Märkte / Aktien

SMI schliesst bei 11’200

Die Schweizer Börse weitet ihr Minus aus und wird vom Dividendenabgang in Nestlé belastet. Die Nachrichtenlage ist dünn. Wallstreet notiert im Minus. Der Dollar schwächelt.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist im Verlauf des Montags etwas deutlicher ins Minus gerutscht. Der SMI (SMI 11'807.81 +0.35%) fiel dabei zeitweise auch unter die Marke von 11’200. Der Angriff auf das Allzeithoch von 11’270 Zähler ist somit verschoben, nachdem sich der SMI noch am Morgen dieser Marke bis auf wenige Punkte angenähert hatte. Der Grund für die nicht mehr ganz so gute Stimmung war laut Händlern, dass die New Yorker Börse im Minus lag.

So korrigierten die drei wichtigen Wallstreet-Indizes in ihrer Rekordjagd. Der S&P 500 (S&P 500 4'464.33 -0.22%) verlor bei Börsenschluss in Europa 0,5%. Der Dow Jones (Dow Jones 33'970.47 -1.78%) büsste ebenfalls 0,5% ein. Die Technologiebörse Nasdaq Composite notierte 1% leichter. Konjunkturzahlen aus den USA gab es zum Wochenstart keine. Und auch Unternehmenszahlen waren eher rar. Somit sei es nicht überraschend, dass es an der Wallstreet nach der Rekordjagd der Vorwoche eine Tendenz zu Gewinnmitnahmen gebe, meinten Händler. Allzu grosse Sorgen müsse man sich deswegen aber nicht machen. Denn die Grundstimmung an den globalen Finanzmärkten sei nach wie vor gut – dank immer positiveren Konjunkturerwartungen und verflüchtigten Zinsängsten.

Nestlé drückten den SMI optisch nach unten

Der Dividendenabgang von 2.75 Fr. bei Schwergewicht Nestlé (NESN 114.54 +0.67%) belastete den Markt nur optisch. Schon am nächsten Donnerstag könnten die Valoren dem Gesamtmarkt den Stempel erneut aufdrücken, wenn der Nahrungsmittelgigant die Umsatzzahlen für das erste Quartal vorlegen wird. Davor sind aber weitere Blue Chips mit Zahlen an der Reihe, nämlich am Dienstag Sika (SIKA 323.80 +1.5%) und Temenos (TEMN 134.55 +1.13%) und am Mittwoch mit Roche (ROG 338.35 -0.92%) ein anderes Schwergewicht (lesen Sie die Vorschau hier).

Die Aktien der Credit Suisse (CSGN 8.91 +1.46%) büssten ein. Bei der Grossbank hatten Presseberichte vom Wochenende über Archegos-Aktienpakete die Unsicherheit vor den am Donnerstag anstehenden Quartalszahlen weiter angefacht. Zudem droht der Grossbank in den USA offenbar die erste Klage einer kleinen amerikanischen Pensionskasse. Diese werfe der Schweizer Bank «wesentliche» Mängel in den Risikorichtlinien und den Compliance-Überwachungsfunktionen vor.

Auch UBS (UBSG 14.32 +0.1%) drehten ins Minus. Andere Finanztitel gaben Gewinne preis und drehten teilweise gar in die Verlustzone. Dazu zählten Partners Group (PGHN 1'610.00 +2.94%) wie auch die Versicherer Zurich Insurance (ZURN 384.00 +1.24%), Swiss Re (SREN 79.10 +1.28%) und Swiss Life (SLHN 463.90 +1.31%). Zum Wochenschluss hatte die Branche zu den grösseren Gewinnern gezählt.

Zurück blieben auch ABB (ABBN 32.73 +1.74%). Hier kam es nach dem Anstieg der letzten Woche, das auf ein Trading Update folgte, zu moderaten Gewinnmitnahmen. In der Vorwoche waren ABB mit Avancen von fast 4% die Wochengewinner im SMI gewesen.

In unterschiedliche Richtungen tendierten die Luxusgüteraktien. Während Swatch Group (UHR 249.20 -1.46%) deutlich stiegen, büssten Richemont (CFR 95.76 +1.51%) ein.

VAT Group (VACN 420.60 +1.55%) drehten nach einem starken Beginn ins Minus, obwohl die Aktien des Vakuumventileherstellers eigentlich durch zwei freundliche Analystenkommentare Unterstützung erhalten sollten.

Am SMIM-Ende lagen die Werte des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 46.76 +5.08%). Auf der anderen Seite standen mit Flughafen Zürich (FHZN 164.50 +1.29%) die Aktien eines anderen grossen Coronaverlierers.

Basilea erhielten durch FuW-Interview Rückenwind

Am breiten Markt stiegen Basilea (BSLN 44.64 -2.32%). Beim Pharmaunternehmen hatte CEO David Veitch gegenüber FuW die jüngsten Kapitalerhöhung gerechtfertigt.

Die Papiere des Branchennachbarn Idorsia (IDIA 22.44 -0.44%) waren nach einem positiven Analystenkommentar gesucht.

Die negativen Vorzeichen bei Bucher (BUCN 447.40 -0.36%) und Emmi (EMMN 1'010.00 +1.61%) waren vor allem optischer Natur. Beide wurde an diesem Montag ex Dividende gehandelt.

Ein Streit mit dem Partner NeuroRx bescherte Relief Therapeutics (RLF 0.14 -1.39%) dagegen einen grossen Kursverlust.

Asiens Börsen überwiegend freundlich

Die asiatischen Börsen sind am Montag mehrheitlich positiv in die neue Handelswoche gestartet. In Tokio korrigiert der Nikkei 225 0,1%, während der breiter gefasste Topix 0,2% verliert. Der Hang Seng in Hongkong notiert 0,6% höher. Deutliche Gewinne verzeichnen die chinesischen Festlandbörsen. Der Shenzhen Composite und der Shanghai Composite gewinnen 2,1 respektive 1,3%. Mit deutlichen Kursavancen können hier vor allem Unternehmen aus dem Bereich der Elektromobilität aufwarten. Während der südkoreanische Leitindex Kospi 0,1% klettert, steigt der australische S&P/ASX 200 0,2%.

Euro auf höchstem Stand seit März

Der Kurs des Euros kletterte am Montag deutlich über 1.20 $. Nachdem die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1.2048 $ gestiegen war und damit auf den höchsten Stand seit Anfang März, wurde der Euro am Abend wieder etwas tiefer bei 1.2029 $ gehandelt. Auch der Franken stieg zum Dollar auf den höchsten Stand seit Anfang März, gab diese Gewinne dann aber teilweise auch wieder ab. Um 17.30 Uhr MESZ bekam man einen Dollar für 0.9150 Fr. Zum Franken bewegte sich der Euro dagegen kaum, wie der Kurs von 1.1005 Fr. zeigt.

Kryptos korrigierten

Der Ölpreis bewegte zu Wochenbeginn leicht aufwärts. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.56 +0.26%) rund 66.50 $. Gold (Gold 1'768.01 +0.2%) gab seine zwischenzeitlichen Avancen preis und wurde bei Börsenschluss in Europa zu einem Preis von 1775 $ pro Feinunze gehandelt.

Viele Kryptowährungen waren am Sonntag durch Gerüchte über ein stärkeres Vorgehen gegen Geldwäsche massiv belastet worden. Der Bitcoin (Bitcoin 43'353.00 +1.01%), die älteste und bekannteste aller Digitalwährungen, brach zeitweise um rund 15% ein. Am Montag notierte er bei rund 55’000 $.