Märkte / Aktien

SMI schliesst auf Tagestief leichter

Die Schweizer Börse verliert erneut klar. Der SPI rutscht unter die 10'000-Punkte-Marke. Wallstreet verzeichnet Erholung. Der Ölpreis gibt erneut nach.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat erneut ein deutliches Minus eingefahren. Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 9816.84 -3.81%) gab bei Eröffnung 0,3% nach und fiel in der Folge deutlich unter die 8600-Punkte-Marke. Gegen die Mittagszeit eroberte er dieses Niveau zurück, doch die Gegenbewegung währte nur kurz. Das Minus am Ende des Handelstages war deutlich. Nun rückt sogar die Marke von 8500 Punkten wieder in Sichtweite. Innerhalb von wenigen Tagen hatte der SMI bereits die Schwelle von 8800 und 8700 preisgegeben.

Der breit gefasste Swiss Performance Index SPI (SXGE 11881.47 -3.72%) fiel unter die Marke von 10’000 Punkten. Die Anleger seien verunsichert, sagte ein Händler. Viele Investoren hätten noch auf eine Jahresendrally gehofft. Da sich nun das genaue Gegenteil abzeichne, müssten sie ihre Positionen anpassen.

In New York handelten die drei grossen Indizes nach dem gestrigen Ausverkauf fester. So legte der Dow Jones (Dow Jones 25766.64 -4.42%) bei Börsenschluss in Europa 0,7% zu, während der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2978.76 -4.42%) 0,4% gewann. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite stieg 0,7%.

SMI-Luxusgüterhersteller im Plus

Impulse von Unternehmensnews waren am Dienstag bei den Schweizer Blue Chips Mangelware. Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 218.6 -4.04%) und Richemont (CFR 63.6 -3.67%) gewannen. Auch die zyklischen Titel Adecco (ADEN 50.98 -4.28%) legten zu.

Bei ABB (ABBN 20.64 -4.49%) zeigten sich die Analysten bei der Bewertung des Stromnetzspartenverkaufs auffällig zurückhaltend. Kepler Cheuvreux senkte das Kursziel von 23 auf 22 Fr., bestätigte aber die Einstufung «Buy».

Die Banken UBS (UBSG 10.565 -4.56%), Credit Suisse (CSGN 10.765 -5.49%) und Julius Bär (BAER 39.75 -4.56%) handelten uneinheitlich. UBS hatte am Vorabend eine Auseinandersetzung in den USA wegen angeblich vorsätzlicher Verstösse gegen das Bankgeheimnisgesetz mit einer Millionenzahlung beigelegt. So leistet sie an die US-Börsenaufsicht SEC eine Zahlung von 5 Mio. $. Bei CS hat die Deutsche Bank (DBK 7.875 -5.05%) das Kursziel von 21 auf 18 Fr. gesenkt, bestätigt aber ihre «Buy»-Einstufung.

Die Schwergewichte Novartis (NOVN 81.37 -4.33%), Roche (ROG 310 -3.86%) und Nestlé (NESN 99.33 -2.39%) zeigten sich schwächer. Roche hatte zusammen mit der US-Tochter Genentech für den Produktkandidaten Mosunetuzumab von der US-Gesundheitsbehörde FDA den Orphan-Drug-Status erhalten.

Markant war auch der Verlust bei den Titeln des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 374 -6.01%).

GAM stemmten sich gegen den Trend

Im breiten Markt gab es vor allem Verlierer. Die Aktien des Vermögensverwalters GAM (GAM 3.216 -3.31%) bildeten eine Ausnahme dank klarer Avancen. Darüber hinaus konnten sich Dufry (DUFN 69.22 -5.75%) und Georg Fischer (FI-N 815 -3.72%) ein Plus erarbeiten.

Ems-Chemie (EMSN 559.5 -3.7%) notierten fester, weil die Gruppe ihre Ziele für 2018 bestätigt hatte. Das Pharmaunternehmen Idorsia (IDIA 25.82 -4.79%) hatte mit seinem Produktkandidaten Selatogrel die Ziele in den Phase-II-Studien erreicht. Dormakaba (DOKA 570 -2.9%) fielen nach einer Kurszielsenkung.

Unter Druck standen erneut die Technologiewerte, die Konjunkturschwächen jeweils als Erste zu spüren bekommen. AMS (AMS 33.33 -4.96%), Temenos (TEMN 135.35 -6.85%) und Logitech (LOGN 36.11 -4.67%) verzeichneten Abschläge.

Abgaben an Asiens Börsen

Die Börsen in Asien wurden von den globalen Wirtschaftssorgen an der Wallstreet am Dienstag ebenfalls angesteckt. Dabei wirkte auch nach, dass Chinas Präsident Xi Jinping während einer Rede keine weiteren Hinweise auf eine Konjunkturstützung oder Strukturreformen gab.

In Tokio verlor der Nikkei 225 1,8% und der breiter gefasste Topix 12%. Der Hang Seng in Hongkong sank um 1,1%. Chinas Leitindex CSI 300 gab 1% ab. Der südkoreanische Kospi büsste 0,4% ein, und der australische S&P/ASX 200 schloss 1,2% im Minus.

Euro fester

Der Euro stieg leicht zum Dollar und zum Franken. So kostete die Gemeinschaftswährung bei Börsenschluss in Europa 1.1363 $. Auch zum Franken zeigte sich der Euro fester, er notierte bei 1.1279 Fr. Der Dollar notierte zum Franken stabil bei 0.9927 Fr.

Öl erneut deutlich tiefer

Der Ölpreis setzte seinen Sinkflug fort. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 51.62 -2.71%) wurde bei Börsenschluss in Europa klar tiefer zu knapp 58 $ gehandelt. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 46.66 -3.38%)) kostete erstmals seit September 2017 weniger als 50 $. Der Goldpreis war fester bei 1248 $.