Märkte / Aktien

SMI schliesst klar im Minus

Die Schweizer Börse startet mit deutlichen Verlusten in die neue Woche, erholt sich aber vom Tagestief. SGS stehen im Fokus. Wallstreet ist schwächer. Der Brentpreis fällt markant.

(AWP/SPU) Am Schweizer Aktienmarkt ist es zum Start in eine mit Terminen vollgepackte Woche erst einmal klar abwärts gegangen. Der SMI (SMI 12'130.83 +1.28%) verlor bei Eröffnung 0,5%. Im frühen Handel weitete er seine Verluste aus und rutschte unter 11’900. Noch weiter abwärts ging es zunächst am Nachmittag. Der Leitindex konnte in der Folge die Marke von 11’800 nur knapp halten. Zum Handelsschluss erholte sich der SMI aber vom Tagestief. Die Volatilität war zeitgleich nach oben geschnellt – der VSMI notierte so hoch wie zuletzt vor einem Monat. Dabei war der Wochenauftakt noch vergleichsweise ruhig. An Unternehmen hatte sich nur SGS (SGSN 2'927.00 +0.38%) mit Zahlen gemeldet. Erst am morgigen Dienstag startet die Berichtssaison voll durch.

Aus New York kamen ebenfalls schwache Signale. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes fielen allesamt klar. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'403.10 +1%) büsste bei Handelsende in Europa 1,5% ein. Der Dow Jones (Dow Jones 35'061.55 +0.68%) verlor 2,2%. Verluste in Höhe von 0,8% verzeichnete die Technologiebörse, damit erholte sich der Nasdaq Composite von deutlich grösseren Verlusten.

US-Staatsanleihen waren am Montag mit deutlichen Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Im Gegenzug fiel die Rendite für zehnjährige Staatstitel auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) stieg zu Handelsbeginn um 0,40% auf 134,37 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen sank auf einen fünfmonatigen Tiefstand von 1,22%.

Viele Verlierer am Schweizer Markt

Viele der zwanzig SMI-Titel schlossen tiefer. Givaudan (GIVN 4'489.00 +0.97%) und Lonza (LONN 705.60 +4.22%) waren fester. Nestlé (NESN 115.62 +1.24%) bewegten sich kaum. Die beiden Pharmawerte Roche (ROG 347.30 +1.24%) und Novartis (NOVN 84.57 +0.89%), die diese Woche noch den Zwischenbericht veröffentlichen, bauten einen Teil ihrer Verluste ab.

Die Anteilsscheine des Warenprüfkonzerns SGS konnten sich nicht gegen den insgesamt schwächeren Trend stemmen. Die Genfer setzten in der ersten Jahreshälfte 2021 deutlich mehr um als noch vor Jahresfrist, und auch der Gewinn wurde erhöht.

Partners Group (PGHN 1'529.50 +1.06%) schlossen weniger deutlich im Minus. Der Vermögensverwalter übernimmt im Namen von Kunden einen 75%igen Anteil am italienischen Breitbandanbieter Eolo. Verkäufer sei Searchlight Capital Partners, die von Eolo-Gründer und CEO Luca Spada kontrolliert werde, teilte Partners Group am Montag mit. Der Wert von Eolo gemäss Transaktion liege bei 1,2 Mrd. €, hiess es in dem Communiqué weiter. 25% des Eigenkapitals würden bei Searchlight Capital Partners bleiben. Zudem übernimmt Partners Group im Namen von Kunden das Pharmaunternehmen Pharmathen. Verkäufer sei die Beteiligungsfirma BC Partners, teilte Partners Group am Montag mit. Der Wert von Pharmathen gemäss Transaktion liege bei 1,6 Mrd. €.

Höhere Verluste waren in den anderen Finanzwerten zu beobachten. So gaben die Bankaktien UBS (UBSG 14.62 +1.32%) oder Credit Suisse (CSGN 9.26 +1%) nach. Morgen legt UBS Zahlen vor. Die UBS hatte sich mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) auf eine Strafzahlung in Höhe von gut 8 Mio. $ geeinigt. Vorgeworfen wurden der Bank Fehler in der Beratung im Zusammenhang mit dem Verkauf von an die Volatilität gebundene ETP (exchange-traded products). So habe die Bank einen Teil ihrer Kunden zu wenig vor unangemessenen Investitionen in die komplexen Finanzprodukte geschützt, wie die SEC am Montag mitteilte.

