Märkte / Aktien

SMI schliesst nach neuem Allzeithoch fester

Die Schweizer Börse arbeitet sich an die Marke von 10'400 heran. Der Aufwärtstrend geht dank Pharmaschwergewichten weiter.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag an die starke Performance vom vergangenen Freitag angeknüpft. Der Swiss Market Index tendierte weiter nach oben, gestützt insbesondere durch die starken Pharmaschwergewichte. Das Intraday-Allzeithoch des SMI (SMI 10205.46 -2.92%) wurde nochmals um einige Basispunkte auf 10’380 Punkte hinaufgeschraubt. Am Nachmittag schaltete der SMI zwar einen Gang zurück, schloss aber komfortabel im Plus.

Die seit Jahresbeginn laufende Rally zeigt somit noch keine Ermüdungserscheinungen. Nach wie vor bewegt die Märkte insbesondere die Frage nach einem baldigen Abschluss eines Abkommens zwischen den USA und China, und hier überwiegt momentan wieder die Zuversicht. Am Wochenende hatten die Verhandlungsführer in den Zollgesprächen laut einem Pressebericht miteinander telefoniert. Als negativer Faktor ist dagegen ein erster Einsatz von chinesischen Soldaten im Zusammenhang mit den Unruhen in Hongkong zu sehen.

In New York agierten die Anleger vorsichtig. Die drei viel beachteten Indizes an der Wallstreet notierten bei Börsenschluss in Europa kaum verändert. Der Dow Jones (Dow Jones 25766.64 -4.42%) trat auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2978.76 -4.42%) tendierte ebenfalls seitwärts. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite baute sein anfängliches Minus grösstenteils ab und lag bei Handelsende in der Schweiz lediglich 0,1% im Minus.

Roche und Novartis höher, Credit Suisse und UBS tiefer

Im Schweizer Leitindex lagen Roche (ROG 322.45 -2.63%) vorn, die nach einer eher schwachen Vorwoche noch Aufholpotenzial haben. Bereits am Freitag wurden die Genussscheine von Zulassungsempfehlungen für zwei Krebsmedikamente durch die europäische Gesundheitsbehörde gestützt. Der Pharmakonzern wird am Fachkongress San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) zahlreiche Daten zur Behandlung von Brustkrebs vorstellen. Wie er am Montag mitgeteilt hatte, wird es sich um Daten für sieben Medikamente handeln, von denen einige bereits zugelassen sind.

Auch die Aktien von Novartis (NOVN 85.05 -1.61%) legten zu. Der Pharmakonzern hatte am Freitagabend eine Zulassung in den USA für das Medikament Adakveo (Crizanlizumab) zur Behandlung von Sichelzellanämie gemeldet. Dieser Entscheid war nach der Gewährung eines beschleunigten Zulassungsverfahrens durch die Gesundheitsbehörde FDA bereits zwei Monate vor dem offiziellen Datum gefällt worden. Am Wochenende hatte das Unternehmen zudem über positive Studiendaten mit dem Herzmittel Entresto berichtet.

In entgegengesetzte Richtungen entwickelten sich am Montag die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 227.8 -3.11%) und Richemont (CFR 66.02 -4.07%).

LafargeHolcim (LHN 45.94 -0.61%) und ABB (ABBN 21.61 -3.14%) gehörten zur Minderheit der Verlierer. Bei beiden kam es nach einem zuletzt starken Lauf zu Gewinnmitnahmen. Verluste erlitten auch die Papiere des Bauchemieherstellers Sika (SIKA 179.4 -3.5%).

Credit Suisse (CSGN 11.39 -5.98%) konnten die Gewinne nicht halten. In der Wochenendpresse wurde über die möglichen Einnahmen der Bank aus dem Börsengang des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco spekuliert. Er dürfte demnach bis zu 100 Mio. $ an Kommissionseinnahmen generieren. Auch UBS (UBSG 11.07 -5.3%) schlossen tiefer.

Starke Gesundheitstitel

Auch im SMIM (SMIM 2617.712 -3.02%) neigten die Valoren aus der Gesundheitsbranche zur Stärke. Vifor Pharma (VIFN 169.7 -1.74%) zogen an. Ebenfalls im Plus notierten Straumann (STMN 923.4 -3.97%) und Sonova (SOON 236.6 -2.43%). Der Hörsystemhersteller Sonova legt morgen Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor.

Julius Bär (BAER 41.65 -4.54%) büssten am Vortag des Zwischenberichts zu den ersten zehn Monaten des Geschäftsjahres ein. AMS (AMS 35.07 -5.68%) schwankten und schlossen etwas tiefer. Im frühen Handel wurden die Aktien des Chipherstellers noch etwas von Berichten über eine gute Nachfrage nach dem iPhone 11 in China getragen. Derweil hat der Osram-Betriebsrat, der eine Übernahme durch die Österreicher verhindern will, eine Niederlage vor Gericht erlitten.

Nach den deutlichen Avancen vom Freitag setzten Cicor Technologies (CICN 49.55 -2.65%) ihre Aufwärtsbewegung fort. Dank eines Grossauftrags sind die Aktien des Industrieunternehmens gesucht.

Im breiten Markt erhielten die Papiere des Getränkekartonherstellers SIG Combibloc (SIGN 14.6 -2.01%) einerseits von positiv gestimmten Aussagen des CEO im FuW-Interview und andererseits von einem wohlwollenden Kommentar der Barclays (BARC 154.96 -6.63%) Bank etwas Rückenwind.

Asien handelte uneinheitlich

Die asiatischen Börsen gaben zu Wochenbeginn ein gemischtes Bild ab. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 0,4% und der breiter gefasste Topix 0,2%. Der koreanische Kospi verlor derweil 0,2%. Auch in Indien und Australien fielen die Kurse.

Der Hongkonger Hang Seng gewann knapp 1%, während auf dem chinesischen Festland der CSI 300 um 0,8% und der Shanghai Composite um 0,5% vorrückte. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,7%. Die chinesische Zentralbank überraschte und senkte zum ersten Mal seit 2015 einen Leitzins.

Euro fester

Der Euro knüpfte am Montag an die Kursgewinne der vergangenen Handelswoche an. Die Gemeinschaftswährung legte zu und wurde um 17.30 Uhr MEZ zum Dollar bei 1.1086 $ gehandelt. Gegenüber dem Franken bewegte sie sich leicht aufwärts und notierte bei 1.0946 Fr. Der Dollar rutschte bei einem Kurs von 0.9873 Fr. unter die Marke von 99 Rappen.

Ölpreis klar tiefer

Der Ölpreis zeigte sich am Montag schwach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 51.62 -2.71%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 62 $. Der Goldpreis setzte seine Konsolidierung fort und notierte bei 1472 $ pro Feinunze.