745 Mrd. £ auf.

SMI-Bankwerte wieder im Minus

Am Ende der Kurstafel im SMI standen die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestlé (NESN 108.22 -0.77%). Zudem bremsten die Pharmatitel Roche (ROG 331.8 -0.75%) und Alcon (ALC 51.92 -1.59%) den Leitindex.

Tiefer schliessen auch die Valoren des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 566.4 -1.73%). Beim bisher grössten Kursgewinner dieses Jahres kam es zu Gewinnmitnahmen. Zu den Gewinnern gehörten Swisscom (SCMN 498.4 -0.52%) und Givaudan (GIVN 3968 -0.95%). Auch Novartis (NOVN 80.2 -1.37%) schlossen im Plus.

Die Grossbanken Credit Suisse (CSGN 8.912 -2.15%) und UBS (UBSG 9.974 -2.31%) zeigten sich unentschlossen und gaben bei Handelsende leicht nach. Finanzwerte zählten zuletzt zu den grossen Gewinnern der Aufwärtsbewegung an den Börsen. Die Aussagen der SNB im Stabilitätsbericht zum Finanzmarkt, dass die beiden Grossbanken im aktuellen Umfeld gut aufgestellt sind, der Konjunkturabschwung und die Coronapandemie aber Herausforderungen seien, wurde am Markt als neutral beurteilt.

Eher fester präsentierten sich Valoren aus dem zyklischen Bereich wie Adecco (ADEN 47.46 -1.27%) und Sika (SIKA 220.7 -1.12%), die zuletzt aufgrund von Konjunkturhoffnungen gefragt gewesen sind. LafargeHolcim (LHN 41.26 -1.69%) blieben derweil zurück.

Mehrere Wechsel an den Spitzen ihrer Uhrenmarken liessen die Aktien der Swatch Group steigen. Richemont wurden davon mitgezogen, dadurch konnten sich die Aktien der Luxusgüterhersteller von den weiterhin sehr schwachen Uhrenexporten befreien.

Kühne + Nagel gesucht

Im SMIM (SMIM 2555.101 -1.03%) büssten Helvetia (HELN 73.85 -1.99%) ein. Der Versicherer hatte zur teilweisen Finanzierung einer Übernahme in Spanien 3,3 Mio. Aktien zu 91 Fr. platziert.

Kühne + Nagel (KNIN 180.6 -0.11%) bekamen durch Analystenkommentare Auftrieb. Bernstein stufte das Rating für die Aktien des Logistikers von «Market Perform» auf «Outperform» hoch und erhöhte das Kursziel von 150 auf 170 Fr. Credit Suisse erhöhte das Kursziel von 118 auf 135 Fr., beliess die Einstufung aber auf «Underperform».

Grössere Verluste verbuchten die Aktien des Chipherstellers AMS (AMS 18.625 -0.11%). Zudem gaben die Papiere des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 28.1 -2.19%) und Flughafen Zürich (FHZN 126.1 -1.33%) nach.

Im breiten Markt zogen Orior (ORON 75.3 0.67%) klar an. Der Nahrungsmittelhersteller hatte die Coronakrise nach eigenen Aussagen «gut gemeistert», nennt aber keine konkreten Zahlen.

Komax (KOMN 153.2 -2.85%) schlossen fester. Laut Händlern hatte KeplerCheuvreux das Rating für den Maschinenbauer von «Reduce» auf «Hold» erhöht.

Cassiopea (SKIN 51 -1.92%) waren wegen der gerade abgeschlossene Kapitalerhöhung und den damit geschaffenen neuen Aktien vom Handel ausgesetzt worden.

Asien leicht im Minus

Die schwächeren Vorgaben aus den USA dämpften am Donnerstag die Kurse in Asien. In Tokio gab der Nikkei 225 (Nikkei 225 23247.48 0.69%) 0,5% nach, und der breiter gefasste Topix verlor 0,3%. Auch der Hang Seng in Hongkong notierte leicht tiefer, –0,6%.  In Schanghai schloss der chinesische Leitindex CSI 300 unverändert. Der Shanghai Composite legte 0,4% zu. In Seoul büsste der Kospi (Kospi 2280.65 -2.43%) 0,6% ein.

Dollar über 0.95 Fr.

Der Euro wurde am Donnerstag von einem festeren Dollar belastet. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.1225 $. Das war etwa ein halber Cent weniger als das Tageshoch. Gegenüber dem Schweizer Franken hielt sich der Euro dagegen stabil. Bei Börsenschluss in Europa ging  der Euro zu 1.0670 Fr. um. Der Dollar legte zum Franken etwas zu. Er kostete um 17.30 Uhr MESZ 0.9508 Fr.

Ölpreis höher

Der Ölpreis legte am Donnerstag zu. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.16 1.03%) gut 41 $. Gold (Gold 1867.87 0.39%) gab seine zwischenzeitlichen Gewinne her und notierte bei 1724 $ pro Feinunze.