Auch für Swiss Re (SREN 83.26 +0.26%) ging es überdurchschnittlich abwärts. Die Commerzbank (CBK 5.45 -0.04%) hatte Rating und Kursziel für den Rückversicherer gesenkt und dies mit der steigenden Inflation begründet, die sich in den kommenden zwei Jahren negativ auf die Gewinnentwicklung auswirken dürfte.

Die zunehmende Sorge, die Wirtschaft könnte beim Wachstum bereits ihren Zenit erreicht haben, schlug sich auch in den Zyklikern negativ nieder. Neben Adecco (ADEN 63.44 +2.79%) bekamen dies Holcim (HOLN 53.30 +0.41%) oder auch ABB (ABBN 33.67 +1.57%) zu spüren. Besonders deutlich unter Druck gerieten die Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 307.80 +1.92%) und Richemont (CFR 116.10 +2.74%).

Auch im SMIM (SMIM 3'437.14 +0.63%) waren  Zykliker unter den grössten Verlierern. Zum einen gaben mit Dufry (DUFN 48.20 +0.54%) und Flughafen Zürich (FHZN 146.30 +1.32%) reisenahe Werte nach. Zum anderen gehörten Technologieaktien wie AMS oder Industrievaloren wie OC Oerlikon (OERL 10.51 +0.48%) und Georg Fischer (FI-N 1'438.00 +0.56%) zu den schwachen Titeln.

Wie im SMI wurden auch mittelgrosse Aktien aus dem Finanzsektor vermehrt verkauft, was sich an Julius Bär (BAER 59.80 +1.12%), Helvetia (HELN 99.50 +0.61%), Leonteq (LEON 56.60 -1.57%) oder EFG (EFGN 7.38 0%) zeigte.

Im breiten Markt brachen One Swiss Bank, ehemals BPDG, nach schwachen Zahlen zweistellig ein. Jedoch war es am Freitag zu einer starken Avance gekommen.

Idorsia (IDIA 25.42 -0.24%) büssten ein. Die neu zuständige Barclays-Analystin hatte sich zurückhaltend über die Geschäftsaussichten des Biotech-Unternehmens geäussert.

Asiens Börsen schwächer

In Asien sanken die Aktienmärkte am Montag deutlich. In Tokio fiel der Nikkei 225 um 1,3% und der breiter diversifizierte Topix um 1,3%. Der Hongkonger Hang Seng verlor 1,9%. Auf dem chinesischen Festland drehte der CSI 300 hingegen 0,3% ins Plus. Der koreanische Kospi gab 0,9% nach, und in Taiwan fiel der Taiex 0,6%. Ein konkreter Grund für die Kursschwäche war nicht auszumachen. Nach der globalen Aufwärtsbewegung an den Börsen scheint unter Anlegern Unsicherheit zu herrschen, wie es angesichts der Pandemie und der Inflationsaussichten weitergehen könnte.

Euro wieder über 1.18 $, Dollar wieder unter 0.92 Fr

Der Euro tendierte am Montag zum Dollar in eine andere Richtung als zum Franken. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1.18 $, nachdem sie zweitweise klar unter diese Marke gerutscht war. Zum Franken tendierte sie bei einem Stand von 1.0837 Fr. etwas leichter. Das Franken-Dollar-Paar bewegte sich nach zwischenzeitlichem Anstieg abwärts. Der Kurs lautet aktuell 0.9185 Fr.

Ölpreis klar im Minus

Der Ölpreis gab am Montag nach der Einigung wichtiger Ölförderländer auf eine Erhöhung der Produktion massiv nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.19 +0.87%) kostete bei Börsenschluss in Europa nur gut 69 $.

Gold (Gold 1'802.15 -0.27%) bewegte sich seitwärts an der Marke von 1800 $ pro Feinunze.

Verluste gab es erneut am Kryptomarkt. Die grösste Cyberdevise Bitcoin (Bitcoin 34'741.00 +1.39%) konnte sich zunächst über 30’000 $  halten.

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