Märkte / Aktien

SMI mit unter 10’000 ins Wochenende

Die Schweizer Börse büsst nach einem freundlichen Beginn ein. Vor allem Roche und Nestlé belasten den Leitindex. Industrietitel zeigen sich stärker.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag die Gewinne aus dem frühen Geschäft nicht halten können. Zunächst hatte es so ausgesehen, als könnte sich der Leitindex über der Marke von 10’000 festigen. Denn bei Eröffnung stand der Swiss Market Index SMI (SMI 9848.83 1.24%) 0,4% höher. Im weiteren Handelsverlauf drehte er jedoch ins Minus, woraufhin die vielbeachtete Marke von 10’000 fiel. Nach dem Mittag konnte sich der Leitindex nur zwischenzeitlich erholen. Am Nachmittag weitete er das Minus aus und ging letztendlich bei einem Stand von 9937 ins Wochenende.

Derweil legten die Kurse in New York leicht zu. Alle drei grossen Wallstreet-Indizes lagen beim Börsenschluss in Europa im Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 25886.01 1.2%) stieg 0,2%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2888.68 1.44%) avanciert 0,1%. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite stand 0,2% höher. Optimismus verbreitete mit Microsoft (MSFT 136.13 1.83%) der mit einer Marktkapitalisierung über eine Billion $ wertvollste börsennotierte Konzern Amerikas. Das florierende Cloud-Geschäft und das nahende Ende des Betriebssystems Windows 7 hatten das Wachstum des Softwarekonzerns angekurbelt. Die Aktien sprangen auf ein Rekordhoch.

Novartis stützten SMI

Novartis (NOVN 88.56 1.19%) zeigten keine Ermüdungserscheinungen. Mit dem Plus von über 3% am Vortag im Anschluss an die starken Quartalszahlen haben die Titel über die Woche gesehen schon mehr als 6% zugelegt. Am Berichtstag waren zu Novartis bereits verschiedene Kurszielerhöhungen verbunden mit positiven Kommentaren eingetroffen. Nach Meinung verschiedener Analysten sollten mittlerweile aber die guten Nachrichten im Kurs der Aktie enthalten sein.

Derweil belasteten die Genussscheine von Roche (ROG 275.8 0.95%) den Markt. Der zweite Basler Pharmamulti wird die Zahlen zum zweiten Quartal in der kommenden Woche vorlegen. Auch Nestlé (NESN 108.78 0.95%) drückten den SMI nach unten.

Auch die Bankaktien um Credit Suisse (CSGN 11.265 1.95%) und UBS (UBSG 10.35 2.07%) notierten tiefer. SGS (SGSN 2395 1.35%) und Givaudan (GIVN 2614 0.62%) büssten ein. Beide hatten am Vortag im Anschluss an die Publikation von Quartalszahlen schon deutlich nachgegeben.

An die Indexspitze lagen bei Handelsende die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 348.7 1.84%).

Industrietitel fester

Im SMIM (SMIM 2515.409 1.44%) befanden sich Vifor Pharma weit oben an der Tabellenspitze. Georg Fischer (FI-N 803.5 2.23%) holten die Verluste des Vortages im Anschluss an schwächer als befürchtet ausgefallene Halbjahreszahlen mehr als auf. Bereits am Donnerstag fielen die Titel mit einer gewissen Volatilität auf. Offenbar hatten die Marktteilnehmer Schwierigkeiten, die Ergebnisse zu werten.

Guten Gewinn zeigten aber auch weitere Industrietitel wie Komax (KOMN 174 1.34%), Comet (COTN 84.9 0.53%), VAT Group (VACN 114.55 2.28%) oder Dätwyler (DAE 153 2%).

Im breiten Markt kletterten die Aktien der Ostschweizer Industriegruppe SFS (SFSN 72.1 1.76%) nach Semesterzahlen in die Höhe. Auch die Titel des Kioskbetreibers Valora waren nach einem Gewinnanstieg im ersten Halbjahr gesucht.

Zudem legten die Aktien von CPH (CPHN 83.8 0%) aufgrund der Zahlenpublikation zu. Die Chemie + Papier Holding hatte ihre Marge klar steigern können.

Bobst (BOBNN 48 0.25%) standen im Anschluss an die gestern publizierten Zahlen erneut unter Druck.

Asien im Plus

Die asiatischen Märkte zeigten sich am Freitag von ihrer freundlichen Seite. In Japan gewannen sowohl der Nikkei 225 als auch der breiter gefasste Topix rund 2%. Der Hang Seng in Hongkong lag 1,1% im Plus, während der chinesische CSI 300 0,9% zulegte. Auch in Korea notierte der Kospi 1,4% höher. Der australische ASX 200 kletterte zum Wochenschluss 0,7%.

Euro zum Franken klar tiefer

Der Euro notierte am Freitagabend tiefer. Die Gemeinschaftswährung handelte zum Greenback bei 1.1224 $. Gegenüber dem Franken zeigte sich der Euro bei 1.1024 Fr. klar tiefer. Damit stärkte sich der Franken auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Dollar handelte bei Börsenschluss in Europa zur Schweizer Valuta mit 0.9824 Fr. kaum verändert.

Ölpreis nach Gewinnen stabil

Der Ölpreis schwankte stark. Nach den Vortagesverlusten erholte er sich zwischenzeitlich spürbar. Um 17.30 Uhr blieb aber von den Gewinnen nichts übrig. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.39 1.21%) lag bei gut 62 $. Ein US-Kriegsschiff hatte nach Aussage von Präsident Donald Trump eine iranische Drohne in der Strasse von Hormus abgeschossen, die das Schiff bedroht habe. Der Iran dementierte das. Der Goldpreis lag klar tiefer bei 1429 $ pro Feinunze.

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