Märkte / Aktien

SMI schliesst etwas leichter

Die Schweizer Börse liegt wieder unter 10'900. Die Schwergewichte stützen. Logitech werden durchgereicht. Lindt & Sprüngli büssen ein. Der Dollar gibt nach.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag weiterhin konsolidiert. Der Leitindex SMI (SMI 10'715.40 -0.52%) notierte bei Eröffnung noch 0,3% höher und damit über der Marke von 10’900. Im frühen Handel schaltete er zurück und drehte sogar ins Minus. Im weiteren Handelsverlauf pendelte der Leitindex um seinen gestrigen Schlusskurs. Er schloss 0,1% leichter.

Die New Yorker Börsen legten zu, nach dem sie gestern aufgrund eines Feiertag geschlossen gewesen waren. Der S&P 500 (S&P 500 3'798.80 -0.47%) avancierte bei Handelsende in Zürich 0,5%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite stieg 0,7%. Der Dow Jones (Dow Jones 31'270.09 -0.39%) notierte 0,3% im Plus.

In Marktkreisen hielten sich mit Blick auf die Aktienentwicklung positiv gestimmte Kommentare und warnende in etwa die Waage. Während Erstere auf eine Reihe guter Konjunkturdaten aus China oder die Vorfreude auf den Amtsbeginn des neuen US-Präsidenten Joe Biden verweisen, hiess es etwa in einer Einschätzung von Columbia Threadneedle, dass die Aktienindizes gemessen an unterschiedlichen Kennzahlen extrem hoch bewertet seien.

Pharmaschwergewichte stützen den SMI

Nachdem die SMI-Pharmaschwergewichte gestern den Markt mehrheitlich belastet hatten, schlossen Novartis (NOVN 77.81 +0.04%) und Roche (ROG 300.90 +0.7%) im Plus. Nestlé (NESN 98.25 +1.33%) gaben ihre Avancen ab.

Finanzwerte präsentierten sich schwächer. Darunter waren die Bankvaloren UBS (UBSG 14.43 -1.13%) und Credit Suisse (CSGN 12.89 -0.92%), aber auch die Aktien des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 1'125.50 -1.92%). Am Nachmittag hatten in den USA Goldman Sachs und Bank of America Zahlen publiziert. Mit Swiss Re (SREN 89.42 -0.18%), Swiss Life (SLHN 453.90 -1.82%) und Zurich Insurance (ZURN 391.30 +0.72%) gehörten die Versichereraktien ebenfalls zu den Verlierern.

Lonza (LONN 554.20 -1.95%) bewegten sich abwärts. Der Life-Science-Konzern verkauft zwei Fabriken und zieht sich damit aus einem Nischengeschäft zurück.

Klar zurück blieben die grossen Gewinner vom Montag. Richemont (CFR 88.86 -1.46%) und Swatch Group (UHR 282.10 -0.04%) hatten gestern dank positiver Analystenkommentare stark zugelegt und korrigierten nun.

Logitech nur anfänglich stark gesucht – Lindt & Sprüngli unter Druck

Logitech (LOGN 91.66 -3.52%) zogen bei Eröffnung markant an, drehten dann aber deutlich ins Minus. Der Computerzubehörhersteller hatte mit den Zahlen für das dritte Quartal 2020/21 die Erwartungen der Analysten auf sämtlichen Ebenen massiv übertroffen. So lag der Umsatz etwa um ein Drittel über den Vorhersagen. Dies zeigt, dass Webcams, Tastaturen, Computermäuse oder Headsets in Zeiten von Corona Hochkonjunktur haben.

Die anderen SMIM-Tech-Werte präsentierten sich uneinheitlich. So lagen die Chipaktien AMS (AMS 18.95 -5.49%) im Minus, und die Titel des Bankensoftwareherstellers Temenos (TEMN 128.90 +0.94%) im Plus. Der Bankensoftwareentwickler hatte seine Temenos-Enterprise-Pricing-Lösung neu aufgestellt. Die neue Software solle es Banken ermöglichen, Produkte, Dienstleistungen und Bündelangebote trotz der Verwendung alter Kernbankensoftware besser zu entwickeln, zu verwalten und zu bepreisen.

Leichter zeigten sich Adecco (ADEN 60.78 +0.3%) trotz einer Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley (MS 82.06 +1.57%).

Lindt & Sprüngli (LISN 84'400.00 -0.24%) gaben nach Umsatzangaben für das vergangene Jahr und einem Blick auf 2021 deutlich nach.

Dass das Thalwiler Technologieunternehmen U-Blox (UBXN 67.35 -2.32%) die Fusion mit der britischen Telit nicht weiterverfolgt, kam bei Anlegern anscheinend nicht gut an.

ObsEva (OBSV 3.49 -3.06%) stoppten ihre rasante Aufwärtsbewegung vorerst. Nachdem sich der Kurs der Aktien von unter 2 auf mehr als 4.60 Fr. binnen zweier Börsentage mehr als verdoppelt hatte, kam es nun zu ersten Gewinnmitnahmen.

Asien im Plus

Die asiatischen Börsen zeigten sich weitgehend freundlich am Dienstag. In China signalisierte ein wichtiger Beamter aus der Planungsbehörde, dass die Regierung die Unternehmen des Landes stärker stützen könnte. In Festlandchina gab es aber Gewinnmitnahmen nach den Kursgewinnen vom Vortag. Der japanische Nikkei 225 stieg um 1,4%, der breiter gefasste Topix rückte um 0,6% vor. Der Hang Seng (Hang Seng 29'236.79 -2.15%) in Hongkong notierte 2,3% im Plus, und Chinas Leitindex CSI 300 gab 1,5% ab. Der südkoreanische Kospi (Kospi 3'047.64 -0.86%) gewann 2,6% und der australische S&P/ASX 200 1,2%.

Dollar schwächelte

Der Dollar büsste am Dienstag ein. Folglich legten der Euro und der Franken zum Greenback zu. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.2120 $ und damit deutlich mehr als am Vorabend. Auch zur Schweizer Währung schwächelte die US-Valuta, der Kurs lautete um 17.30 Uhr MEZ 0.8890 Fr. Der Euro notierte zum Franken mit 1.0775 Fr. wieder etwas fester.

Ölpreis bei 56 $

Der Ölpreis stieg deutlich. Bei Börsenschluss in Europa lag ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.80 -0.22%) bei 56 $. Gold (Gold 1'716.17 +0.3%) legte leicht zu. Die Feinunze des Edelmetalls avancierte auf 1842 $. Am Markt für Kryptowährungen herrschte Ruhe. Bitcoin (Bitcoin 49'311.00 -2.94%), die grösste und älteste Cyberdevise, wurde zu gut 37’000 $ gehandelt.

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